Baden-Württemberg leidet unter der Dürre. "Das ist wirklich selten, dass man sowas flächendeckend sieht", sagt SWR-Wetterexperte Hartmut Mühlbauer. Der Grundwasserstand sei im Süden Baden-Württembergs um mindestens einen Meter, manchmal sogar bis zu zwei Meter unter dem Mittelwert abgesackt, Quellen im Schwarzwald sind trocken gelaufen. "Da kommt also gar nichts mehr nach", so Mühlbauer und verweist darauf, dass es im Norden von Baden-Württemberg auch nicht viel besser aussehe. Auch da herrsche ziemliche Dürre. Momentan sei es so, "dass gerade die tieferen Bodenschichten, das Grundwasser, unter extremer Dürre leiden. Natürlich auch der Oberboden, der ist ja auch völlig ausgetrocknet", so der Wetterexperte.
- Wann kommt Regen nach Baden-Württemberg?
- Wieviel Regen kommt denn dann runter am Sonntag oder Montag?
- Kann der trockene Boden jetzt überhaupt Regen aufnehmen?
- Wie viel Regen müsste fallen, damit sich die Situation in BW entspannt?
- Wie entwickelt sich die Hitze in den nächsten Tagen?
Wann kommt Regen nach Baden-Württemberg?
Fragt sich, wann wir in Baden-Württemberg mit Regen rechnen können. "Regen kommt am Sonntag und in der Nacht auf Montag", so Mühlbauer. In der Nacht auf Montag ziehe eine Gewitterfront quer über das Land hinweg, am Montag hänge sie dann noch an den Alpen. "Das zieht dann aber im Laufe des Tages auch wieder raus und danach ist es dann wohl wieder trocken", erklärt der SWR-Wetterexperte. Wo genau der Regen runter kommt, ist allerdings schwer zu sagen, weil Schauer und Gewitter sich regional sehr unterschiedlich zeigen können.
Wieviel Regen kommt denn dann runter am Sonntag oder Montag?
Mühlbauer schätzt, dass mancherorts 10 bis 20 Liter Regen fallen könnten, möglicherweise in recht kurzer Zeit. An anderer Stelle komme vielleicht nur ein Liter, ein paar Tropfen - oder gar nichts runter. "Auf die Fläche gesehen ist das natürlich keine ordentliche Sache, aber jeder Tropfen ist natürlich besser als gar nichts."
Der Regen wird Mühlbauer zufolge an manchen Stellen zu einer "geringfügigen Verbesserung" führen - "da wo halt kräftige Schauer und Gewitter runterkommen, wahrscheinlich besonders rund um den westlichen Schwarzwald, die Albhochfläche, vielleicht auch das Donautal und dann wieder im südlichen Oberschwaben und Allgäu". Da sehe es momentan danach aus, dass am meisten runterkomme. "Da kann das schon sein, dass der Oberboden dann mal schön durchnässt wird", so der SWR-Wetterexperte.
Kann der trockene Boden jetzt überhaupt Regen aufnehmen?
Dass diese Regenfälle allerdings ins Grundwasser kommen - das sei fast ausgeschlossen. Denn der Oberboden sauge jetzt alles weg. Selbst wenn es 10 bis 20 Liter wären, werde das kaum in die tieferen Bodenschichten eindringen, so Mühlbauer. Bei ein oder zwei Litern werde nur "ganz oben die Bodenkrumme ein bisschen angefeuchtet, darunter bleibt es knochentrocken". Der erwartete Regen wird die Situation im Land voraussichtlich also nur sehr partiell oder lokal verbessern. "Was tiefere Bodenschichten und Grundwasser angeht, wird sie sich wahrscheinlich nirgendwo verbessern. Im blödesten Fall fällt dieser Regen dann in Sturzregen, also in Platzregen. Da wird dann ganz viel auch oberflächlich abfließen, also kommt dem Boden gar nichts zugute", erklärt der Wetterexperte.
In solchen Situationen sind grundsätzlich auch Überflutungen möglich. "Nach dieser extremen Hitze, die wir jetzt haben, sind das sehr heftige Gewitter, die sich da bilden können", so Mühlbauer. Die Gewitter "haben dann schon auch ordentliches Schadenspotenzial." Auch Hagel sei möglich.
Wie viel Regen müsste fallen, damit sich die Situation in Baden-Württemberg entspannt?
Um die Situation in Baden-Württemberg hinsichtlich der Trockenheit zu entspannen, müsste nach Einschätzung Mühlbauers zum normalen Regen eines Monats 100 bis 250 Liter Regen zusätzlich fallen. In seinen Augen eine Menge, die "völlig unrealistisch ist, dass die fällt". 250 Liter seien mit Blick auf die Region am Oberrhein "fast ein Drittel der Jahresmenge", so der SWR-Wetterexperte. Mancherorts wäre diese zusätzliche Menge demnach sogar rund die Hälfte der Jahresmenge. "Das aufzuholen in den nächsten zwei bis drei Monaten, da kann man fast davon ausgehen, dass das auf keinen Fall stattfinden kann."
Wie entwickelt sich die Hitze in den nächsten Tagen?
Bevor etwas Regen kommt, haben wir in Baden-Württemberg Hitzetage. "Bis zum Samstag einschließlich wird es Temperaturen bis 38 Grad geben", so Mühlbauer. Mit den Schauern und Gewittern geht die Hitze zurück, so werden es kommende Woche wohl um die 25 bis 28 Grad. Angenehmere Sommertemperaturen also statt extremer Hitze. Ob diese dann nochmal zurückkommt, "das kann man jetzt noch nicht sagen, aber sicherlich nicht so massiv", so der SWR-Wetterexperte. Die Tage werden jetzt auch immer kürzer, einige Hitzetage stehen aber möglicherweise noch bevor. "Dann haben wir es vielleicht einigermaßen überstanden."