Verbot der Stadt Freiburg an Pegelstand gekoppelt

Zum Schutz der Fische: In diesem Abschnitt der Dreisam ist Baden vorläufig verboten

Wegen des niedrigen Pegels ist es ab Freitag verboten, in einem Abschnitt der Dreisam in Freiburg zu baden. Die Stadt will Fische schützen, die dort in Kältepools Zuflucht finden.

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Von Autor/in Paulina Flad

In einem Abschnitt der Dreisam gilt ab Freitag ein Bade- und Betretungsverbot. Die Stadt Freiburg hat jetzt eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Zum Schutz der Fische in der Dreisam ist es demnach vorläufig untersagt, den Fluss im Bereich zwischen der Oberaubrücke und der Leo-Wohleb-Brücke zu betreten. Wie die Stadt mitteilte, ist das Verbot an den Pegelstand gekoppelt. Es greift immer dann, wenn der Pegel bei Freiburg-Ebnet - wie aktuell - unter die 42-Zentimeter-Marke fällt. Am Donnerstag lag er bei 27 Zentimetern.

Niedriger Fluss-Pegel bedroht Fische: Stadt zieht die Notbremse

Anfang der Woche hatte es von der Stadt noch geheißen, ein Badeverbot komme wohl erst kommendes Jahr. Jetzt haben das Regierungspräsidium Freiburg und die Stadt doch anders entschieden. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Der Wasserpegel sei zu niedrig, die Fische seien in Gefahr. "Die Kaltwasserpools auf Höhe der Brauerei Ganter sind einige der letzten Rückzugsorte für die geschwächten Fische", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

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Noch in dieser Woche glich die Dreisam auf diesem innenstadtnahen Abschnitt einem Freibad: Bei über 30 Grad im Schatten reihten sich am Ufer die Handtücher. Im Fluss planschten fröhlich einige Kinder. Auch in einem mit Baumstämmen abgegrenzten V-förmigen Becken. Davon gibt es in diesem Bereich mehrere - sie bilden einen Schutz für die dahinter liegenden Kaltwasserpools für die Fische.

Die Dreisam bei der Brauerei Ganter in Freiburg. Obwohl die Stadt appelliert hier nicht baden zu gehen, sind an einem Sommertag Anfang August einige Menschen genau dort im Wasser.
Trotz Appell, nicht in der Dreisam bei der Brauerei Ganter baden zu gehen, kühlen sich viele Menschen genau dort ab. Paulina Flad

Genau das soll das Badeverbot in Zukunft verhindern. Denn diese Becken gehören zu den insgesamt 15 Kaltwasserpools in der Dreisam. Im Sommer, wenn die Dreisam durch anhaltende Trockenheit immer niedriger und dadurch auch heißer wird, sind diese Pools für Fische ein überlebenswichtiger Rückzugsort. Menschen, die dort baden, vertreiben sie. Außerhalb der Kältepools drohen die Fische zu sterben. Bei Niedrigwasser und Wassertemperaturen von bis zu 30 Grad können sie kaum überleben.

Ein Kältepool in der Dreisam bei der Brauerei Ganter in Freiburg. Hier kommen die Fische hin, wenn die Dreisam im Sommer zu niedrig und heiß wird.
Ein Kältepool in der Dreisam bei der Brauerei Ganter in Freiburg. Hier kommen die Fische hin, wenn die Dreisam im Sommer zu niedrig und heiß wird. Paulina Flad

Mitte Juli hatten die Behörden auf dem etwa 300 Meter langen Abschnitt zusätzliche Informationsschilder am Ufer und im Wasser aufgestellt, um auf die Gefahr für Fische aufmerksam zu machen. Sie wurden von einigen aber offenkundig nicht beachtet.

Verbot an Wasserpegel gekoppelt - Stadt will kontrollieren

Die Allgemeinverfügung soll nun dauerhaft bestehen. Der städtische Vollzugsdienst werde die Einhaltung des Betretungsverbots kontrollieren, hieß es. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Verbot gilt, sobald der Pegel unter 42 Zentimeter sinkt. Der aktuelle Pegelstand ist auf der Internetseite der Hochwasservorsorgezentrale Baden Württemberg unter oder telefonisch unter 0761/65049 abrufbar.

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