Sie sind ein echter Hit: Seit 2012 dürfen Landkreise und kreisfreie Städte sogenannte "Heimatkennzeichen" anbieten. Gemeint sind damit zusätzliche Buchstabenkombinationen auf den Nummernschildern. Mit den neuen Kennzeichen soll die Verbundenheit zur Heimat gestärkt werden.
Mit vollem Erfolg: Fast sieben Millionen Fahrzeuge wurden bundesweit seitdem mit den neuen Heimatkennzeichen zugelassen. Das zeigt die aktuelle Studie des Touristik-Professors Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn. Laut Bochert übertreffen die Zahlen sogar seine eigenen, "optimistischen" Erwartungen von nun mehr als zehn Jahren.
Das kleine Glück, das bereits siebenmillionenfach besteht, lässt sich sehr leicht steigern, ohne dabei zusätzliche Kosten zu verursachen.
Heimatkennzeichen stärken Stadtmarketing
Die Kennzeichen dienen als Werkzeug, das jeweilige Stadtmarketing zu stärken und eine tiefere Heimatverbundenheit zu schaffen. Denn laut den Städten können solche Nummernschilder ähnlich wie Wappen oder Logos funktionieren und entsprechende Assoziationen auslösen. "Städte mit einem eigenen Kennzeichen werden als relevanter wahrgenommen", sagt Bochert im SWR-Interview.
Es sei nicht zu unterschätzen, wie wichtig dieser Identitätsbezug vielen Menschen ist, so der Heilbronner Professor. Außerdem funktioniere das Angebot ganz ohne Mehraufwand: "Das kleine Glück, das bereits siebenmillionenfach besteht, lässt sich sehr leicht steigern, ohne dabei zusätzliche Kosten zu verursachen." Bochert habe in einigen Befragungen sogar festgestellt, dass die Menschen im Schnitt rund zehn Euro für das Kennzeichen zahlen würden. Es entstehe also ein Wert.
Auf Vorschlag des Bundesrats: Bald noch mehr Heimatkennzeichen?
Das Konzept überzeugt: In bisher über 330 Fällen wurden Heimatkennzeichen eingeführt. Jetzt hat der Bundesrat auch einen Entschließungsantrag für neue Kennzeichen verabschiedet. Die Zustimmung der Bundesregierung steht noch aus. Bochert hat etwas Ähnliches vorgeschlagen. Damit könnten weitere Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihre eigenen Heimatkennzeichen bekommen.
Altkennzeichen sorgen für Nostalgie und Heimatverbundenheit
Bis jetzt handelt es sich bei den Heimatkennzeichen nur um "Altkennzeichen". Das sind Nummernschilder mit Ortskennungen, die seit den 70er-Jahren ursprünglich abgeschafft und jetzt teilweise reaktiviert wurden. Eigentlich sei man davon ausgegangen, dass diese Wiedereinführung vor allem eine nostalgisch geprägte Zielgruppe anspricht. Heute zeigen sie bei weitaus mehr Menschen große Beliebtheit.
In Baden-Württemberg ist das Nürtinger Altkennzeichen mit "NT" am beliebtesten. Unter den Top fünf befindet sich außerdem auch das Crailsheimer Ortskürzel "CR" mit über 57.000 Zulassungen. Mit der neuen, von den Bundesländern unterstützten Regelung, könnten unter anderem "EPP" für Eppingen und "RAP" für Bad Rappenau (beides Kreis Heilbronn) eingeführt werden.