Mehr als 600 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrände, "Phantastische Bedingungen" für die Sonnenfinsternis, Ort schafft es wegen Niedrigwasser in die New York Times
Löscharbeiten mehrerer Feuer dauern noch die ganze Nacht, Medien aus den USA und China berichten über Niedrigwasser. Alles zum BW-Jahrhundertsommer im Liveblog.
Wegen Niedrigwasser: Bundesverkehrsminister Bilger für Ausbau der Flüsse
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will sich wegen der niedrigen Pegelstände wie etwa auf dem Rhein für den Ausbau der Flüsse einsetzen. "Grundsätzlich sollten wir alle ein Verständnis dafür haben, dass die Wasserstraße Unterstützung verdient, weil sie der umweltfreundlichste Verkehrsträger ist", sagte der CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Ludwigsburg dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Vertrauen in die Binnenschifffahrt könne es nur geben, wenn es nicht regelmäßig zu Niedrigwasserproblemen komme, sagte Bilger. "Deswegen brauchen wir einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen." Bilger will dabei auch mit Umweltverbänden sprechen, die einen solchen Ausbau der Flüsse kritisch sehen.
Wegen des Niedrigwassers in den Flüssen beraten die Verkehrsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Mittwoch über Lösungen. Bilger rechnet damit, dass die niedrigen Wasserstände noch über den gesamten August so bleiben. Mehrere Bundesländer, darunter auch Baden-Württemberg, haben mittlerweile das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufgehoben.
Feuerwehr bringt Waldbrände im Kinzigtal unter Kontrolle - Einsätze dauern an
Bei den Waldbränden im Ortenaukreis ist ein Ende der Löscharbeiten bislang noch nicht in Sicht. Die Maßnahmen bei beiden Bränden in Zell am Harmersbach und Biberach werden noch ein bis zwei Tage dauern, wie Kreisbrandmeister Bernhard Frei mitteilt. Rund 16 Hektar stehen in Zell am Harmersbach in Flammen. Die Einsatzkräfte hätten die Lage inzwischen im Griff, so der Kreisbrandmeister in der Nacht. Laut der Polizei ist vor allem die Wasserversorgung eine Herausforderung. Der Brand liege an einem steilen Hang. Das Löschwasser müsse etwa 300 Meter nach oben gebracht werden. Für die Gemeinden Steinach und Zell am Harmersbach gibt es nach wie vor eine Gefahreninformation der Integrierten Leitstelle Ortenau. Menschen sollten das betroffene Gebiet meiden und Zufahrten zur Einsatzstelle freihalten.
In der Nacht auf Mittwoch ist in Gengenbach-Schwaibach (Ortenaukreis) ein weiterer Brand ausgebrochen. Auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern brannten Sträucher und Bäume, ein Wohnhaus wurde vorübergehend evakuiert. Laut Polizei hat die Feuerwehr den Brand aber schnell in den Griff bekommen. Die Bewohner konnten wieder zurück in das Haus.
Update: Mehr als 600 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrände
Die Waldbrände im Ortenaukreis sind noch immer nicht gelöscht. Mehr als 600 Einsatzkräfte kämpfen nach Angaben des Landratsamts gegen die Feuer in Zell am Harmersbach sowie zwischen Biberach und Haslach, genauer in Steinach. Im Einsatz seien mehrere Feuerwehren, Rettungsdienst, Verwaltung und Bergwacht. Die Löscharbeiten seien in Steinach besonders schwierig, weil sich die Brandstelle an einem extrem steilen Hang befände. Auch der Wind erschwere die Arbeiten. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Bernhard Frei ist der Brand in Steinach unter Kontrolle, die Lage bleibt aber - ebenso wie in Zell am Harmersbach - weiterhin dynamisch.
In Zell am Harmersbach ist die Lage laut Landratsamt weiterhin angespannt. Nach ersten Angaben könnten dort rund 16 Hektar Fläche vom Brand betroffen sein. Einen Teil des Brandes in südwestlicher Richtung werde man nach dem derzeitigen Einsatzkonzept kontrolliert weiterbrennen lassen. Die Einsätze werden laut Landratsamt voraussichtlich bis weit in die Nacht und den morgigen Tag andauern. Ein am Abend gemeldetes Feuer in Nordrach sei inzwischen gelöscht. Weitere Informationen gibt es möglicherweise erst am Morgen.
Wetter: "Phantastische Bedingungen" für die Sonnenfinsternis
Heute gab es noch recht erträgliche Temperaturen in Baden-Württemberg. In den nächsten Tagen wird es wieder deutlich heißer - mit bis zu 39 Grad am Wochenende. Morgen scheint erneut von früh bis spät die Sonne, oft ist der Himmel wolkenlos. Also laut SWR-Wetterexpertin Claudia Kleinert "phantastische Bedingungen, um mit der geeigneten Schutzbrille am Abend die Sonnenfinsternis bewundern zu können".
Ort schafft es wegen des Niedrigwassers in die New York Times
Ein Blick zu unseren Nachbarn - nach Rheinland-Pfalz: Dort erlangt ein Ort gerade wegen des Niedrigwassers internationale Berühmtheit. Über Kaub (Rhein-Lahn-Kreis) berichtet "Le Figaro" aus Frankreich und sogar die "New York Times". Denn in der Kleinstadt erreicht der Rheinpegel immer neue Negativrekorde. Vor Ort sind auch zwei Reporter aus China, die für eine chinesische Nachrichtenagentur in Frankfurt arbeiten. "Wir interessieren uns für die Folgen des extremen Niedrigwassers und schauen uns deshalb hier um, wir gehen gleich noch zur Fähre an den Rhein, machen Fotos und Videos. Vorher waren wie noch nie in Kaub", lachen die beiden. Auf einer Felseninsel mitten im Fluss steht seit 1327 das Wahrzeichen und der Blickfang der Kleinstadt, die Burg Pfalzgrafenstein. Normalerweise ist sie umgeben von Wasser - jetzt sind Sandbänke und Felsen um sie herum zu sehen.
Normalerweise ist die Burg Pfalzgrafenstein nah vom Wasser umspült.
dpa BildfunkPicture Alliance
Quellen im Schwarzwald versiegen - Höfe werden mit Tanklastern beliefert
Wir haben heute schon einmal über die Trinkwassersituation in Baden-Württemberg berichtet. Mancherorts sind auch Tanklaster im Einsatz, um Menschen mit frischem Trinkwasser zu versorgen. Das betrifft aber nur sehr abgelegene Aussiedlerhöfe oder Forsthäuser, die ihr Wasser ausschließlich über einen eigenen Brunnen beziehen und nicht ans Wassernetz angeschlossen sind. Aktuell haben deshalb Höfe am Feldberg im Schwarzwald Probleme, weil deren Quellen aufgrund der Trockenheit jetzt versiegen.
"Katastrophale Situation" für Fische wegen Niedrigwasser
Unter der anhaltenden Wärme und Trockenheit leiden zurzeit auch die Fische in den Flüssen. Wie Reinhart Sosat vom Landesfischereiverband dem SWR sagte, seien alle Fischarten betroffen, vor allem aber Forellen und Äschen. "Die haben grade ein riesiges Problem, denen geht einfach die Luft aus", sagte Sosat. Die Wassertemperaturen seien viel zu hoch, es komme fast kein frisches Wasser nach und die Wasserpegel sänken rapide. "Das Problem ist, dass Wasser, was warm ist, deutlich weniger Sauerstoff aufnehmen kann - gleichzeitig aber die Fische durch einen erhöhten Stoffwechsel wegen der Temperatur viel mehr Sauerstoff brauchen", erklärt Sosat. Für die Fische sei das eine katastrophale Situation. Sosat plädiert für mehr Schatten an den Gewässern und tiefere Stellen in Form von Kaltwasserpools, damit die Fische solche langen Hitzeperioden künftig besser überstehen können.
Update: Waldbrände im Ortenaukreis teilweise unter Kontrolle
Wir haben am früheren Abend bereits über die Waldbrände im Ortenaukreis berichtet: in Zell am Harmersbach und an der B 33 zwischen Biberach und Haslach. Momentan steigen noch Rauchschwaden aus den betroffenen Waldstücken auf. Die sind bis weit in der Region zu sehen - das zeigen Bilder aus Biberach. Bisher brennt dort vor allem der Waldboden, hohe Bäume wurden von den Flammen noch verschont. Laut Polizei ist der Brand zwischen Biberach und Haslach teilweise unter Kontrolle. Mittlerweile wurde die B33 in dem betroffenen Bereich wieder frei gegeben. Aktuell brennen noch um die 100 Quadratmeter. Die Polizei ist mit einem Hubschrauber im Einsatz.
Hitzeschlacht: Heilbronner Gefängnis füllt Glühwein ab
Glühwein-Abfüllung - jetzt und bei diesen Temperaturen? Gefangene und Bedienste der JVA-Außenstelle in Talheim (Kreis Heilbronn) lieferten sich heute eine Hitzeschlacht für die kalte Jahreszeit. Sie befüllten auf dem Hohrainhof rund 3.000 Flaschen mit Glühwein. An der Außenstelle der JVA wird Wein seit vielen Jahrzehnten von Gefangenen unter Anleitung angebaut. Sie begannen mit dem Abfüllen schon um 7 Uhr, um der größten Hitze aus dem Weg zu gehen. Dennoch sei allen der Schweiß gelaufen, sagte Weinbautechnikerin Karolin Bubeck dem SWR.
Dass der Glühwein schon Anfang August abgefüllt werde, habe mehrere Gründe, erklärt Weinbautechnikerin Bubeck. Einer davon: Der Hohrainhof habe keine eigene Abfüllanlage, deshalb komme ein Dienstleister mit einer mobilen Maschine auf einem Lkw. Der habe nur begrenzt Zeit.
JVA Heilbronn
Brand in Wiesloch: Feuerwerkskörper schuld?
In Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) musste die Feuerwehr einen kleineren Flächenbrand am südlichen Stadtrand löschen. In unmittelbarer Nähe hatten laut Polizei drei Jugendliche Feuwerwerkskörper gezündet. Ob sie das Feuer verursacht hätten, sei allerdings unklar. Mitarbeitende des Heidelberger Haus des Jugendrechts haben die Ermittlungen übernommen.
Offenburg rechtfertigt sich für schlechtes Abschneiden bei Hitze-Check
Die Stadt Offenburg wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Bewohner zu wenig gegen die Hitze zu schützen. In einem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe hatte die Stadt den letzten Platz unter 195 deutschen Städten belegt. Einer der Gründe dafür ist, dass es kaum Bäume gibt, die höher als 2,50 Meter sind. Die Klimaanpassungmanagerin der Stadt Alexandra Rohmer sagte, junge Bäume, die als Ersatz für alte erkrankte Bäume gesetzt worden seien, seien nicht im Check berücksichtigt worden. Aus ihrer Sicht verständlich, weil diese noch keine so gute Verschattung brächten wie alte Bäume. "Aber es ist nicht so, dass wir viel weniger Bäume in Offenburg haben, sondern jüngere", so Rohmer.
Update zu Waldbränden im Ortenaukreis
Derzeit bekämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr zwei Waldbrände im Ortenaukreis. Wir haben gerade schon dazu berichtet. Die Brände befinden sich nach Angaben der Polizei in Zell am Harmersbach und an der B 33 zwischen Biberach und Haslach. Auf der Bundesstraße verlangsamten die Beamten aus Sicherheitsgründen den Verkehr, eine Straße in der Nähe wurde gesperrt. In Zell am Hamersbach sei wegen der Einsatzmaßnahmen die L 94 zwischen Kreisverkehr Zeller Straße/Eisensprung und Hauptstraße/Unterentersbacher Straße gesperrt, so die Polizei weiter. An beiden Orten soll ein Polizeihubschrauer eingesetzt werden, um die Einsatzkräfte der Feuerwehr zu unterstützen und auszuschließen, dass sich in den betroffenen Wäldern Wanderer und Freizeitsportler aufhielten. Die Ursachen der Brände sind derzeit noch unklar.
Die Feuerwehr bekämpft derzeit zwei Waldbrände im Ortenaukreis.
kamera24.tv
Behörden warnen vor Waldbränden im Ortenaukreis
In Biberach und Zell am Harmersbach (beides Ortenaukreis) gibt es aktuell Waldbrände. Das Landratsamt des Ortenaukreises warnt deshalb die Bevölkerung. Menschen sollten das betroffene Gebiet meiden, hieß es in einer Mitteilung. Zufahrten zu den Einsatzstellen müssten freigehalten werden. "Achten Sie auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr", so die Behörden weiter. Anwohnende sollten Lüftungsgeräte ausschalten und die Fenster schließen. Die Feuerwehr sei bereits im Einsatz.
Aktuelle Trinkwassersituation: Manche BW-Kommunen unter Druck
Die Böden in Baden-Württemberg sind aufgrund der großen Hitze und des wenigen Regens trocken. Da stellt sich der ein oder andere wohl auch die Frage: Wie sicher ist eigentlich unsere Trinkwasserversorgung? Es gibt Regionen, deren Wasserversorgung steht ziemlich unter Druck, beispielweise in Südbaden und am Großen Heuberg (Kreise Zollernalb, Tuttlingen und Sigmaringen). Betroffen sind Kommunen, die auf Quellwasser angewiesen sind. Die dortigen Quellen liefern immer weniger Wasser. Sie bekommen ihr Wasser dann aus anderen stabilen Wasservorkommen umgeleitet. Diese sind etwa im Oberrheingraben mit großen und tiefen Grundwasservorkommen - deshalb ist in und um Karlsruhe die Lage noch immer ziemlich entspannt. Stuttgart wird ebenfalls sicher beliefert. Die Landeshauptstadt kann auf Bodenseewasser zurückgreifen. Der Bodensee habe zwar auch einen niedrigen Wasserstand, trotzdem werde nur ein Prozent der Menge Wasser entnommen, die dem See zufließe, so der Versorger.
Bundesverkehrsminister: Niedrigwasser-Probleme wohl im gesamten August
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) aus dem Wahlkreis Ludwigsburg geht davon aus, dass die Lage für die Binnenschifffahrt angespannt bleibt. Die Niedrigwasserproblematik werde wohl noch den kompletten Monat andauern, sagte der CDU-Politiker. Vorerst soll es aber trotz Niedrigwassers kein Fahrverbot auf dem Rhein geben. Bilger will sich morgen noch einmal mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern über mögliche weitere Krisenmaßnahmen austauschen. Mehrere Bundesländer haben bereits das Sonn- und Feiertagsverbot für Lkw vorübergehend ausgesetzt, darunter auch Baden-Württemberg. Um Logistikketten aufrechtzuerhalten, sollen Transporte so zumindest teilweise auf die Straße verlagert werden.
BUND gegen Ausnahmen vom Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat kritisiert, dass das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen in Baden-Württemberg ab dem kommenden Wochenende ausgesetzt werden soll. Das extreme Niedrigwasser in Rhein und Neckar sei eine direkte Folge der Erderwärmung und damit Ausdruck der menschengemachten Klimakrise, heißt es in einer Mitteilung. "Hier wird versucht, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben." Es sei das völlig falsche Signal, auch sonntags klimaschädliche Lkw-Fahrten zu erlauben. Mehrere Länder wollen Lastwagentransporte am Sonntag erlauben, weil die Schiffe nur noch teilweise beladen werden können. Zwar ist der Wasserpegel im Neckar nicht erheblich gesunken, weil der Fluss gestaut wird. Doch weil es länger dauert, bis die Schleusen volllaufen, dauern auch die Fahrten länger. Außerdem kommen viele Schiffe vom Rhein in den Neckar.
Fahrgastschiffe können Hafen Langenargen nicht mehr anfahren
Fahrgastschiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe können seit gestern die Landestelle Langenargen (Bodenseekreis) nicht mehr anfahren. Hintergrund sei der niedrige Wasserstand des Bodensees, so ein Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe. Traditionell sei der Hafen in Langenargen der erste, der bei niedrigem Pegelstand nicht mehr bedient werden könne.
Klimaaktivisten faken Mannheimer Stadtmarketing-Seite im Netz
Auf den ersten Blick sieht sie aus wie die offizielle Marketing-Seite, mit der die Stadt Mannheim im Internet um Touristen wirbt. Doch visit-mannheim.net ist eine Satire-Aktion, mit der Mannheimer Aktivisten auf die Auswirkungen der Klimakrise aufmerksam machen wollen. Schon jetzt zählt Mannheim zu den heißesten Städten in Deutschland. Achtung Satire: Darüber freut sich die selbst ernannte "Stabsstelle für Tourism und Hotness" und verfolgt ein noch viel ehrgeizigeres Ziel: 2030 solle die Stadt die heißeste der Welt werden. Dabei sei man schon auf dem besten Weg, heißt es auf der Fake-Marketing-Seite.
Dürre in den Alpen: Wie Berghütten dem Wassermangel trotzen
Waschräume werden geschlossen, Trinkwasser ist rationiert: Berghütten greifen wegen der Dürre in den Alpen zu drastischen Maßnahmen. Nach Einschätzung von Jörg Neitzel, Vorstandsmitglied der Sektion Ravensburg des Deutschen Alpenvereins (DAV), sind Berghütten mit eigener Quelle aktuell im Vorteil - so wie die Ravensburger Hütte am Arlberg in Österreich. Die Quelle sprudele noch, "aber wir stellen aufgrund der Trockenheit fest, dass die Quelle weniger Wasser schüttet", sagt Neitzel. Deshalb habe man schon vor ein paar Jahren vorgesorgt und einen 9.000 Liter Pufferspeicher für das Quellwasser gebaut.
Man müsse wegen des Wassermangels aber auch sensibilisieren und sagen: "Wir nehmen dann doch lieber mal die Katzenwäsche statt die Dusche", sagt Neitzel. Denn wenn abgepacktes Wasser zum Duschen auf die Hütten transportiert werden müsse, gehe das "in die ganz falsche Richtung. So weit darf es nicht kommen."
Experte rät zum Trinkwasser sparen trotz Urlaubszeit
In Baden-Württemberg haben die Sommerferien angefangen. Und wenn viele Menschen verreisen, verändert sich auch der Wasserverbrauch: Ist niemand zu Hause, bleibt auch der Wasserhahn zu und die Dusche aus. Das könnte die Trinkwasserversorgung entlasten. Gleichzeitig sorgen aber Hitze, Gartenbewässerung oder das Befüllen von Pools der Daheimgebliebenen für einen höheren Verbrauch. Michael Simon vom Zweckverband Landeswasserversorgung Stuttgart erklärt im SWR, es sei wichtig, dass allen klar werde, dass Trinkwasser eine sehr kostbare Ressource sei. "Es ist das eine, ein Gemüsebeet zu bewässern, damit das Gemüse gut gedeiht oder aber seinen Englischen Rasen immer perfekt auf drei Millimeter Höhe zu schneiden." Man müsse sich fragen, ob das notwendig sei oder Luxus, der zu Lasten der Allgemeinheit gehe.
Ist die Pilzsaison in BW wegen der Trockenheit in Gefahr?
Der Deutsche Wetterdienst warnt, dass die Trockenheit im Süden die Natur immer stärker belastet - und das ist auch schlecht für Pilze. Denn Pilze bestehen zum großen Teil aus Wasser. Regnet es nicht genug, bilden sich kaum Fruchtkörper - also das, was wir im Wald finden, sammeln und essen. Im Schwarzwald und in der Region Neckaralb ist es aktuell so trocken, dass typische Speisepilze wie Pfifferlinge oder Hexenröhrlinge an vielen Orten gerade nicht wachsen. Der Pilzexperte Flavius Popa vom Nationalpark Schwarzwald sagt jedoch, sobald es regnet, bilden sich wieder Fruchtkörper.
Ungarn fragt wegen Niedrigwasser der Donau in BW an
In Ungarn herrscht wegen des außergewöhnlich niedrigen Pegels der Donau aktuell Ausnahmezustand. Das Land hat deshalb sogar beim Regierungspräsidium Tübingen angefragt, ob es möglich sei, mehr Wasser in den Fluss zu leiten. Die Donau fließt durch die Kreise Sigmaringen und Biberach. Konkrete Vorschläge, wie mehr Wasser durch die Donau gelangen könnte, seien damit nicht verbunden gewesen, sagte eine Sprecherin. Ohnehin habe man die Bitte ablehnen müssen. Als Grund erklärte die Sprecherin, in Baden-Württemberg gebe es keine Stauanlagen, die mehr Wasser in den Fluss abgegeben könnten. In Ungarn sorgt das Niedrigwasser für massive Probleme. So musste das einzige Energiekraftwerk des Landes seine Stromproduktion zeitweise komplett einstellen.
Wetterdienst: Wetterwechsel mit Regen in Sicht
Das wochenlange Schwitzen, die extreme Hitze und die Trockenheit könnten schon bald fürs Erste vorbei sein. Denn nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeichnet sich schon am Wochenende ein Wetterwechsel ab mit längerem Regen und kühleren Temperaturen in Baden-Württemberg. "Die Zeichen stehen sehr eindeutig auf Sonntag", sagte eine Meteorologin des DWD. Dann werde es immer wieder Niederschlag geben. "Hoffnung ist also tatsächlich in Sicht." Laut DWD dürften auch zum Beginn der kommenden Woche die Ausläufer eines Tiefs über Skandinavien quer über Deutschland ziehen. Bis dahin wird sich das hochsommerliche Wetter mit Temperaturen weit über 30 Grad und fast ohne Niederschlag aber fortsetzen.
Jäger retten Wild vorm Verdursten
Die Dürre in diesem Sommer macht auch den Tieren im Wald zu schaffen. Hariolf Scherer, ehemaliger Kreisjägermeister aus Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis), fährt deshalb gerade jede Woche mit Schlepper und angehängtem 3.000-Liter-Fass Wasser in den Wald. Damit die Tiere nicht verdursten. An solch eine "verheerende Trockenheit" wie in diesem Jahr kann sich Scherer nicht erinnern. Die Not draußen sei riesengroß. "Ich war skeptisch, ob die Tiere die künstlichen Tränken überhaupt annehmen", sagt der Jäger. Aber da sei richtig was los. Rehe, Insekten, Vögel und Wildschweine scheinen regelrecht darauf gewartet zu haben. Ständig seien durstige Tiere am Wasser und bedienten sich. Wo die Tiere gerade sonst nach einem bisschen Feuchtigkeit suchen, lest ihr hier.
Hessen kämpft gegen Waldbrände und ruft zum Wassersparen auf
Tausende Quadratmeter Wald stehen in Hessen in Flammen. Damit die Wasserreserven für die Brandbekämpfung ausreichen, sind Bewohner mehrerer Orte nun aufgerufen, möglichst nicht zu duschen oder zu baden.
Die DLRG Mannheim fordert weiter dazu auf, sich an das Badeverbot im Rhein zu halten. Trotz der anhaltend warmen Temperaturen sei der Rhein nicht geeignet, um darin Abkühlung zu suchen. Viele Menschen würden nach wie vor die Kraft der Strömung unterschätzen, sagt Thorsten Großstück, Einsatzleiter der DLRG. Durch den niedrigen Wasserstand sei die Strömung an der ausgegrabenen Fahrrinne für Schiffe nochmal deutlich stärker. Gleiches gelte für Bugwelle und Sog vorbeifahrender Schiffe.
Die heißesten und kühlsten Orte in Karlsruhe lassen sich ab sofort online in einem umfangreichen Klimasensor-Netzwerk abrufen. Dafür wurden im Stadtgebiet rund 100 Messstellen installiert. Durch Auswählen eines Sensors lässt sich auch der Temperaturverlauf der zurückliegenden zehn Tage ablesen und mit anderen Messstellen vergleichen. Die Sensoren messen neben der Temperatur auch Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung. Das Angebot ist Teil der städtischen Klimaanpassungsstrategie und ist online über die Homepage der Stadt Karlsruhe abrufbar.
Hitzeschäden auf Bahn-Strecke zwischen Stuttgart und Nürnberg: Ausfälle und Verspätungen
Die Deutsche Bahn (DB) hat hitzebedingte Schäden auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Stuttgart und Nürnberg festgestellt. Reisende müssten mit Ausfällen von Zügen in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall), Ellwangen und Schwäbisch Gmünd (beide Ostalbkreis) rechnen. Bei manchen Verbindungen könne es auch zu Verspätungen von etwa 20 Minuten kommen. Die Strecke werde seit Montag und noch bis zum 30. August repariert, heißt es in einer Mitteilung. Im Fernverkehr seien IC-Züge zwischen Karlsruhe Hbf - Stuttgart Hbf - Nürnberg Hbf - Saalfeld (Saale) - Leipzig Hbf betroffen.
Dass die Ernte in diesem Jahr so früh beginnt, liegt auch am Wetter der vergangenen Wochen. Die hohen Temperaturen haben dazu geführt, dass die Trauben schneller reif wurden. Gleichzeitig leidet der Wein aber unter der Trockenheit, weshalb die Trauben relativ klein sind. Für den Federweißen rechnet Andreas Löffler, Kellermeister auf dem Weingut, mit deutlichen Einbußen.
Bis Mittwoch wird die gesundheitliche Gefährdung durch UV-Strahlung in Baden-Württemberg als hoch eingestuft. Das geht aus dem UV-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor. Der DWD rät deshalb, Schutzmaßnahmen gegen die Sonne zu ergreifen.