Wasser kommt notfalls per Tanklaster

Trinkwasser wird knapp: Im Schwarzwald müssen erste Höfe per Tanklaster versorgt werden

Wegen der anhaltenden Trockenheit drohen Quellen im Schwarzwald zu versiegen. In der Gemeinde Feldberg müssen erste Höfe bereits per Tanklaster mit Trinkwasser versorgt werden.

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Stand

Von Autor/in Peter Steffe

Im Schwarzwald drohen wegen der andauernden Trockenheit immer mehr Quelle zu versiegen. Der Seebach zwischen Feldberg und Titisee (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist bereits ausgetrocknet. Angesichts dieser Lage werden einige abgelegene Bauernhöfe und ganze Gemeinden schon bald per Tanklaster versorgt werden müssen. In der Gemeinde Feldberg gibt es bereits erste Fälle.

"Viele Höfe, die auf ihre eigenen Quellen zurückgegriffen haben die letzten Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte, dort sind die Quellen gerade am Versiegen", sagt Feldbergs Bürgermeister Johannes Albrecht (parteilos). "Wir haben schon einzelne Höfe, die jetzt individuell mit Wasser beliefert werden müssen, also mit Wassertanks."

Diese Anwohnerin aus dem Seebachtal in Feldberg hat kein fließendes Wasser mehr
Seit Tagen ohne Wasser aus der Leitung: Tatjana Sorgato wohnt im Seebachtal in der Gemeinde Feldberg. Valentin Heib

Es kommt kein Wasser mehr.

Tatjana Sorgato hat schon seit mehr als zehn Tagen kein fließendes Wasser mehr. Normalerweise kommt es aus einer Brunnenstube oberhalb ihres Hauses im Seebachtal. Doch die Quellen tröpfeln nur noch. Als Notlösung bekommt sie nun Wasser per Gartenschlauch von ihren Nachbarn - die sind als Trinkwassernetz angeschlossen. Sorgato wünscht sich aber auch dringend mehr Unterstützung von ihrer Gemeinde.

Trinkwasserlieferung per Tanklaster im Schwarzwald?

Der südbadische Netzbetreiber Badenova Netze bereitet sich bereits auf den Notfall vor. Das Unternehmen ist für die Wasserversorgung von rund 700.000 Menschen zuständig. Sollten Quellen von Gemeinden oder landwirtschaftlichen Betrieben versiegen, könnten Tanklaster zum Einsatz kommen. Die "Badische Zeitung" hatte zuerst über das Thema berichtet.

Wir prüfen, in welchem Umfang Trinkwasser mit einem für Lebensmitteltransporte zugelassenen Sattelschlepper transportiert werden kann.

Schwarzwald-Gemeinden bereiten sich auf Notfall vor

Nach SWR-Informationen bereiten sich bereits mehrere Gemeinden im Versorgungsgebiet von Badenova Netze auf den Fall der Fälle vor. Unter anderem die Gemeinde Bollschweil (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), die derzeit einen Krisenplan erstellt. Auch andere Gemeinden im Hochschwarzwald sind alarmiert.

Zu einzelnen Kommunen wolle man sich nicht äußern, hieß es bei Badenova Netze auf SWR-Anfrage. Dennoch würden einzelne Kommunen technisch und organisatorisch unterstützt werden.

Betroffener Landwirt Wiesler ist besorgt

Landwirt Thomas Wiesler vom Forstlohnbetrieb Gütlehof aus Bollschweil-St. Ulrich hat noch eine funktionierende Quelle auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb. Versiegt sei sie noch nicht, erklärte er. Allerdings bereite er gerade einen Plan B für die Trinkwasserversorgung auf seinem Hof vor.

Ein kleiner Bachlauf.
Symbolbild: Quellwasser wie dieses könnte in einigen Gebieten im Schwarzwald bald versiegen. Wasserversorgung Kleine Kinzig

Die Tiere könne er noch etwas länger tränken, erzählt er. Pro Tag komme aktuell rund ein Kubikmeter Wasser aus der Quelle. Normalerweise würde ihm diese Wassermenge pro Stunde zur Verfügung stehen. Wiesler befürchtet jedoch, dass sich die Situation noch weiter verschärft. Vor allem durch zusätzliche finanzielle Belastungen, wenn er Wasser zukaufen müsste.

Wasserlieferung logistisch eine Herausforderung

Schon seit Wochen beschäftigt sich der Wasserversorger mit der Frage, wie Orte im Schwarzwald mit Trinkwasser versorgt werden könnten. Das sagte Simon Herrmann, Leiter für Wasser und Abwasser bei Badenova Netze auf SWR-Anfrage.

Transportiert werden könnte das Wasser mit einem für Lebensmittel zugelassenen Sattelschlepper. An einer sogenannten Füllstation aus dem Wassernetz in Freiburg würde der Tanklaster mit Trinkwasser beladen werden, um es dann zu der Gemeinde zu transportieren, wo es benötigt wird.

30.000 Liter Trinkwasser pro Transport

Rund 30.000 Liter Wasser könnten mit einem Sattelschlepper pro Fahrt transportieren werden, so Herrmann. Solche Transporte würden bestehende Versorgungssysteme gezielt entlasten. Es sei lediglich eine Notfallmaßnahme, die nur im Bedarfsfall eingesetzt würde.

Wie viel Trinkwasser zu den Menschen transportiert werden müsste, sei unklar. Es werde je nach Situation entschieden, heißt in einer Stellungnahme das südbadischen Netzbetreibers.

Wasserversorgung in Freiburg noch nicht kritisch

Während in höheren Lagen des Schwarzwaldes sogenannte Quellschüttungen deutlich zurückgehen, ist die Trinkwasserversorgung in Freiburg nicht betroffen. Freiburg werde über die Wasserwerke Hausen und Ebnet versorgt.

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Diese liegen im Oberrheingraben, einem der größten Grundwasservorkommen Westeuropas, so Badenova Netze. Die verfügbaren Wasserressourcen sind ausreichend und die Versorgung der Freiburger Bevölkerung aktuell sichergestellt, heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

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Autor/in
Peter Steffe
Peter Steffe, Redakteur des SWR-Studio Freiburg während seiner Zeit als ARD-Korrespondent vor dem Burj Khalifa in den Vereinigten Arabischen Emiraten

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