Trotz Rekordhitze und vieler Badegäste an Flüssen, Seen und in Schwimmbädern sind bis Ende Juli in Baden-Württemberg etwas weniger Menschen ertrunken als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Württemberg kamen im Land 26 Männer, Frauen und Kinder ums Leben - 2 weniger als im gleichen Zeitraum 2025.
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Nach einem leichten Rückgang kommt die Hitze am Wochenende zurück. Der fehlende Regen macht sich vielerorts bemerkbar. Alle Hintergründe im Liveblog.
DLRG überrascht über Zahl der tödlichen Badeunfälle
"Uns haben die Zahlen angesichts des Sommers überrascht", sagte ein Sprecher der DLRG Württemberg zur Zwischenbilanz. "Aber wir machen den Rückgang auch an der Prävention fest." Als weiteren möglichen Grund nannte er den späten Start der Sommerferien.
Bundesweit sind laut DLRG bis einschließlich Juli mindestens 261 Menschen in den Gewässern ums Leben gekommen. Das sind nach aktuellem Stand bereits 15 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Heißer Juni mit den meisten Ertrunkenen seit 25 Jahren in BW
Der Blick auf die Statistik verrät: An der Hitze liegt der Rückgang der Zahl der Badetoten in Baden-Württemberg nicht, denn die extremen Temperaturen hatten durchaus ihre Folgen. Vor allem im Monat Juni konnte die Lust auf das kühle Nass in diesem Jahr lebensgefährlich sein. Allein im Juni ertranken in Baden-Württemberg 13 Menschen - so viele wie in keinem anderen Juni seit 25 Jahren im Land.
Auch im Vergleich zum Juni des Vorjahres war das eine alarmierende Zahl: Damals ertranken laut DLRG 7 Menschen - etwa halb so viele. Die Präsidentin des DLRG Bundesverbands, Ute Vogt, spricht von einem auch bundesweit "dramatischen Anstieg" im Juni.
Badeunfälle: Risiken unterschätzt
Vor allem im Sommer wird aus Sicht der DLRG das Risiko bei schwüler Hitze oder strahlendem Sonnenschein immer wieder unterschätzt. Besonders gefährlich könne das für Menschen sein, die sich überschätzen oder die nicht oder nur unsicher schwimmen, die angetrunken ins Wasser gehen oder unter dem Einfluss anderer Drogen stehen. "Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen, aber das Leben zu verlieren", warnte Vogt.
Mehr junge Menschen unter den Todesopfern
Gefährdet ist laut DLRG vor allem die Gruppe junger Menschen im Alter zwischen 21 und 30. Im gesamten vergangenen Jahr ertranken in Baden-Württemberg 43 Menschen in Flüssen, Bädern oder Seen. In den meisten Altersklassen gingen die Zahlen zurück, bei den 21- bis 30-Jährigen verdoppelte sie sich.
6 Menschen zwischen 21 und 30 kamen bislang in diesem Jahr in Baden-Württemberg beim Baden ums Leben, einer mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten waren männlich. 6 Todesopfer waren älter als 70 Jahre, ebenfalls einer mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei älteren Schwimmern seien immer wieder gesundheitliche Vorerkrankungen ursächlich für Badeunfälle, aber auch Selbstüberschätzung und unzureichende Vorsicht.
Sieben Badetote an einem Wochenende in BW Badeunfälle: Warum ertrinken mehr Männer als Frauen?
An nur einem Wochenende sind im Juni sieben Menschen bei Badeunfällen in BW gestorben. Warum Männer an Seen und Flüssen häufiger ertrinken als Frauen, erklären DLRG und ein Psychologe.
Meiste Todesfälle beim Baden laut DLRG an Seen
Die meisten Todesfälle gab es erneut an Seen. Dort starben seit Jahresbeginn in Baden-Württemberg 14 Menschen, 4 mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings werden Seen auch besonders häufig zum Baden genutzt. In Flüssen sank die Zahl dagegen deutlich von 13 auf 6. In Schwimmbädern blieb sie mit 3 Toten unverändert.
Tödliche Badeunfälle: Auch Kinder betroffen
Angesichts von bundesweit 8 toten Kindern im Alter bis zehn Jahren sprach Vogt von häufigen Momenten der Unachtsamkeit der Eltern. Nach wie vor lernten außerdem zu wenig Kinder das Schwimmen. Das sieht der DLRG Württemberg ähnlich.
"Es gibt immer weniger Wasserflächen, um auszubilden", sagte ihr Sprecher Bastian Hess. In Schulen gebe es auch zunehmend weniger Schwimmunterricht, Kinder lernten immer später oder gar nicht schwimmen. "Unsere Kurse sind brechend voll", sagte Hess. "Wir haben lange Wartelisten und teils jahrelange Wartezeiten."
Unglücke in Bodensee und Neckar sorgen für Aufmerksamkeit
Zuletzt hatten mehrere Unglücke in Seen und Flüssen in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt. Am Freiburger Moosweiher haben Passanten am Wochenende laut Polizei drei Nichtschwimmerinnen aus dem Wasser gerettet. Bei Elzach (Kreis Emmendingen) wurde eine Seniorin dank Hubschrauber-Suche vor dem Ertrinken bewahrt.
Ebenfalls am Wochenende hat die Polizei in Heilbronn die Leiche eines älteren Mannes aus dem Neckar geborgen. Am Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) ist Ende Juli ein Mann ums Leben gekommen. Ende Juni waren nach stundenlanger Suche zudem die Leichen von zwei älteren Männern im Bodensee gefunden worden.