Am Mittwoch lag der Pegelstand in Kaub zum ersten Mal unter 20 Zentimetern. Damit wurde der Niedrigwasserrekord vom Anfang der Woche noch einmal unterboten: Montagabend und Dienstagmorgen lag er erstmals bei 24 Zentimetern. Der bisherige Niedrigwasserrekord lag bei 25 Zentimetern und stammte aus dem Jahr 2018.
Das geht aus den Daten des offiziellen Portals ELWIS hervor, das von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) betrieben wird.
Der Mittelwert der Pegelstände zwischen 2010 und 2020 betrug 208 Zentimeter. Der höchste Pegelstand seit Beginn der Messungen wurde im Januar 1883 gemessen mit 825 Zentimetern. Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden an:
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Ungewöhnliche Entwicklung des Wasserstands
Einem WSA-Experten zufolge ist diese frühe Zuspitzung der Lage ungewöhnlich. Das bestätigt auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde. Demnach sind eigentlich der Spätsommer und der Herbst typische Niedrigwasserzeiten. Dass im Rhein und in anderen Flüssen jetzt schon derart wenig Wasser ist, sei eine besondere Situation.
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IHK: Sinnvolle Schifffahrt nicht mehr möglich
Der Pegel bei Kaub ist für die Binnenschifffahrt wichtig. Trotz der schwierigen Bedingungen wird die Frachtschifffahrt auf dem Fluss fortgesetzt, denn in der Fahrrinne ist der Rhein tiefer. Nach Einschätzung der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz ist eine "sinnvolle Binnenschifffahrt" unter einem Pegelstand von 40 Zentimetern bei Kaub aber nicht mehr möglich. Schiffe könnten nur noch mit stark verringerter Frachtmenge verkehren, was die Kosten in die Höhe treibe. Für den uneingeschränkten Betrieb von großen Frachtschiffen müsse der Wasserstand um mehr als einen Meter ansteigen.
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Rohstoffe könnten knapp werden
Laut IHK drohen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen wie Kohle, Rohöl und Erdgas, die typischerweise mit Schiffen transportiert werden. Diese Rohstoffe stehen am Beginn zahlreicher industrieller Produktionsketten, weshalb ganz unterschiedliche Industrieunternehmen betroffen seien. Der volkswirtschaftliche Schaden des historischen Niedrigwassers von 2018 werde auf 2,4 Milliarden Euro beziffert.
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