Sonnenschein bringt Hitze am Samstag zurück, Gemeinden warnen vor Wasserknappheit, Landstraße wegen Hitze gesperrt
Die anhaltende Trockenheit belastet die Landwirte. Auch am Wochenende bleibt Regen eine Seltenheit, die Hitze kommt wieder zurück. Alle Entwicklungen rund ums aktuelle Wetter im Liveblog.
Äpfel verbrennen bei der Hitze: Obstbauern in Sorge
Auch auf der anderen Seite der baden-württembergischen Landesgrenze spüren die Landwirte die Folgen der Hitze. In der Pfalz schlagen die Obstbauern Alarm: Bei der Hitze verbrennen die Äpfel, etwa bei Obstbauer Markus Puder in Laumersheim (Kreis Bad Dürkheim). "Es ist wirklich eine Katastrophe dieses Jahr", sagt Puder. Durch eine Zusatzbewässerung versucht er, das Obst zu retten. Dennoch: Rund zehn Prozent seiner Apfelernte sei schon beschädigt. "Die Äpfel verwelken einfach. Die schrumpeln zurück und werden faul und schwarz. Und das war's dann." Außerdem kostet ihn die zusätzliche Bewässerung etwa 6.000 Euro mehr pro Woche.
Die Äpfel verbrennen durch die Hitze und extreme Trockenheit.
SWR
Puder baut auch Süßkirschen an - als es im Juni über 40 Grad waren, musste er die Hälfte der Kirschernte, fünf Tonnen, wegwerfen. "Bei 40 Grad heizt sich eine dunkle Frucht auf 50, 60 Grad auf", sagt er. "Die Kirschen an den Bäumen waren wie abgekocht."
Heiß und kaum Regen: So wird das Wetter am Samstag
Das Wetter in Baden-Württemberg bleibt weiterhin heiß. In der Nacht zum Samstag gehen die Temperaturen aber zunächst zurück auf 10 bis 15 Grad. Viel Sonnenschein am Vormittag bringt dann aber die Hitze zurück, die Temperaturen steigen auf 29 bis 34 Grad. Der Wind kommt dabei aus nordöstlichen Richtungen - bleibt aber eher schwach.
Auch in den kommenden Tagen ist kaum Regen in Sicht. Am Sonntag steigen die Temperaturen auf 34 bis 37 Grad, der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet zudem schwachen bis mäßigen Westwind mit frischen Böen. Im höheren Bergland könne es auch stürmische Böen geben.
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Landstraße im Main-Tauber-Kreis wegen Hitze gesperrt
Die Landstraße zwischen Külsheim und Bronnbach (beide Main-Tauber-Kreis) wurde wegen Hitze gesperrt. Die Straße soll sich ohnehin in einem schlechten Zustand befinden, so der Landkreis. Durch die hohen Temperaturen sei die Fahrbahn nun so weich geworden, dass Bindemittel austrete. Dieses wird heiß und klebrig und kann sich um die Reifen wickeln. Sobald es kühler wird, soll die Strecke wieder freigegeben werden. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Auch im Hohenlohekreis gibt es hitzebedingte Einschränkungen: Auf mehreren Straßen gilt derzeit Tempo 30.
Schwarzwald-Gemeinden warnen vor Trinkwasserknappheit
Wegen der extremen Hitze und ausbleibender Niederschläge sinken die Grundwasserstände im Schwarzwald, wodurch einzelne Quellen leerlaufen könnten. Der südbadische Netzbetreiber Badenova Netze bereitet sich deshalb auf einen Notfall vor und prüft, ob Trinkwasser bei Bedarf mit Tanklastern in betroffene Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe gebracht werden kann. Mehrere Kommunen arbeiten bereits an Krisenplänen. Auch Landwirte machen sich Sorgen, weil ihre Quellen deutlich weniger Wasser liefern und zusätzliche Kosten drohen. Die Tanklaster sollen nur im Ernstfall eingesetzt werden, um die Wasserversorgung vorübergehend zu sichern. Die Trinkwasserversorgung in Freiburg ist derzeit jedoch nicht gefährdet.
Niedrigwasser stoppt Kanubetrieb auf der Donau bei Sigmaringen
Wegen des anhaltenden Niedrigwassers sind Kanufahrten auf der Donau bei Sigmaringen derzeit verboten. Der Pegel liegt mit rund 28 Zentimetern deutlich unter dem vorgeschriebenen Mindestwasserstand von 53 Zentimetern. Das Fahrverbot soll verhindern, dass Boote den Flussgrund aufwühlen und den Lebensraum von Tieren und Pflanzen dauerhaft beschädigen. Für den Kanuverleih Out&Back in Sigmaringen hat das spürbare Folgen: Viele Touren müssen abgesagt werden. Laut dem Verleih werden derzeit rund 70 Prozent weniger Boote verliehen als in einem durchschnittlichen Jahr. Ergiebige Regenfälle könnten den Wasserstand schnell wieder ansteigen lassen.
Bei Ackerbaukulturen wie Getreide oder Raps seien Erträge "maximal nur noch abzusichern, aber nicht mehr zu steigern", heißt es vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium. Ertragseinbußen und Totalausfälle nähmen zu. Auch die Qualität leide. Durch höhere Temperaturen und mildere Winter breiten sich nach Angaben des Ministeriums zudem Schädlinge und Krankheiten besonders aus - in Regionen und auf Pflanzen, wo sie zuvor nicht waren. Dazu gehören beispielsweise die Maiskolbenfäule, die Ypsilon-Raupe und die Kleinasiatische Weizenwurzelschildlaus.
Futter und Wasser knapp: Auch Schafe auf der Alb leiden unter Trockenheit
Trockene Wacholderheiden, verdorrtes Gras und kein Regen in Sicht - zwei Schäfer aus Gerstetten im Kreis Heidenheim erleben einen Sommer, wie sie ihn noch nie gesehen haben, wie SWR-Reporter Jannik Volz erzählt:
Die eigene Wohnung kühl zu halten, ist für viele in diesem Sommer zur echten Herausforderung geworden. Für Menschen, die kein Zuhause haben, gibt es oft kaum Möglichkeiten der Hitze zu entkommen. SWR-Reporterin Ruth Schirra hat einen von ihnen in Freiburg begleitet:
Städte- und Gemeindebund fordert "Kraftakt für die Wasserversorgung"
Der Städte- und Gemeindebund ruft wegen der Hitze zu einem nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung auf. Das sagte der Präsident des Verbandes, Ralph Spiegler, im Interview mit der "Rheinischen Post". Die Hälfte aller Landkreise und Städte in Deutschland leide schon jetzt unter Grundwasserstress, so Spiegler. Es fehlt also so viel Grundwasser, dass Ökosysteme Schaden nehmen können. Deutschland müsse Wasser künftig als strategische Ressource begreifen. Und sich auf Zeiten einstellen, in denen Wasser nicht mehr unbegrenzt verfügbar sein könnte. Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes rechnet vor, dass jeder Hitzetag die deutsche Wirtschaft bis zu 980 Millionen Euro kostet. Das gefährde Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand. Dieses Problem könnten die Kommunen nicht alleine lösen. Spiegler fordert, die Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz und Klimaanpassung besser im Grundgesetz zu verankern - und so eine dauerhafte Finanzierung durch Bund und Länder zu sichern.
Heiße Tage, volle Freibäder: Baderöcke, Rassismusvorwürfe und ein versöhnliches Ende
Manchmal bringt ein Stück Stoff eine ganze Stadt in die Schlagzeilen. In diesem - an Hitzetagen so reichen Sommer -haben Baderöcke in Freiburg für Streit gesorgt. Spätestens seit der 2013 bundesweit geführten Debatte um eine Frau aus Konstanz und ihren Burkini ist klar, dass die Frage, was man zum Sprung ins gechlorte Wasser trägt, nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, des Glaubens oder der Kultur ist - sondern auch eine Frage der Badeordnung. Im Freiburger Fall kam wegen den Baderöcken sogar die Polizei, Hausverbote wurden ausgesprochen, Rassismusvorwürfe standen im Raum. Doch am Ende nahm alles eine versöhnliche Wendung. Wie es dazu kam, lest ihr hier. Klar ist, ein so heißer Sommer bedeutet für die Freibäder ein gutes Geschäft, aber auch Stress fürs Personal. Die Diskussion darüber, was als "übliche Badebekleidung" gilt, ist übrigens laut Necdet Mantar, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder (ARGE) Baden-Württemberg, so alt wie die Freibäder selbst. Deshalb sei es wichtig, den Mitarbeitenden der Bäder klare Orientierung zu geben. Dass aber auch eine klare Badeordnung umstritten sein kann, zeigt das Beispiel der Freibäder Lörrach und Weil am Rhein, wo nur noch enge Badebekleidung erlaubt ist.
Das ganze Gespräch mit ARGE-Chef Necdet Mantar:
Hohe Wassertemperatur: Fischrettungsaktionen in der Schweiz
Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit werden die Flüsse und Bäche immer wärmer. Einige trocknen sogar aus. In den an Baden-Württemberg angrenzenden Schweizer Kantonen hat es darum bereits Rettungsaktionen für Fische gegeben. In insgesamt sechs Bächen waren demnach etwa Bachforellen, Döbel und Goppen betroffen. Tausende von ihnen seien umgesiedelt worden, so der zuständige Fischereiaufseher des Kantons Schaffhausen. Im Hochrhein ist die Situation entspannter. Dort gibt es Kältepools für Fische, die sehr gut angenommen werden. Doch wie ist die Situation in BW? In der Region Bodensee-Oberschwaben sind bisher nur vereinzelt Fische umgesiedelt worden. Nach Angaben der Regierungspräsidien Tübingen und Freiburg sei dies oft mit großem Stress für die Tiere verbunden. Im Bodenseekreis ist laut Landratsamt kühleres Wasser in zwei Gewässer gepumpt worden, um dort die Wassertemperatur für die Fische zu senken.
Die Pegelstände an vielen Flüssen im Südwesten sinken, mancherorts gibt es historische Tiefststände. Auf dem Rhein ist die Schifffahrt stark eingeschränkt, viele Schiffe können nicht mehr fahren oder nur mit geringer Ladung. Das Niedrigwasser hat dramatische Folgen. Bundesverkehrsminister Bilger (CDU) hat deshalb zu einem Spitzengespräch mit Vertretern von Wirtschaft und Politik eingeladen.
Hier gibt es das SWR Extra zum Niedrigwasser zum Nachschauen:
Wetter: Weniger Hitze, aber um die 30 Grad am Wochenende
Es ist nicht mehr so heiß wie zuletzt: Heute liegen die Temperaturen knapp unter 30 Grad. Morgens ist in Hochtälern mit Temperaturen bis 16, sonst mit 17 bis 22 Grad zu rechnen. Am Bodensee und im Allgäu sind einzelne Gewitter möglich. In den anderen Regionen Baden-Württembergs scheint dagegen häufiger die Sonne. Aber: Flächendeckender Regen bleibt weiterhin aus. Die Temperaturen erreichen meist Werte zwischen 28 und 31 Grad.
Das aktuelle Wetter für euren Ort findet ihr jederzeit in unserer SWR Aktuell-App oder auf unserer Wetter-Seite. Und hier der Wetterbericht von gestern Abend aus SWR Aktuell:
Bundesverkehrsminister Bilger kündigt Sofortmaßnahmen wegen Niedrigwassers an
Wegen des Niedrigwassers in Flüssen ist die Bundesregierung zu Sofortmaßnahmen bereit, um Lieferketten auf den wichtigen Wasserstraßen aufrecht zu erhalten. Erleichterungen für die Wirtschaft sollen etwa durch eine Lockerung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen erzielt werden. Das hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) beim Niedrigwasser-Gipfel in Bonn angekündigt. Mit der Lockerung würde ein Teil des Schiffs-Güterverkehrs auf die Straße verlagert. Die Länder hätten Unterstützung signalisiert. Außerdem habe die Bahn-Tochter DB Cargo zugesichert, mehr Güterverkehr auf der Schiene zu ermöglichen. Zustimmung kommt außerdem von den Grünen, Kritik dagegen von Logistikverband und der Linken. Sie bezweifeln den Nutzen und warnen vor mehr Verkehr, Lärm und CO2.
Zum Schutz der Fische: Baden in einem Abschnitt der Dreisam in Freiburg verboten
Wegen des niedrigen Pegels ist es ab Freitag verboten, zwischen der Oberaubrücke und der Leo-Wohleb-Brücke in der Dreisam zu baden. Die Stadt Freiburg will Fische schützen, die dort in Kältepools Zuflucht finden. Im Sommer sind diese Pools für Fische ein überlebenswichtiger Rückzugsort. Menschen, die dort baden, vertreiben sie. Außerhalb der Kältepools drohen die Fische zu sterben.
Der städtische Vollzugsdienst werde die Einhaltung des Betretungsverbots kontrollieren, hieß es. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Verbot gilt, sobald der Pegel unter 42 Zentimeter sinkt. Am Donnerstag lag er bei 27 Zentimetern.
Freiburg: Gefälschte Plakate von OB Horn im Umlauf
Gefälschte Hitze-Plakate mit Stadtlogo und Foto von Oberbürgermeister Martin Horn sorgen in Freiburg für Ärger. Die Stadtverwaltung teilte mit, die Plakate seien weder von ihr erstellt noch aufgehängt worden und stünden offenbar im Zusammenhang mit einer politischen Guerilla-Aktion. Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung haben bereits über 100 Plakate entfernt. Die Plakate sind laut Verwaltung mit sehr starkem Kleber angebracht. Das erschwere die Entfernung und beschädige teilweise den Untergrund. Die Stadt prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte. Dabei gehe es unter anderem um die unbefugte Verwendung des städtischen Logos und eines Fotos des Oberbürgermeisters. Politische Botschaften mit scheinbar offiziellem Auftreten der Stadt seien kein neues Phänomen, so die Verwaltung.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind infolge der extrem heißen Woche Ende Juni deutlich mehr Menschen gestorben als bisher angenommen. Das RKI spricht nun von 9.600 Sterbefällen in Deutschland allein Ende Juni. Zuvor hatte das Institut mehr als 5.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. In Deutschland lagen die Temperaturen in diesem Zeitraum vielerorts bei rund 40 Grad. Insgesamt erhöht sich die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle damit auf 11.900. Das sind mehr Fälle als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.
Die Hitze stellt auch für Notaufnahmen eine große Herausforderung dar. Sobald Hitze-Patienten und -Patientinnen da sind, gibt es ein Ziel: Die Körpertemperatur muss runter. "Das Ziel ist immer, 39 Grad zu erreichen, also ein normales Fieber, und die Werte über 40 Grad, über 41 Grad schnellstmöglich zu senken", so Oberarzt Stephan Lorenz. Sein Team setzt bei Hitzefällen zum einen auf simple Methoden wie kalte Lappen. Zum anderen hat das Klinikum aber auch Equipment angeschafft: einen eigenen Kühlschrank voller Beutel mit Flüssigkeit. Über einen Schlauch wird Patientinnen und Patienten die gekühlte Flüssigkeit über die Blase in den Körper gepumpt.
Hinzu kommt: Die meisten Krankenhäuser haben keine Klimaanlagen. Das belastet Menschen, die sich in der Klinik eigentlich von den Folgen der Hitze erholen sollen. Das liegt auch an Gebäuden aus einer Zeit, in denen Klimaanlagen noch keine große Rolle spielten.
Krankenhaus am Limit? So ist es WIRKLICH bei 38 Grad in der Notaufnahme 🥵🚑
Zu wenig und zu warmes Wasser: Fische in der Jagst drohen zu ersticken
Die Jagst bei Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) führt so wenig Wasser wie seit mindestens 40 Jahren nicht mehr. Dazu kommen hohe Wassertemperaturen. Bruno Fischer vom Ortsverein des Naturschutzbunds (NABU) spricht von einer "Katastrophe". An manchen Stellen führt die Jagst weniger als 15 Zentimeter Wasser - das ist gerade so knöcheltief. Lebensraum für Fische geht verloren, das Ökosystem könnte sich auf lange Sicht verändern.
Manche Zuläufe zur Jagst seien inzwischen komplett ausgetrocknet. Das verschärfe die Situation weiter. Dazu kommt: Je weniger Wasser in einem Fluss oder See, desto schneller erhitzt es sich. Das bedeutet: Je wärmer das Wasser wird, desto weniger Sauerstoff kann es binden.
Trotz Hitze in BW bislang weniger Menschen ertrunken als im Vorjahr
Bis Ende Juli sind in Baden-Württemberg 26 Menschen in Flüssen, Seen und Schwimmbädern ums Leben gekommen. Das sind laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zwei Menschen weniger als im gleichen Zeitraum 2025. "Uns haben die Zahlen angesichts des Sommers überrascht", sagte ein Sprecher der DLRG Württemberg zur Zwischenbilanz. Als einen möglichen Grund nannte er den späten Beginn der Sommerferien. Bundesweit war die Zahl im Gegensatz zu Baden-Württemberg höher als im Vorjahr.
Niedrige Wasserpegel - Binnenschiffer sprechen von historischer Situation
In Mannheim stand der Rheinpegel am 4. August 2026 auf einem neuen Tiefpunkt von 82 Zentimetern. Der bisher tiefste gemessene Wert von 85 Zentimetern wurde 2018 gemessen. So eine Situation hatte Schiffsinspektor Denny Kalfier noch nicht in seiner Karriere: "Wir hatten schon niedrige Wasserstände, aber so extrem wie jetzt, kenne ich es noch nicht."
Durch die niedrigen Pegel ist es schwerer, Waren über den Rhein zu transportieren: Die Fahrrinne ist schmäler, Schiffe dürfen nur Bruchteile der normalen Fracht laden. Außerdem dauert es länger, da weniger Wasser langsamer fließt. Vor allem die Unternehmen am südlichen Rhein seien betroffen - dort ist der Fluss laut IW-Ökonom Gerards Iglesias etwas enger als im Norden. Der zweitwichtigste Fluss in Baden-Württemberg, der Neckar, ist zwar weiter uneingeschränkt befahrbar. Aber: Für die meisten Produkte braucht es eine Zufahrt über den Rhein.
Drohender Futtermangel wegen Trockenheit: Vieh wird früher geschlachtet
Für Landwirte in Oberschwaben und im Allgäu spitzt sich die Lage zu: Es droht Futtermangel. Seit Wochen hat es in der Region nicht mehr flächendeckend geregnet. Selbst im Allgäu sieht das Gras auf den Wiesen kümmerlich aus. "Viele Wiesen sind verbrannt. Der Mais wächst nicht mehr", schildert Karl Endriß dem SWR. Endriß ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen.
Unter Hitze und Trockenheit leiden auch die Milchkühe im Allgäu. Gerne suchen sie bei den heißen Temperaturen den Schatten unter den Bäumen auf.
SWRWolfgang Wanner
Viele Bauern verfüttern jetzt schon ihre Vorräte. Deswegen reduzieren manche jetzt ihre Viehbestände und bringen Tiere zum Schlachter. "Es wird gezielt aussortiert", sagt ein Viehhändler, "das ist erst der Anfang". Aber eigentlich ist gerade keine gute Zeit, um Fleisch zu verkaufen: Matthias Ginter, Geschäftsführer vom Schlachthof in Überlingen (Bodenseekreis) erklärt: Es sei heiß, es werde weniger Fleisch gegessen, gleichzeitig komme zusätzlich Fleisch auf den Markt. Die Folge: Die Preise könnten fallen.
Grundwasser geht zurück - über Hälfte der Messtellen unter Normalniveau
Die Messstellen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zeigen rückläufige Grundwasserverhältnisse. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) ist bereits auf niedrigem Niveau. 48 Prozent befinden sich noch im Normalbereich. Nur 7 Prozent zeigen ein stabiles Niveau. Für die Bewertung berücksichtigt die LUBW die aktuelle Situation, setzt sie in Bezug zur bisherigen Entwicklung und erstellt Prognosen. Dabei werden Faktoren wie Bodenfeuchte, meteorologische Daten wie Temperatur und Niederschläge sowie der bisherige saisonale gewässerkundliche Jahresverlauf der Messstellen herangezogen.
Das Umweltministerium geht davon aus, dass aufgrund der aktuellen Wetterlage und -aussichten Grundwasserstände und Quellschüttungen noch weiter zurückgehen werden.
Temperaturen von bis zu 31 Grad - Unwetter in Teilen von BW erwartet
Schirm und Jacke oder Sonnencreme und abgedunkelte Brille? Das ist die Frage. Und tatsächlich hängt die notwendige Ausstattung heute davon ab, wo in Baden-Württemberg man sich befindet. Für die Nordhälfte Baden-Württembergs geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) von einer geringen Regenwahrscheinlichkeit aus. Es ist mit eher heiterem Wetter zu rechnen.
Ganz anders sieht es auf der Alb und südlich davon aus. Hier soll das Wetter laut DWD unbeständiger werden. Bis zum Abend könnten Schauer und Gewitter zunehmen - hin zu einer ähnlichen Intensität wie gestern. Vereinzelt seien heftiger Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter und Hagel nicht ausgeschlossen. Auch Sturmböen mit um die 70 Kilometern pro Stunde seien möglich. Die Temperaturen sollen auf 25 bis 31 Grad steigen, dazu ein schwacher bis mäßiger Wind aus Nordwest.
Zapfen sammeln für einen hitzeresistenteren Nadelwald
Die Douglasie - ein klimaresistenter Tausendsassa unter den Nadelbäumen? Die Douglasie kommt eigentlich aus Nordamerika, wächst aber auch bei uns. Ihre Vorteile: Sie braucht weniger Wasser als andere Nadelbäume. Sie wird - Stand jetzt - kaum von Schädlingen wie dem Borkenkäfer befallen und gilt als vergleichsweise sturmfest. Außerdem wächst sie relativ schnell und braucht weniger Wasser als Laubbäume. Das macht sie für Waldbesitzer attraktiv. Sie stehen zum Beispiel im Wald bei Remchingen (Enzkreis). Bis Ende August ist da Erntezeit.
Die Zapfen werden in 30 bis 40 Metern Höhe von professionellen Baumkletterern gesammelt und in einer Baumschule aufgezogen. Die Setzlinge gehen laut Sarah Zwerenz hauptsächlich in baden-württembergische Wälder und in angrenzende Bundesländer. Käufer seien die Länder und Kommunen, aber auch Privatleute, die Wald besitzen. Zwerenz ist Försterin und für den Wald der Gemeinde Remchingen zuständig. Es gibt durchaus Kritiker der Douglasie, die befürchten, sie könnte heimische Arten verdrängen. Diese Sorge teilt Försterin Sarah Zwerenz nicht.
Fast ganz Baden-Württemberg von Niedrigwasser betroffen
In BW gibt es laut Umweltministerium Gebiete, die durch ihre Geologie besonders schnell auf Trockenheit reagierten, wie beispielsweise Teile des Schwarzwalds. Niedrigwasser habe aber eine Besonderheit: Es trete großräumig auf. Die Trockenheit habe sich mittlerweile sogar so weit ausgebreitet und sei so weit fortgeschritten, "dass wir derzeit landesweit und in nahezu allen Gewässern Niedrigwasser sehen", schreibt das Umweltministerium.
Die Lage sei durchaus kritisch. Die Natur leide stark, Kleingewässer und Randbereiche von Flüssen, also wichtige Auen-Ökosysteme würden austrocknen, so das Ministerium.
Nach Unwetter über Bodensee: Von Boot gestürzte Frau tot aufgefunden
Eine 65-jährige Frau ist auf dem Bodensee über Bord gegangen und wurde nun laut Polizei tot geborgen. Am Mittwochabend war sie mit ihrem 68-jährigen Mann mit einem Motorboot auf dem Bodensee unterwegs gewesen. Laut Polizei hatten sich die beiden wegen eines aufziehenden Gewitters auf den Weg in Richtung Heimathafen gemacht. Durch starken Seegang und heftigen Regen soll die Frau dann vom Motorboot gefallen sein. Daraufhin habe ihr Mann einen Notruf abgesetzt. Dieser löste eine internationale Suchaktion mit 200 Einsatzkräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. In der Nacht musste die Suche unterbrochen werden, am Morgen wurde sie schließlich tot geborgen.
Umweltministerium: Historisches Wasserdefizit in BW
Laut Angaben des Umweltministeriums ist die klimatische Wasserbilanz in Baden-Württemberg Anfang August so niedrig wie nie zuvor - ein historisches Wasserdefizit. Vergleichswerte sind sämtliche vorliegenden Daten seit 1991. Doch warum gibt es so wenig Wasser in diesem Jahr? Der Grund: Es ist deutlich mehr Wasser verdunstet, als durch Regen nachgekommen ist. Das hat drastische Folgen: Im Land melden 59 Prozent der Pegel des Niedrigwasser-Informationszentrums extrem niedrige Wasserstände, 28 Prozent sehr niedrige.
Niedrigwasser im Rhein: Bundesverkehrsminister Bilger warnt vor Engpässen
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat seinen ersten Krisengipfel einberufen. Das Thema: der niedrige Wasserpegel des Rheins. Noch gebe es keine Engpäsee, die Gefahr drohe aber definitiv, macht Bilger gegenüber der "Bild" klar. Am Donnerstag trifft sich Bilger unter anderem mit Vertretern von Unternehmen und Logistikverbänden in Bonn.
Entlang der Autobahn 6 in Fahrtrichtung Norden musste am Mittwoch laut Polizei eine Vielzahl kleinerer Brände gelöscht werden. Durch die starke Rauchentwicklung sei der Verkehr in Fahrtrichtung Norden kurzfristig zum Erliegen gekommen, sodass sich der Verkehr bis hinter das Kreuz Mannheim zurückstaute, so die Polizei. Die einzelnen Brände konnten den Angaben zufolge aber schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Aufgrund der vorgefundenen Spurenlage sei eine vermeintliche Ursache festgestellt worden: Im weiteren Verlauf der A6 stand laut Polizei ein Pannen-Lkw auf dem Standstreifen. Dieser habe einen Reifenschaden gehabt und sei offenbar mehrere Kilometer mit einem beschädigten Reifen gefahren. Die Ermittlungen zu dem Vorfall habe nun der Verkehrsdienst Mannheim aufgenommen.