Bei großer Hitze sind auf dem Hohrainhof rund 3.000 Flaschen mit Glühwein gefüllt worden. An der Außenstelle der JVA Heilbronn in Talheim (Kreis Heilbronn) wird Wein seit vielen Jahrzehnten von Gefangenen unter Anleitung angebaut. Fünf Gefangene und zwei Bedienstete hatten extra schon um 7 Uhr mit dem Abfüllen begonnen, um der größten Hitze aus dem Weg zu gehen. Dennoch sei allen der Schweiß gelaufen, sagte Weinbautechnikerin Karolin Bubeck dem SWR.
Glühwein abgefüllt: Warum schon im August?
Dass der Glühwein schon Anfang August abgefüllt werde, habe mehrere Gründe, erklärt die Weinbautechnikerin. Der Hohrainhof habe keine eigene Abfüllanlage, deshalb komme ein Dienstleister mit einer mobilen Maschine auf einem Lkw. Der habe nur begrenzt Zeit. Außerdem muss er die Anlange nach Glühweinen besonders aufwändig reinigen und wollte dies noch tun, bevor er in die Sommerferien geht.
Es sei ein bisschen wie bei den Schoko-Osterhasen, die werden auch nicht erst vor Ostern für den Handel fertig, sagt Bubeck. Überhaupt nehmen sie die Hitze hier beim Ansetzen und Abfüllen mit Humor:
Bei solchen Temperaturen wird der Glühwein wenigstens nicht so schnell kalt.
Gefangene der JVA Heilbronn bauen den Wein an
"Wir setzen beim Glühwein auf eine fein abgestimmte Cuvée", betont Weinbautechniker Simon Kurz. Insgesamt wurden dieses Jahr 2.200 Flaschen roter und knapp 1.000 Flaschen weißer Glühwein produziert. Sie werden im Hofladen auf dem Hohrainhof, im "Gitterlädle" der JVA und über den Online-Shop verkauft.
Dazu kommen 700 Liter in größeren Gebinden, die auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt ausgeschenkt werden. Um 12 Uhr war das Abfüllen der Glühweinflaschen und Gebinde geschafft und alles im Keller sicher verstaut. Bald müssen die Flaschen noch etikettiert werden, dann kann die Weihnachtszeit kommen.