Baden-Württemberg leidet weiter unter extremer Dürre. Nach Angaben von SWR-Wetterexperte Hartmut Mühlbauer liegt der Grundwasserstand im Süden des Landes teils bis zu zwei Meter unter dem Mittelwert. Auch der Oberboden sei stark ausgetrocknet, Quellen im Schwarzwald seien bereits trocken gelaufen. Regen erwartet Mühlbauer für Sonntag und die Nacht auf Montag. Regional könnten dabei 10 bis 20 Liter fallen, vielerorts aber deutlich weniger. Eine nachhaltige Entspannung der Lage sieht Mühlbauer nicht, da das Wasser kaum bis ins Grundwasser vordringen dürfte.
- Bundesumweltminister Schneider kündigt bundesweiten Hitze-Aktionsplan an
- Landeswasserversorgung: Genug Trinkwasser vorhanden
- Überproportional viele Hitzetote in Baden-Württemberg
- Das Wetter: Kleine Hitzewelle im Anmarsch, maximal 37 Grad
- "Ungewöhliche Brände": Kripo ermittelt wegen Waldbränden in der Ortenau
Nach Hitzetagen in Baden-Württemberg: Wann kommt der Regen?
Dürre macht den Alpbetrieben zu schaffen
Die anhaltende Trockenheit sorgt auf bewirtschafteten Alpen in Vorarlberg und im Allgäu zunehmend für Probleme. In Vorarlberg holen immer mehr Alphirten ihre Rinder bereits jetzt ins Tal - rund zwei Wochen früher als üblich. Wie der Vorarlberger Alpwirtschaftsverein mitteilte, gibt es auf vielen Alpen derzeit zu wenig Wasser und Futter für die Tiere. Die Lage sei in diesem Jahr besonders extrem, weil es bereits im Winter und Frühjahr zu wenig Schnee und Regen gegeben habe. Darüber hatte zuerst der ORF berichtet. Viele Alpen würden laut dem Verein seit Monaten zusätzlich mit Wasser aus dem Tal versorgt. Inzwischen reiche aber auch das nicht mehr aus. Weniger angespannt ist die Situation im Allgäu. Nach Angaben des Alpwirtschaftlichen Vereins Allgäu haben von den rund 700 bewirtschafteten Alpen bislang nur wenige Betreiber ihr Vieh ins Tal getrieben. Die meisten gingen davon aus, dass ihre Tiere bis September in den Bergen bleiben können.
Bundesumweltminister Schneider kündigt bundesweiten Hitze-Aktionsplan an
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will bis zum nächsten Sommer einen bundesweiten Hitze-Aktionsplan vorlegen. Das kündigte der Minister im ARD-Morgenmagazin an. Schneider sagte, beim Schutz vor Hitze lägen viele Aufgaben bei den Kommunen und den Ländern. Dort passiere bereits sehr viel, der Bund wolle aber die Koordinierung bundesweit übernehmen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts zunehmender Hitzewellen einen besseren Schutz für Krankenhäuser und Altenheime, zum Beispiel durch Klimaanlagen. Der geschätzte Investitionsbedarf liege bei mindestens 20 Milliarden Euro, sagte Städtebund-Präsident Spiegler der "Rheinischen Post".
Hitze und Trockenheit verschärfen Futtermangel in BW
Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben die Futterbestände in Baden-Württemberg deutlich schrumpfen lassen. Nach Angaben des Landesbauernverbands steht den Landwirten derzeit 30 bis 40 Prozent weniger Futter zur Verfügung als üblich. Auf den vertrockneten Wiesen wachse kaum noch Futter für die Tiere nach. Viele Betriebe verfütterten deshalb bereits ihre Reserven für den Winter. Heu und Stroh seien kaum noch erhältlich und zudem sehr teuer. In Schwäbisch Hall und Umgebung gibt es laut Landesbauernverband bereits Wartelisten bei Schlachthöfen. Landwirt Harald Gronbach aus Crailsheim ließ nach eigenen Angaben bereits ältere Kühe und Tiere schlachten, die sich weniger für die Zucht eigneten.
Trockenheit im Schwarzwald: Landwirt muss Wasser für Rinder heranschaffen
Die anhaltende Trockenheit zwingt Landwirt Thomas Wiesler in Bollschweil (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) zu zusätzlicher Arbeit. Jeden Tag fährt er rund zehn Kilometer, um Wasser für seine Rinder abzufüllen. Normalerweise trinken die Tiere aus einem Bach, der an der Wiese entlangläuft. Doch in diesem Jahr ist der Bach ausgetrocknet. Deshalb muss Wiesler Wasser heranschaffen - und dafür täglich zwei bis drei Stunden extra aufbringen. Neben dem Preis für das Wasser kommen auch Spritkosten hinzu. Für jede Fahrt kalkuliert der Landwirt rund 20 Liter Kraftstoff. Außerdem rechnet er damit, in diesem Jahr Futter für mehrere Tausend Euro zukaufen zu müssen, um gut über den Winter zu kommen.
Landeswasserversorgung: Genug Trinkwasser vorhanden
Trotz niedriger Pegelstände in Flüssen und Seen gibt es nach Angaben der Landeswasserversorgung ausreichend Trinkwasser. In den 250 von ihr versorgten Städten und Gemeinden herrsche kein Trinkwassermangel, teilte das Unternehmen mit. Die Grundwasserstände lägen zwar unter dem Durchschnitt, seien aber nicht besorgniserregend. Wegen des niedrigen Pegelstands der Donau bei Leipheim in Bayern entnehme die Landeswasserversorgung derzeit weniger Wasser als in vergangenen Sommern.
Überproportional viele Hitzetote in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer überproportional viele Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bis Anfang August 2.680 hitzebedingte Todesfälle im Land. Das entspricht mehr als jedem fünften der bundesweit geschätzt 12.500 Sterbefälle beziehungsweise 21,4 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung Baden-Württembergs an der Gesamtbevölkerung Deutschlands liegt dagegen bei gut 13 Prozent. Besonders viele Hitzetote gab es laut RKI im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Im Saarland starben demnach 43,4 Menschen pro 100.000 Einwohner infolge der Hitze. In Baden-Württemberg lag der Wert bei 23,9, deutschlandweit bei 15. Besonders viele Todesfälle wurden in der letzten Juni-Woche verzeichnet, als die Temperaturen teils auf mehr als 40 Grad stiegen. Die meisten Opfer gehörten zur Altersgruppe der mindestens 85-Jährigen. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Bericht des RKI zur hitzebedingten Mortalität. Betrachtet wurde der Zeitraum vom 6. April bis 2. August.
Das Wetter: Kleine Hitzewelle im Anmarsch, maximal 37 Grad
Nach einer teils kühlen Nacht mit Temperaturen bis 10 Grad erwartet den Südwesten heute wieder warme Temperaturen. Im ganzen Land scheint die Sonne, in Baden-Württemberg steigen die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf bis zu 37 Grad. Der DWD spricht von einer "kleinen, aber starken Hitzewelle". Am Freitag und Samstag sollen die Temperaturen weiter ansteigen und Werte von bis zu 38 Grad erreichen. Zudem wird mindestens eine tropische Nacht erwartet. Eine länger anhaltende Hitzeperiode zeichnet sich nach Angaben des DWD jedoch nicht ab. Bereits am Sonntag soll ein Wetterwechsel deutlich kühlere Temperaturen und Regen in den Südwesten bringen.
"Badischer Dschungel" trocknet aus: Welche Konsequenzen das haben könnte
Die hohen Temperaturen gehen den Rheinauen bei Rastatt - auch "Badischer Dschungel" genannt - nicht spurlos vorbei. Dort, wo normalerweise die Nebenarme des Rheins plätschern, sind nur noch Kiesbänke und Pfützen übrig. Die Rheinauen gelten als letzte intakte Überflutungsauen in Europa. Momentan sind sie so trocken wie sonst Mitte Oktober. "Es gibt eine Tendenz zur kollektiven Verdrängung und wir schauen darüber hinweg, wie dramatisch es eigentlich ist", sagt Christian Damm, Auenökologe am Karlsruher Institut für Technologie. Was die aktuelle Dürre für die Tiere und Pflanzen bedeutet, lest ihr hier: Der "Badische Dschungel" trocknet aus.
Wegen Knappheit: CDU-Abgeordneter fordert Exportstopp für Heu in die Schweiz
Der Waldshuter CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner fordert einen sofortigen Exportstopp für Heu und Tierfutter in die Schweiz. Hintergrund ist die Dürre und die aktuelle Futtermittelknappheit. Die Schweiz hat deshalb die Zölle auf Heuimporte aufgehoben. Auch Futtermais darf von Sonntag an zollfrei in die Schweiz verkauft werden. Schweizer Landwirte würden schon jetzt zunehmend Heu und andere Futtermittel in Deutschland aufkaufen, so Schreiner. Damit verschärfte sich die Lage für deutsche Landwirte. Sie seien nicht mehr konkurrenzfähig, so der Abgeordnete.
Schon zehn Schultage hitzefrei: Landau stimmt über Hitzemaßnahmen ab
Werfen wir einen kurzen Blick nach Rheinland-Pfalz. Denn im an Baden-Württemberg grenzenden Landau in der Pfalz wird über Hitzemaßnahmen abgestimmt. Hitzefrei gab es früher eher selten, sagt die Stadt. Aber allein in diesem Frühsommer habe man schon an zehn Schultagen die Notbremse ziehen müssen, weil es zu heiß war. Deswegen will sich das Gebäudemanagement der Stadt mit der Klimastabsstelle zusammentun und einen Maßnahmenplan entwerfen: vom Sonnenschutz für die Fenster bis zur Klimaanlage. Heute Abend kommt der zuständige Ausschuss zusammen und stimmt darüber ab. Und wenn das klappt, sollen die ersten Maßnahmen laut Stadt im kommenden Sommer bereits umgesetzt sein.
Steigen die Spritpreise wegen des Niedrigwassers im Rhein?
Wegen der Hitze ist der Pegel des Rheins an manchen Stellen gerade ziemlich niedrig. Aus diesem Grund hat Baden-Württemberg das Lkw-Sonntagsfahrverbot bis Ende des Monats aufgehoben. Aber wird sich das Niedrigwasser auch auf die Spritpreise auswirken? Der Fluss ist nämlich eine der wichtigsten Transportstrecken Deutschlands für Öl, Benzin und Diesel. Sinkt das Wasser noch weiter, könnten die großen Tankschiffe immer weniger laden und irgendwann bestimmte Strecken gar nicht mehr befahren. Weniger Ladung auf dem Rhein bedeutet auch mehr Transport auf der Straße. Und weil der Transport mit Lkw teurer ist, könnte sich das auch auf die Preise von Benzin und Diesel auswirken.
Wie kann man Wildtiere bei der Hitze unterstützen?
Die anhaltende Hitze in der Region Stuttgart setzt nicht nur Menschen zu - sondern auch den Tieren in den Wäldern. Das bestätigen die zuständigen Forstämter. Brauchen die Tiere in den Waldgebieten jetzt Unterstützung durch die Förster und Jäger? Nein, sagt das Forstamt Böblingen. Hilfe von Menschen bräuchten sie in der Regel nicht, auch nicht bei extremer Hitze. Im Gegenteil: Laut Forstamt können gut gemeinte Hilfeversuche wie Wasser bringen die Wildtiere eher stressen. Im Main-Tauber-Kreis ist das Gegenteil der Fall: Dort karren Jäger fässerweise Wasser in den Wald. Die Not sei groß, bei den Tieren komme das Wasser gut an.
Das Forstamt in Göppingen sieht hingegen gerade keine akute Notlage. Die Tiere würden sich an die Hitze anpassen, heißt, sie sind dann eher in den Abendstunden aktiv. Bei längerer Hitze und Trockenheit seien allerdings die Wege zu Wasserstellen länger. Die Förster im Kreis Böblingen versuchen deshalb, Regenwasser möglichst lange im Wald zu halten.
Wasserspiegel der Quellen im Zollernalbkreis sinken drastisch
Im Zollernalbkreis sinken die Wasserspiegel der Quellen drastisch. Deshalb ruft der Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern jetzt zum Wassersparen auf. Die Grundwasserspiegel der Quellen und Brunnen seien inzwischen unter das Niveau des bisherigen Rekordhitzejahres 2003 gesunken, teilt der Verband mit. Grund sei die anhaltende Hitze- und Trockenperiode. Jeder könne seinen Beitrag zum Wassersparen leisten: Bürgerinnen und Bürger sollen beispielsweise keine privaten Pools befüllen, Gärten nur noch minimal bewässern und das Auto nicht mit Trinkwasser waschen. Auch die Städte reagieren auf die angespannte Lage: In Balingen und Hechingen werden mehrere Brunnen abgeschaltet.
Ulm verlängert Wasserentnahmeverbot um einen Monat
In Ulm bleibt die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern wie Flüssen, Bächen und Seen bis Ende September verboten. Die Stadt Ulm verlängert damit die bisher bis Ende August befristete Regelung. Grund seien die anhaltende Trockenheit, außergewöhnlich geringe Wasserstände sowie hohe Wassertemperaturen mit sinkendem Sauerstoffgehalt. Verstöße kann die Stadt nach eigenen Angaben mit einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro ahnden.
"Ungewöhliche Brände": Kripo ermittelt wegen Waldbränden in der Ortenau
Im Ortenaukreis sind die Einsatzkräfte weiterhin mit den Waldbränden beschäftigt. Wie das Landratsamt mitteilt, habe sich die Lage zwar stabilisiert. Dennoch seien noch rund 100 Einsatzkräfte bei den Brandstellen im Einsatz. Inzwischen hat zudem die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Hintergrund ist nach Angaben der Polizei die ungewöhnliche Häufung von Flächen- und Vegetationsbränden in den vergangenen Tagen und Wochen. Konkrete Hinweise auf Brandstiftung gebe es jedoch nicht. Laut einer Mitteilung will die Polizei in den kommenden Wochen ihre Präsenz in den betroffenen Städten und Gemeinden verstärken.
Letzter Platz beim Hitze-Check: Wie Offenburg gegen die Hitze kämpft
Offenburg gilt als eine der sonnigsten Städte Deutschlands. Das wirkt sich auch auf die Temperatur in der Stadt aus: Beim diesjährigen Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe landete Offenburg bundesweit auf dem letzten Platz. Besonders heiß ist es in der Innenstadt: Dort sind zahlreiche Flächen versiegelt und es gibt kaum einen schattigen Platz. Passanten wünschen sich deswegen Maßnahmen für mehr Schatten: "Hier wieder Bäume pflanzen, das wäre schön", findet Ingo Bullescheidt. Genau das plant die Stadt Offenburg. Warum diesen Sommer übergangsweise ein großes Zelt in der Innenstadt stand und welche Maßnahmen noch geplant sind, lest ihr hier: Wie eine Stadt bei der Hitze für Abkühlung kämpft.
Trockenheit könnte Ursache für Uran im Trinkwasser sein
Bei einer Routinekontrolle des Trinkwassers in Großerlach (Rems-Murr-Kreis) ist am vergangenen Freitag eine erhöhte Konzentration von Uran festgestellt worden. Seitdem seien die Werte zwar gesunken, teilte die Gemeinde mit. Trotzdem solle das Leitungswasser aktuell nicht zum Kochen verwendet oder getrunken werden. Abkochen könne den Urangehalt nicht senken.
Ursache für die erhöhte Urankonzentration könnte die Trockenheit sein. Denn dadurch sollen sich die Mischungsverhältnisse von Quellen und Tiefbrunnen geändert haben, erklärte Bürgermeister Kevin Dispan (parteilos) dem SWR. Bei einem der Tiefbrunnen sei bekannt, dass das dort geförderte Grundwasser wegen geologischer Gegebenheiten hinsichtlich des Urangehalts sensibler sei. Die Gemeinde hat nun laut Dispan die Fördermenge des Tiefbrunnens reduziert.
Nacktschnecken verunreinigen Trinkwasser in Bad Krozingen
In der Kernstadt Bad Krozingens (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) müssen Bewohnerinnen und Bewohner derzeit ihr Wasser abkochen. Grund ist verunreinigtes Trinkwasser. Grund dafür waren laut einem Sprecher der Stadt Nacktschnecken. Diese seien auf der Suche nach Feuchtigkeit in einen Hochbehälter des Zwecksverbands Wasserversorgung Krozinger Berg eingedrungen, so der Sprecher. Die Behälter seien nun von den Schnecken befreit und desinfiziert worden. Am Mittwoch soll der Behälter wieder befüllt werden. Anschließend werden laut Stadt Proben entnommen. Ab Freitag kann voraussichtlich das Trinkwasser wieder bedenkenlos genutzt werden.
Niedriger Wasserstand am Bodensee: Umweltministerin Walker hält Lage für besorgniserregend
Der Bodensee wird nach Einschätzung des Seenforschungsinstituts in Langenargen (Bodenseekreis) morgen voraussichtlich den niedrigsten Wasserstand des Jahres erreichen. Für diese Jahreszeit sei das völlig untypisch, so das Institut. Üblicherweise führt der See nach Angaben der Fachleute im Februar besonders wenig Wasser. Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat die Lage als „besorgniserregend“ eingestuft. Um die Trinkwasserversorgung müsse man sich jedoch keine Sorgen machen.
Einsatzkräfte weiterhin mit Löscharbeiten bei Waldbränden in Ortenau beschäftigt
Die Feuerwehr hat immer noch mit dem Waldbrand zwischen Zell am Harmersbach und Biberach (beide Ortenaukreis) zu kämpfen. Inzwischen ist das Feuer laut Polizei jedoch unter Kontrolle. Die Löscharbeiten würden auch den Tag über andauern, sagte ein Sprecher der Polizei Offenburg am Mittwochmorgen. Betroffen sei eine Fläche von rund 20 Hektar. Die Landesstraße L94 ist wegen der Löscharbeiten in diesem Bereich weiterhin gesperrt. Insgesamt waren mehr als 700 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt. Auch Landwirte unterstützten laut Polizei die Einsatzkräfte.
Wegen Niedrigwasser: Bundesverkehrsminister Bilger für Ausbau der Flüsse
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will sich wegen der niedrigen Pegelstände wie etwa auf dem Rhein für den Ausbau der Flüsse einsetzen. "Grundsätzlich sollten wir alle ein Verständnis dafür haben, dass die Wasserstraße Unterstützung verdient, weil sie der umweltfreundlichste Verkehrsträger ist", sagte der CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Ludwigsburg dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Vertrauen in die Binnenschifffahrt könne es nur geben, wenn es nicht regelmäßig zu Niedrigwasserproblemen komme, sagte Bilger. "Deswegen brauchen wir einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen." Bilger will dabei auch mit Umweltverbänden sprechen, die einen solchen Ausbau der Flüsse kritisch sehen.
Wegen des Niedrigwassers in den Flüssen beraten die Verkehrsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Mittwoch über Lösungen. Bilger rechnet damit, dass die niedrigen Wasserstände noch über den gesamten August so bleiben. Mehrere Bundesländer, darunter auch Baden-Württemberg, haben mittlerweile das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufgehoben.
Feuerwehr bringt Waldbrände im Kinzigtal unter Kontrolle - Einsätze dauern an
Bei den Waldbränden im Ortenaukreis ist ein Ende der Löscharbeiten bislang noch nicht in Sicht. Die Maßnahmen bei beiden Bränden in Zell am Harmersbach und Biberach werden noch ein bis zwei Tage dauern, wie Kreisbrandmeister Bernhard Frei mitteilt. Rund 16 Hektar stehen in Zell am Harmersbach in Flammen. Die Einsatzkräfte hätten die Lage inzwischen im Griff, so der Kreisbrandmeister in der Nacht. Laut der Polizei ist vor allem die Wasserversorgung eine Herausforderung. Der Brand liege an einem steilen Hang. Das Löschwasser müsse etwa 300 Meter nach oben gebracht werden. Für die Gemeinden Steinach und Zell am Harmersbach gibt es nach wie vor eine Gefahreninformation der Integrierten Leitstelle Ortenau. Menschen sollten das betroffene Gebiet meiden und Zufahrten zur Einsatzstelle freihalten.
In der Nacht auf Mittwoch ist in Gengenbach-Schwaibach (Ortenaukreis) ein weiterer Brand ausgebrochen. Auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern brannten Sträucher und Bäume, ein Wohnhaus wurde vorübergehend evakuiert. Laut Polizei hat die Feuerwehr den Brand aber schnell in den Griff bekommen. Die Bewohner konnten wieder zurück in das Haus.
Update: Mehr als 600 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrände
Die Waldbrände im Ortenaukreis sind noch immer nicht gelöscht. Mehr als 600 Einsatzkräfte kämpfen nach Angaben des Landratsamts gegen die Feuer in Zell am Harmersbach sowie zwischen Biberach und Haslach, genauer in Steinach. Im Einsatz seien mehrere Feuerwehren, Rettungsdienst, Verwaltung und Bergwacht. Die Löscharbeiten seien in Steinach besonders schwierig, weil sich die Brandstelle an einem extrem steilen Hang befände. Auch der Wind erschwere die Arbeiten. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Bernhard Frei ist der Brand in Steinach unter Kontrolle, die Lage bleibt aber - ebenso wie in Zell am Harmersbach - weiterhin dynamisch.
In Zell am Harmersbach ist die Lage laut Landratsamt weiterhin angespannt. Nach ersten Angaben könnten dort rund 16 Hektar Fläche vom Brand betroffen sein. Einen Teil des Brandes in südwestlicher Richtung werde man nach dem derzeitigen Einsatzkonzept kontrolliert weiterbrennen lassen. Die Einsätze werden laut Landratsamt voraussichtlich bis weit in die Nacht und den morgigen Tag andauern. Ein am Abend gemeldetes Feuer in Nordrach sei inzwischen gelöscht. Weitere Informationen gibt es möglicherweise erst am Morgen.
Wetter: "Fantastische Bedingungen" für die Sonnenfinsternis
Heute gab es noch recht erträgliche Temperaturen in Baden-Württemberg. In den nächsten Tagen wird es wieder deutlich heißer - mit bis zu 39 Grad am Wochenende. Morgen scheint erneut von früh bis spät die Sonne, oft ist der Himmel wolkenlos. Also laut SWR-Wetterexpertin Claudia Kleinert "fantastische Bedingungen, um mit der geeigneten Schutzbrille am Abend die Sonnenfinsternis bewundern zu können".
Ort schafft es wegen des Niedrigwassers in die New York Times
Ein Blick zu unseren Nachbarn - nach Rheinland-Pfalz: Dort erlangt ein Ort gerade wegen des Niedrigwassers internationale Berühmtheit. Über Kaub (Rhein-Lahn-Kreis) berichtet "Le Figaro" aus Frankreich und sogar die "New York Times". Denn in der Kleinstadt erreicht der Rheinpegel immer neue Negativrekorde. Vor Ort sind auch zwei Reporter aus China, die für eine chinesische Nachrichtenagentur in Frankfurt arbeiten. "Wir interessieren uns für die Folgen des extremen Niedrigwassers und schauen uns deshalb hier um, wir gehen gleich noch zur Fähre an den Rhein, machen Fotos und Videos. Vorher waren wie noch nie in Kaub", lachen die beiden. Auf einer Felseninsel mitten im Fluss steht seit 1327 das Wahrzeichen und der Blickfang der Kleinstadt, die Burg Pfalzgrafenstein. Normalerweise ist sie umgeben von Wasser - jetzt sind Sandbänke und Felsen um sie herum zu sehen.
Quellen im Schwarzwald versiegen - Höfe werden mit Tanklastern beliefert
Wir haben heute schon einmal über die Trinkwassersituation in Baden-Württemberg berichtet. Mancherorts sind auch Tanklaster im Einsatz, um Menschen mit frischem Trinkwasser zu versorgen. Das betrifft aber nur sehr abgelegene Aussiedlerhöfe oder Forsthäuser, die ihr Wasser ausschließlich über einen eigenen Brunnen beziehen und nicht ans Wassernetz angeschlossen sind. Aktuell haben deshalb Höfe am Feldberg im Schwarzwald Probleme, weil deren Quellen aufgrund der Trockenheit jetzt versiegen.
"Katastrophale Situation" für Fische wegen Niedrigwasser
Unter der anhaltenden Wärme und Trockenheit leiden zurzeit auch die Fische in den Flüssen. Wie Reinhart Sosat vom Landesfischereiverband dem SWR sagte, seien alle Fischarten betroffen, vor allem aber Forellen und Äschen. "Die haben grade ein riesiges Problem, denen geht einfach die Luft aus", sagte Sosat. Die Wassertemperaturen seien viel zu hoch, es komme fast kein frisches Wasser nach und die Wasserpegel sänken rapide. "Das Problem ist, dass Wasser, was warm ist, deutlich weniger Sauerstoff aufnehmen kann - gleichzeitig aber die Fische durch einen erhöhten Stoffwechsel wegen der Temperatur viel mehr Sauerstoff brauchen", erklärt Sosat. Für die Fische sei das eine katastrophale Situation. Sosat plädiert für mehr Schatten an den Gewässern und tiefere Stellen in Form von Kaltwasserpools, damit die Fische solche langen Hitzeperioden künftig besser überstehen können.
Update: Waldbrände im Ortenaukreis teilweise unter Kontrolle
Wir haben am früheren Abend bereits über die Waldbrände im Ortenaukreis berichtet: in Zell am Harmersbach und an der B 33 zwischen Biberach und Haslach. Momentan steigen noch Rauchschwaden aus den betroffenen Waldstücken auf. Die sind bis weit in der Region zu sehen - das zeigen Bilder aus Biberach. Bisher brennt dort vor allem der Waldboden, hohe Bäume wurden von den Flammen noch verschont. Laut Polizei ist der Brand zwischen Biberach und Haslach teilweise unter Kontrolle. Mittlerweile wurde die B33 in dem betroffenen Bereich wieder frei gegeben. Aktuell brennen noch um die 100 Quadratmeter. Die Polizei ist mit einem Hubschrauber im Einsatz.
Hitzeschlacht: Heilbronner Gefängnis füllt Glühwein ab
Glühwein-Abfüllung - jetzt und bei diesen Temperaturen? Gefangene und Bedienste der JVA-Außenstelle in Talheim (Kreis Heilbronn) lieferten sich heute eine Hitzeschlacht für die kalte Jahreszeit. Sie befüllten auf dem Hohrainhof rund 3.000 Flaschen mit Glühwein. An der Außenstelle der JVA wird Wein seit vielen Jahrzehnten von Gefangenen unter Anleitung angebaut. Sie begannen mit dem Abfüllen schon um 7 Uhr, um der größten Hitze aus dem Weg zu gehen. Dennoch sei allen der Schweiß gelaufen, sagte Weinbautechnikerin Karolin Bubeck dem SWR.
Der Ticker von Juli und Anfang August zum Nachlesen
Liveblog zur Hitze in Baden-Württemberg ++ Wetterlage: Kräftiges Hoch sorgt weiter für Hitze++ BW setzt Lkw-Fahrverbote zeitweise aus ++ Futtermangel bei Landwirtschaft: Land ruft Katastrophenfall aus ++
Sonntagsfahrverbot soll zeitweise fallen, Hilfe für Bio-Bauern wegen Futtermangels und mögliche Rekordsaison für Freibäder. Alles zum BW-Jahrhundertsommer im Liveblog.