In Basel (Schweiz) und Weil am Rhein (Kreis Lörrach) liegen wichtige Häfen für den Güterumschlag. Doch wegen des Niedrigwassers des Rheins fahren die Schiffe nicht mehr mit voller Ladung. Das bedeutet, dass bei gleichen Mengen mehr Schiffe fahren müssen und die Kosten steigen.
Der tiefe Wasserstand des Mittelrheins wird auch im Süden zum Problem: Der Rhein gehört zu den meistbefahrenen Binnenwasserstrassen der Welt. Doch die anhaltende Trockenheit setzt dem Wasserstand zu. Für die Schifffahrt bedeutet das: Die Frachter können zurzeit nicht mehr voll beladen werden. Lediglich zwischen 30 und 40 Prozent der üblichen Ladung wird derzeit verschifft.
"Wir befinden uns definitiv in einem kritischen Bereich. Der Pegel im Deutschen Mittelrhein hat Tiefststände erreicht", sagt Florian Röthlingshöfer, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen. "Damit wird die Schifffahrt sehr teuer."
Folge von Niedrigwasser: steigende Preise
In den Basler Rheinhäfen wird alles Mögliche per Schiff angeliefert oder abtransportiert. Kies, Sand, Schrott, Metall, Düngemittel, Mineralölprodukte oder auch Container. Weniger Fracht bei gleichbleibenden Fixkosten, da steigen die Preise.
Außerdem werden mehr Schiffe benötigt, um den Nachschub zu gewährleisten. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Preise um das Zwei- bis Dreifache ansteigen werden. Das dürften die Kunden der Transportfirmen zu spüren bekommen und letzten Endes auch die Verbraucher.
Zwischen Basel und Karlsruhe fließt der Rhein in einem begradigten Kanal. Danach ändern sich die Bedingungen. Vor allem rund um Koblenz wird es für die Schifffahrt schwierig. "Wir nennen diesen Abschnitt das Gebirge. Teils ragen Felsen aus dem Untergrund auf und es gibt viele Kiesbänke", erklärt Florian Röthlingshöfer.
Dieser rund 50 Kilometer lange Abschnitt ist bei Niedrigwasser das größte Problem. Wenn der Wasserpegel bei Kaub unter 40 Zentimeter fällt, wird die Güterschifffahrt für gewöhnlich eingestellt. Zurzeit liegt der Pegel bei 42 Zentimeter.
Rheinpegel: Niedrige Wasserstände nehmen zu
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Trockenperioden. Der Hochsommer im Jahr 2022 beispielsweise war von extremen Niedrigwasser geprägt und beeinträchtigte die Schifffahrt erheblich. Besonders das Jahr 2018 ging in die Geschichte ein: Der Wasserpegel des Rheins sank damals auf lediglich 25 Zentimeter.
Die aktuelle Trockenheit reiht sich in diese Serie von Extremereignissen ein. Um die Schifffahrt besser planbar zu machen, veröffentlicht die deutsche Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung seit 2018 neue Prognosedaten.
Wiederkehrende Trockenperioden am Rhein
Für ausgewählte Rheinpegel erstellt sie Sechs-Wochen-Vorhersagen zum Wasserstand. Das habe den Betrieb deutlich verlässlicher gemacht, sagt Röthlingshöfer. Langfristig müsse sich die Branche jedoch stärker auf wiederkehrende Trockenperioden einstellen. Dazu seien vermehrt Schiffe erforderlich, die niedrige Wasserstände passieren können.
Das Landesamt für Umwelt BW warnt: 34 Prozent der Messstellen verzeichnen extrem niedrige Wasserstände. "Ohne flächendeckende, langanhaltende Niederschläge müssen wir damit rechnen, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärft", so LUBW-Präsident Ulrich Maurer.
Wassertemperaturen überdurchschnittlich hoch Hitzesommer trifft Bodensee, Donau, Neckar und Rhein - teils extremes Niedrigwasser
Die Trockenheit sorgt für extrem niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen. Und die Wetterprognose für den August liefert wenig Grund zur Hoffnung.
Und nicht nur der Rheinpegel sinkt und sinkt: Der Bodensee liegt derzeit 76 Zentimeter unter seinem üblichen Wasserstand, eine Algenplage zeichnet sich ab. Und auch die Donau führt so wenig Wasser wie seit Jahren nicht mehr - Tendenz sinkend.
Über dieses Thema berichtete die Sendung "Dreiland aktuell" am 18.07.2026, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.