Liveblog zur Hitze in Baden-Württemberg

Sonnenschein bringt Hitze am Samstag zurück, Gemeinden warnen vor Wasserknappheit, Landstraße wegen Hitze gesperrt

Die anhaltende Trockenheit belastet die Landwirte. Auch am Wochenende bleibt Regen eine Seltenheit, die Hitze kommt wieder zurück. Alle Entwicklungen rund ums aktuelle Wetter im Liveblog.

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Stand

Warnung vor schwerem Gewitter in BW

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Freitagabend in Teilen Baden-Württembergs vor starkem Gewitter. Betroffen ist der Regierungsbezirk Stuttgart, der Regierungsbezirk Karlsruhe und der Regierungsbezirk Freiburg. Die Warnung gilt demnach bis 20:45 Uhr. Es könne zu Blitzeinschlag kommen. Außerdem bestehe eine große Gefahr durch umstürzende Bäume oder Hochspannungsleitungen und rasche Überflutungen von Straßen sowie Kellern.

Dunkle Gewitterwolken ziehen bei einem Gewitter am Abend über dem Großraum Ulm auf.
Dunkle Gewitterwolken ziehen bei einem Gewitter am Abend über dem Großraum Ulm auf. Dabei blitzt es in der Ferne. picture alliance/dpa/onw-images | Simon Zeiher

Hitze-Bus hilft Obdachlosen in Ulm

Um obdachlosen Menschen bei den hohen Temperaturen zu helfen, fährt der Hitzebus des Deutschen Roten Kreuzes bei über 30 Grad täglich durch Ulm. Zwei Stunden lang versorgt er bei starker Hitze die Menschen mit Wasser, Obst, Sonnencreme und Hygieneartikel. Hitzebus-Leiter Stefan Brandt trifft dabei oft dehydrierte Menschen an. Das liege unter anderem daran, dass viele, die auf der Straße leben, zu wenig trinken. Ein Grund dafür sei, dass der Zugang zu Toiletten oft schwierig ist. Deswegen würden sie häufig den Konsum von Wasser reduzieren, was zur Dehydrierung führe.

Hitze und Wasserentnahmeverbot erschweren Rasenpflege bei Fußballvereinen

Die anhaltende Hitze und ein Wasserentnahmeverbot aus Flüssen und Bächen stellen Fußballvereine in der Region Heilbronn vor große Herausforderungen bei der Rasenpflege. Viele Vereine müssen inzwischen auf kreative Lösungen zurückgreifen. In Möckmühl (Kreis Heilbronn) habe man zum Beispiel rund 500 Kubikmeter Wasser im Hallenbad, das für Reinigungsarbeiten abgelassen worden sei, über Schläuche zum Sportplatz gepumpt. Im Sportpark Schwäbisch Hall sollen derzeit noch Reserven aus einem Auffangbecken mit Wasser aus dem Fluss Kocher helfen. Beim SV Königshofen (Main-Tauber-Kreis) sei die Bewässerung vor allem eine Kostenfrage: Das freie Jahreskontingent von 1.200 Kubikmetern Wasser pro Platz soll schon ausgeschöpft sein. Jede weitere Bewässerung würde den Verein rund 250 Euro kosten. Auch der FV Lauda (Main-Tauber-Kreis) sei inzwischen betroffen. Seit der letzten Juli-Woche darf dort kein Wasser mehr aus der Tauber entnommen werden.

Mit Klimaanlagen Senioren , Kranke und Kinder schützen

In Südeuropa setzen viele Haushalte mittlerweile auf technische Kühlung. Hierzulande waren Klimaanlagen bisher eher die Ausnahme. Tatsächlich haben Klimaanlagen einen hohen Energiebedarf. Zudem geben sie Wärme nach außen ab, was in dicht bebauten Wohngegenden mit vielen Klimaanlagen zu zusätzlicher Aufheizung führen kann. Trotzdem halten Fachleute es für sinnvoll, Klimaanlagen in Zukunft an bestimmten Orten einzusetzen. Am wenigsten umstritten sind dabei Gebäude, in denen sich Menschen aufhalten, für die Hitze besonders schnell zu einer Gefahr für die Gesundheit wird - wie Seniorenheime, Kindertagesstätten oder Krankenhäuser. Aber auch zum Beispiel Klassenzimmer.

Baden-Württemberg

Kampf gegen immer mehr Hitze Wann Fachleute zu Klimaanlagen raten - und wann nicht

Nach mehreren Hitzetagen ist die Nachfrage nach Klimaanlagen groß. Experten sehen Probleme - und empfehlen die Geräte in bestimmten Fällen trotzdem.

Zu hohes Waldbrandrisiko: Mehrere Feste sagen Feuerwerke ab

Wegen der akut hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg sagen mehrere Feste ihre Feuerwerke ab. So unter anderem das Seenachtsfest in Schluchsee (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Das Fest in der Gemeinde, die am gleichnamigen See liegt, erwartet am Wochenende tausende Gäste. Auch die Stadt Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) sagte das Feuerwerk beim Sommernachtsfest am Waldsee dieses Wochenende ab. In den vergangenen Tagen und Wochen sei es in der Gemarkung Murrhardt und im Rems-Murr-Kreis wiederholt zu Bränden auf Wiesen und in Waldstücken gekommen.

Hitze und Trockenheit: Auswirkungen von Rheinschifffahrt bis Straßenbahnschienen

Nicht nur in Baden-Württemberg, an vielen Orten in Deutschland ist es gerade heiß.Und auch trocken ist es vielerorts schon so lange, dass die Auswirkungen teils gravierend sind. Das zeigt sich unter anderem am Rheinpegel bei Kaub in Rheinland Pfalz, der sein Rekordtief von 2018 erreicht hat:

Zu wenig Heu: Landwirt fürchtet um Futter für seine Kühe

Hitze und Trockenheit sorgen im Raum Heilbronn für verdorrte Wiesen und weniger Futter. Betroffen ist unter anderem der Demeter-Hof von Rainer Kubach in Langenbrettach (Kreis Heilbronn). In dem Heumilchbetrieb werden 80 Milchkühe gehalten. Gärfutter wie Silage darf er am Heumilchbetrieb nicht verfüttern, Heu zukaufen aus Regionen mit mehr Regen ist teuer. Kubach verfüttert deshalb schon jetzt Futter, das eigentlich für den Winter gedacht war. Und er wappnet sich für den Ernstfall. Wenn es nicht bald ausgiebig regnet, rechnet er damit fünf bis zehn Tiere mit geringerer Milchleistung zum Schlachter bringen zu müsssen.

Wetter am Freitag: Etwas weniger heiß und Gewitterrisiko

Der heutige Freitag ist überwiegend freundlich oder mit ein paar Schauern und Gewittern gestartet. Die brachten etwas Abkühlung nach der Rekordhitze gestern. Im Tagesverlauf vom Bergland ausgehend mehr Wolken und ansteigendes Gewitterrisiko. Laut jüngster DWD-Prognose vom Vormittag sind örtlich Gewitter mit schweren Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde, Hagel mit Korngrößen um 2 Zentimeter und Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter möglich, vereinzelt auch bis 40 Liter. Die Höchstwerte liegen heute bei 29 bis 35 Grad.

Waldbrandrisiko steigt durch Klimawandel erheblich

Das Forschungsnetzwerk World Weather Attribution (WWA) kommt in seiner neuesten Studie zu einem klaren Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit für Wetter, das Waldbrände wie die aktuell in Südeuropa begünstigt, ist durch den Klimawandel deutlich gestiegen - in Südwestfrankreich mindestens auf das Doppelte, in Teilen Spaniens sogar auf mindestens das Zwanzigfache:

Studie zu Feuerwetter Welche Rolle spielt der Klimawandel bei Waldbränden?

Hunderttausende Hektar sind seit Jahresbeginn in Europa verbrannt - und die Flammen wüten weiter. Eine neue Studie kommt zu dem Schluss: Der Klimawandel erhöht das Risiko für Wald…

Hohe Waldbrandgefahr: Schlossbergfest am Freitag abgesagt

Das Schlossbergfestival in Freiburg wird heute nicht stattfinden. Die Veranstalter teilen auf ihrer Webseite mit, dass sie behördlich verpflichtet seien, den ersten Abend des Festes abzusagen. Grund dafür sei die aktuell geltende Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst stuft das Gebiet auf Stufe 5 ein, also die höchste Gefahrenstufe. Ab morgen soll die Veranstaltung wieder regulär stattfinden, denn es ist Regen angekündigt.

Stichprobe: Halten sich die Menschen an Grillverbote?

Wegen anhaltender Trockenheit und Brandgefahr gelten nicht nur in Wäldern Grillverbote. Auch einige Städte haben solche Verbote verhängt, um Brände zu verhindern. Wir wollten wissen, ob sich die Menschen, wo ein Verbot gilt, auch daran halten und haben stichprobenartig nachgefragt. In Freiburg beispielsweise gab es im vergangenen Jahr 16 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen das Grillverbot an verschiedenen Grillstellen an der Dreisam. In diesem Jahr seien es bislang 10 Verfahren. Der Großteil der Menschen handele sehr vernünftig, so ein Sprecher der Stadt. Die Bußgelder liegen bei 50 bis 250 Euro, je nachdem, ob ein Schaden entstanden ist. In Stuttgart, teilt uns die Stadt mit, seien Bußgelder nur in Einzelfällen erforderlich gewesen. Bei 80 Prozent der Kontrollen habe es keine Beanstandungen gegeben. Der übrigen Kontrollierten hätten sich einsichtig gezeigt, meist aus Unwissenheit gegen das Verbot verstoßen und das Grillen umgehend eingestellt. Nur in wenigen Einzelfällen habe ein Bußgeld verhängt werden müssen, so die Stadtverwaltung.

Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf den Südwesten haben wir im SWR Extra beleuchtet:

Sturmschäden im Main-Tauber-Kreis

Ein Gewitter hat am Donnerstagnachmittag in Teilen der Region Heilbronn-Franken für mehrere Feuerwehreinsätze gesorgt. Vor allem im Hohenlohekreis und im Main-Tauber-Kreis stürzten Bäume auf Straßen und Bahngleise. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Heilbronn gab es in dessen Zuständigkeitsbereich insgesamt 13 Einsätze.

Waldbrandgefahr im Land bleibt hoch

Auch wenn der ein oder andere Gewitterregen vom Himmel kommt, es ist und bleibt heiß und trocken in Baden-Württemberg. Das zeigt auch der Blick auf unsere Karte zur aktuellen Waldbrandgefahr mit Daten des Deutschen Wetterdienstes. Heute und am Wochenende bewegen sich die Werte fast überall zwischen mittlerer und sehr hoher Gefahr. Vor allem im Südwesten zwischen Freiburg und Rheinfelden dominieren die dunkelroten und braunen Punkte. In den Wäldern im Land gilt seit März und noch bis Ende Oktober ein Rauchverbot, Grillen ist nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt, manche Landkreise haben auch das verboten. Warum Baden-Württemberg bei der Bekämpfung möglicher Wald- und Flächenbrände auf Hubschrauber statt Löschflugzeuge wie etwa Frankreich setzt, erfahrt ihr hier.

So sind beispielsweise Stuttgart, der Schönbuch und der Schwäbische Wald auf mögliche Brände vorbereitet:

Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert

Politiker verschiedener Parteien fordern einen besseren Hitzeschutz. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) drängt zu schnellen Maßnahmen: "Jetzt kommt es drauf an zu retten, was noch zu retten ist", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Es geht um Tausende Menschenleben." Der Bundestagsabgeordnete forderte "die Einführung von Hitzeportalen, auf denen Menschen sich über Hitze und Maßnahmen dagegen informieren können". Zudem brauche es Wassersprühanlagen, Kälteräume und Hitzetelefone. Mit letzteren könne gezielt bei gefährdeten Menschen nachgefragt werden, ob sie genug trinken oder es ein medizinisches Problem gibt. Die Linken-Fraktion im Bundestag betonte am Donnerstag, wie gefährlich Hitzewellen vor allem für pflegebedürftige Menschen sind - und forderte Pflegeheime hitzefest zu machen. Auch der Deutsche Städtetag will mehr Geld von den Bundesländern und dem Bund für die Anpassung an den Klimawandel insgesamt.

SWR Extra zur aktuellen Hitzewelle

Heute gab es bei uns im SWR eine Extra-Sendung zur aktuellen Hitzewelle und ihren Auswirkungen im Land. Was machen Temperaturen weit über 30 Grad mit uns Menschen und der Natur? Die ganze Sendung dazu könnt ihr jetzt noch hier nachschauen:

40,2 Grad: Vorläufiger Hitzerkord im Juli gemessen

Am Donnerstag wurden in Ohlsbach im Ortenaukreis 40,2 Grad gemessen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Abend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zudem seien in Rheinfelden (Baden) im Landkreis Lörrach 40 Grad gemessen worden. Es handelt sich um vorläufige Daten. Als bisherigen Juli-Rekordwert für Baden-Württemberg gibt der DWD 39,8 Grad an - gemessen am 25. Juli 2019 an der Station Waghäusel-Kirrlach (Landkreis Karlsruhe). Zwar wurden am 20. Juli 2022 in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) sogar 40,3 Grad gemessen. Dieser Wert war den DWD-Angaben aber nur für eine sehr lokale Umgebung repräsentativ. 

Flächenbrand bei Hügelsheim gelöscht

Die Feuerwehr hat am Mittwochnachmittag mit 50 Einsatzkräften einen Flächenbrand bei Hügelsheim (Kreis Rastatt) bekämpft. Zunächst brannten laut Feuerwehr etwa zwei Hektar abgeerntete Ackerflächen. Der starke Wind habe die Flammen dann auch in den angrenzenden Wald getrieben. Allerdings konnte die Feuerwehr hier die Ausbreitung verhindern. Ein Hubschrauber beobachtete aus der Luft die Ausbreitung der Flammen. Bis in den Abend hinein fanden noch Nachlöscharbeiten statt.

Extreme Hitze führt zu Ernteausfällen bei Getreide

Die extreme Hitze hat zu Ernteausfällen beim Getreide geführt. Auch in Zukunft müsse die Landwirtschaft mit immer stärkeren Schwankungen beim Wetter zurechtkommen, so die Einschätzung des Vorsitzenden des Bauernverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems, Jürgen Maurer. "Ich denke, dass zukünftig die Witterungsperioden sehr starken Schwankungen ausgesetzt sind. Das bringt dann mit sich, dass wir entweder Regenperioden bekommen, die über mehrere Wochen gehen, oder so eine Hitzeperiode", so Maurer. Um sich auf diese Schwankungen einzustellen, brauche es mehr Flexibilität bei der Bodenbearbeitung und beim Düngen, führt er weiter aus.

Nur 2006 noch wärmer und sonniger in BW: So sieht die Wetterbilanz für den Juli aus

Fast so sonnig und warm wie vor 20 Jahren: Der Juli hat in diesem Jahr in Baden-Württemberg seinem Ruf als Sommermonat laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) alle Ehre gemacht. Nur einmal zuvor - im Jahr 2006 - sei es seit Beginn der Messungen sonniger und wärmer gewesen. Nach vorläufigen DWD-Zahlen kamen in diesem Monat in Baden-Württemberg rund 327 Sonnenstunden zusammen - und damit fast 100 Stunden mehr als im Mittel der Referenzperiode von 1961 bis 1990 (229 Stunden). Mit 21,4 Grad sei es zudem außergewöhnlich warm - im Durchschnitt sonst 17,1 Grad - gewesen.

Mit rund 34 Litern Niederschlag pro Quadratmeter sei es ungewöhnlich trocken gewesen, erklärten die Fachleute. Vor allem im Bereich der Hohenloher Ebene seien teilweise weniger als 10 Liter auf den Quadratmeter gefallen, heißt es in einer Mitteilung. Aber auch das andere Extrem spielte sich in BW ab: Bei einem unwetterartigen Gewitter sei am 15. Juli an einer Messstation in Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) mit 81 Litern je Quadratmeter die deutschlandweit höchste Niederschlagssumme an einem Tag gefallen.

Feuer auf Friesenheimer Insel: Einsatz zwischenzeitlich beendet

Nach dem großflächigen Vegetationsbrand auf der Friesenheimer Insel in Mannheim wurde der Einsatz zwischenzeitlich beendet. Der Flächenbrand war am Sonntagnachmittag ausgebrochen und hatte sich durch starke Winde und Trockenheit schnell ausgebreitet. Einen Brand in dieser Größenordnung gab es zuletzt im Jahr 1976 in Mannheim. Damals brannten große Teile des Käfertaler Walds.

Laut Stadt Mannheim haben sich in den vergangen vier Tagen bis zu 1.000 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt. Fünf von ihnen zogen sich leichte Verletzungen zu, so ein Feuerwehrsprecher, mittlerweile seien alle wieder wohlauf. Die Feuerwehr kontrolliert die Fläche auf der Friesenheimer Insel auch in den kommenden Tagen weiter.

Mannheim

Feuer auf der Friesenheimer Insel Mannheims größter Vegetationsbrand seit den 1970er Jahren

Das Feuer auf der Friesenheimer Insel war laut Feuerwehr einer der größten Brände der letzten Jahre. Bis zu 1.000 Einsatzkräfte waren beteiligt.

Nach Feuer in Riegel am Kaiserstuhl: Hitze erschwert Löscharbeiten

In Riegel am Kaiserstuhl (Kreis Emmendingen) laufen nach wie vor Nachlöscharbeiten an einer Lagerhalle. In der Nacht war die Halle aus bislang unbekannten Gründen abgebrannt, die Polizei schätzt den Schaden auf rund 10 Millionen Euro. Rund 60 Feuerwehrleute sollen heute den ganzen Tag noch im Einsatz bleiben, sagte der Emmendinger Kreisbrandmeister Christian Leiberich dem SWR.

Das heiße Wetter macht die körperliche Arbeit für die Einsatzkräfte noch schwerer, so Leiberich. Sie würden vor Ort vom Deutschen Roten Kreuz versorgt und regelmäßige Pausen zum Trinken und Abkühlen einlegen. In der Nacht waren über 300 Feuerwehrleute aus dem ganzen Landkreis in Riegel im Einsatz.

Niedrigwasser im Rhein: Frau findet beim Gassigehen Handgranate

Ungewöhnlicher Vorfall bei Altlußheim (Rhein-Neckar-Kreis): Der niedrige Wasserstand am Rhein hat im dortigen Uferbereich eine Handgranate freigelegt. Eine Spaziergängerin entdeckte diese am Mittwochnachmittag bei einer Gassirunde mit ihrem Hund. Nach ersten Erkenntnissen handele es sich um eine aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende Einhandgranate, sagte ein Polizeisprecher. Die Granate habe wohl mehrere Jahre bis Jahrzehnte im Wasser gelegen. Spezialisten des Landeskriminalamts sprengten die Granate anschließend kontrolliert.

Basel

Häfen im Dreiländereck Niedrigwasser bremst Schifffahrt aus - steigende Preise erwartet

Viele Tonnen Fracht werden im Dreiländereck normalerweise umgeschlagen. Doch wegen niedriger Pegel sind die Frachtschiffe nicht mehr voll beladen. Die Folge: die Preise steigen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Dreiland Aktuell SWR BW

Erster Wochenmarkt auf Ulmer Münsterturm trotz Hitze

Auf dem Turm des Ulmer Münsters werden am Donnerstagnachmittag trotz der heißen Temperaturen die Stände geöffnet sein. Dort findet zum ersten Mal ein kleiner Wochenmarkt statt. Da es auf dem Turm keinen Strom gibt, werden keine Kühlwaren verkauft. Von 14 bis 16:30 Uhr können Interessierte nach 340 Stufen Aufstieg zum auf dem Münsterturm einkaufen.

Fällt heute der Temperaturrekord in BW?

Es ist zwar wirklich heiß, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Temperaturrekord Baden-Württemberg heute kippt, ist laut Deutschem Wetterdienst doch eher gering. Vereinzelt könnte auch an der 40-Grad-Marke gekratzt werden, sagt DWD-Meteorologe Marco Puckert. Allerdings werde für den Nachmittag eine Kaltfront erwartet, mit der die Temperaturen um rund sechs Grad sinken sollen. Die Hitzewelle müsste also recht früh am Tag ihren Höhepunkt erreichen, um den Allzeithöchstwert zu knacken. Der wurde erst vor wenigen Wochen aufgestellt: 41,4 Grad wurden am 27. Juni an der Station in Waghäusel-Kirrlach (Kreis Karlsruhe) gemessen.

Die Wettervorhersage von gestern Abend mit Karsten Schwanke zum Nachschauen:

Klimaschutz zurück auf die politische Agenda?

Angesichts massiver Waldbrände in Europa und Niedrigwasser in Bächen und Flüssen warnt der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth (SPD), vor den Folgen des Klimawandels. Dem BR sagte der Politiker, dass die Bundesregierung aktuell nicht genug im Bereich Klimaschutz tue - das liege daran, dass sich die Weltlage verändert habe: "Es war schon einmal einfacher - aktuell ist das Klima für den Klimaschutz in der Regierung schlecht geworden." Flasbarth sprach unter anderem von höheren Verteidigungsausgaben - wegen aktueller Konflikte. Trotzdem sagt er, dass Deutschland schon jetzt das Ziel erreicht habe, die Treibhausgasemissionen zu halbieren - bis Mitte der 2030er-Jahre werde man sogar einen Wert von 65 Prozent erreichen. "Wir müssen anpassen, helfen, aber auch längerfristig den Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren", mahnt der Umweltpolitiker auch im NDR-Interview.

Zahl der Hitzetoten in BW erreicht Höchststand

In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer bereits so viele Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben wie in den letzten zehn Jahren nicht. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bis zum 19. Juli 1.870 Hitzetote. Dabei handelt es sich der Auswertung zufolge um einen Rekordwert für die vergangenen zehn Jahre. Ähnlich hohe Zahlen von Hitzetoten erfasste das RKI bislang nicht. Im ebenfalls sehr heißen und trockenen Jahr 2018 starben demnach bis zum gleichen Zeitpunkt 1.260 Menschen an den Folgen von Hitze. 2022 lag der Wert bei 1.150 Toten, im vergangenen Jahr bei 910. Besonders stark betroffen sind laut RKI ältere Menschen über 75 Jahren. Mehr Hitzetote gab es der Auswertung zufolge in diesem Jahr bislang nur in Nordrhein-Westfalen. Dort weist das RKI 2.270 Hitzetote aus. Mit Blick auf die Einwohnerzahlen starben in BW aber mehr Menschen als in Nordrhein-Westfalen. Auf 100.000 Einwohner gerechnet, starben in Baden-Württemberg 16,6 Menschen an den Folgen von Hitze. Eine höhere Quote gibt es nur im Saarland (33,0), in Rheinland-Pfalz (29,8) und in Hessen (21,5).

Lebensgefahr bei über 42 Grad: So schützt man sich vor Hitzschlag und Sonnenstich

Am Donnerstag und Freitag wird eine starke Wärmebelastung erwartet. Damit ist heute der 2. Tag mit der Warnsituation in Folge. Der Deutsche Wetterdienst schreibt dazu: "Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl." Hier erklärt ein Ulmer Notfallmediziner, was bei einem Hitzschlag passiert und wie wir uns schützen können.

Waldbrände in Südeuropa: Falschbehauptungen unterwegs

Als wären die riesigen Feuer nicht schon schlimm genug, kursieren online auch noch allerlei Falschmeldungen zu ihnen. Was an den Videos einer reanimierten Füchsin oder eines Quadfahrers, der für die Feuer verantwortlich sein soll, dran ist, hat Karin König vom Tagesschau-Faktenfinder aufgeschrieben:

KI und falsche Zusammenhänge Falschbehauptungen über Waldbrände in Südeuropa

Im Netz kursieren viele Behauptungen zu den Waldbränden in Frankreich, Italien und Portugal. Einige beruhen aber auf KI-Bildern oder irreführenden Interpretationen von Statistiken…

Kampf gegen die Flammen auch in Türkei und Griechenland

Über die vergangenen Tage haben vor allem die Waldbrände in Spanien und Frankreich die Schlagzeilen bestimmt. Aber auch in der Türkei und Griechenland brennt es. Bei einem Einsatz auf Kreta verloren zuletzt drei Feuerwehrleute ihr Leben:

Waldbrände in Südeuropa Flammen wüten auch in der Türkei und Griechenland

Starke Winde und Hitze haben in der Türkei und Griechenland neue Waldbrände entfacht. Am griechischen Mittelmeer kamen drei Feuerwehrleute ums Leben. Auch in Frankreich und Spanie…

Wetterkarte: Erst Hitze, dann Warnung vor Sturmböen und einzelnen Gewittern

Die aktuellen Vorhersagen und Warnungen:

Baden-Württemberg

Das war der Liveblog zur Hitze im Land ++ Abkühlung kommt langsam ++ Zahlreiche Einsätze nach Badeunfällen ++ In einigen Regionen "Außergewöhnliche Einsatzlage" ausgerufen ++ Neuer bundesweiter Temperaturrekord ++

Baden-Württemberg schwitzt - nach hohen Temperaturen auch am Sonntag soll die Hitzewelle enden. Alle Entwicklungen rund um die aktuelle Wetter-Lage in unserem Liveblog.

SWR Extra: 40 Grad und mehr - Rekordhitze im Südwesten SWR