In einem Abschnitt der Dreisam gilt ab Freitag ein Bade- und Betretungsverbot. Die Stadt Freiburg hat jetzt eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Zum Schutz der Fische in der Dreisam ist es demnach vorläufig untersagt, den Fluss im Bereich zwischen der Oberaubrücke und der Leo-Wohleb-Brücke zu betreten. Wie die Stadt mitteilte, ist das Verbot an den Pegelstand gekoppelt. Es greift immer dann, wenn der Pegel bei Freiburg-Ebnet - wie aktuell - unter die 42-Zentimeter-Marke fällt. Am Donnerstag lag er bei 27 Zentimetern.
Niedriger Fluss-Pegel bedroht Fische: Stadt zieht die Notbremse
Anfang der Woche hatte es von der Stadt noch geheißen, ein Badeverbot komme wohl erst kommendes Jahr. Jetzt haben das Regierungspräsidium Freiburg und die Stadt doch anders entschieden. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Der Wasserpegel sei zu niedrig, die Fische seien in Gefahr. "Die Kaltwasserpools auf Höhe der Brauerei Ganter sind einige der letzten Rückzugsorte für die geschwächten Fische", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Hinweisschilder werden von Badenden ignoriert Fische im Hitzestress: Gilt in der Dreisam an manchen Stellen bald ein Badeverbot?
Schilder an der Dreisam sollen Menschen davon abhalten, in extra für Fische ausgehobenen Kaltwasserbecken zu baden. Doch viele machen es trotzdem. Kommt jetzt ein Badeverbot?
Viele Menschen baden trotz Appellen in Kältepools
Noch in dieser Woche glich die Dreisam auf diesem innenstadtnahen Abschnitt einem Freibad: Bei über 30 Grad im Schatten reihten sich am Ufer die Handtücher. Im Fluss planschten fröhlich einige Kinder. Auch in einem mit Baumstämmen abgegrenzten V-förmigen Becken. Davon gibt es in diesem Bereich mehrere - sie bilden einen Schutz für die dahinter liegenden Kaltwasserpools für die Fische.
Genau das soll das Badeverbot in Zukunft verhindern. Denn diese Becken gehören zu den insgesamt 15 Kaltwasserpools in der Dreisam. Im Sommer, wenn die Dreisam durch anhaltende Trockenheit immer niedriger und dadurch auch heißer wird, sind diese Pools für Fische ein überlebenswichtiger Rückzugsort. Menschen, die dort baden, vertreiben sie. Außerhalb der Kältepools drohen die Fische zu sterben. Bei Niedrigwasser und Wassertemperaturen von bis zu 30 Grad können sie kaum überleben.
Mitte Juli hatten die Behörden auf dem etwa 300 Meter langen Abschnitt zusätzliche Informationsschilder am Ufer und im Wasser aufgestellt, um auf die Gefahr für Fische aufmerksam zu machen. Sie wurden von einigen aber offenkundig nicht beachtet.
Verbot an Wasserpegel gekoppelt - Stadt will kontrollieren
Die Allgemeinverfügung soll nun dauerhaft bestehen. Der städtische Vollzugsdienst werde die Einhaltung des Betretungsverbots kontrollieren, hieß es. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Verbot gilt, sobald der Pegel unter 42 Zentimeter sinkt. Der aktuelle Pegelstand ist auf der Internetseite der Hochwasservorsorgezentrale Baden Württemberg unter oder telefonisch unter 0761/65049 abrufbar.