So kühlen Sie richtig

Klimaanlagen für zu Hause

Sommerhitze in der Wohnung? Wer sein Zuhause kühlen möchte, hat viele Möglichkeiten – doch nicht alle halten, was sie versprechen. Welche Klimaanlage zu Ihnen passt, erfahren Sie hier.

Teilen

Stand

Von Autor/in Rainer Thienel

Verdunstungskühler: Segen oder Täuschung?

Große Vorsicht ist bei den aktuell stark beworbenen Verdunstungskühlern (Air Coolern) geboten. Diese Geräte arbeiten ohne Abluftschlauch und kühlen die Luft über feuchte Matten oder Eiswürfel. Das Problem: Die physikalische Kühlung funktioniert nur bei sehr trockener Luft. In mitteleuropäischen, ohnehin oft schwülen Sommern reichern diese Geräte die Raumluft massiv mit Feuchtigkeit an. Das Klima wird drückend, der menschliche Körper kann schlechter schwitzen und das Risiko für Schimmelbildung an den Wänden steigt drastisch. Experten raten von diesen Geräten in Wohnräumen ab.

Mobile Monoblock-Geräte (mit Schlauch)

Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch sind günstig in der Anschaffung (200–500 €), sofort einsatzbereit und können ohne Handwerker montiert werden. Sie sind aber extrem ineffizient und laut (über 60 dB). Da der dicke Abluftschlauch durch ein geöffnetes Fenster gehängt werden muss, erzeugt das Gerät einen Unterdruck und saugt permanent die heiße Sommerluft von draußen wieder ins Zimmer. Der Stromverbrauch ist sehr hoch.

Split-Klimaanlagen

Split-Klimaanlagen sind eine effektive Lösung, die von Profis empfohlen wird. Das laute Kompressoraggregat sitzt draußen, das Innengerät arbeitet flüsterleise. Es entsteht kein Unterdruck, die Luft wird hocheffizient gekühlt, gefiltert und entfeuchtet. Moderne Inverter-Geräte verbrauchen bis zu 50 Prozent weniger Strom als Monoblöcke. Nachteile sind die hohen Anschaffungskosten und die Handwerkerpflicht. Der Anschluss der Kältemittelleitungen muss gesetzlich zwingend von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Die Kosten liegen bei 2.500 bis 5.000 Euro pro Raum inklusive Montage. Die Stromkosten belaufen sich bei moderner Nutzung auf überschaubare 30 bis 50 Euro pro Sommer.

Klimaanlage
Adobe Stock

Moderne Wärmepumpen (mit Kühlfunktion)

Wer bereits mit einer modernen Wärmepumpe und Fußbodenheizung heizt, besitzt oft schon eine integrierte Klimaanlage. Im Sommer lässt sich der Kreislauf umkehren. Vor allem Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen die natürliche Kälte des Erdreichs ("passive Kühlung") fast zum Nulltarif. Das System kühlt den Fußboden sanft auf 18 bis 20 Grad ab und deckelt die Raumtemperatur konstant bei angenehmen Werten. Eine schnelle Kühlung wie bei einer Klimaanlage ist nicht möglich. Die Raumtemperatur wird meist nur um spürbare 2 bis 3 Grad gesenkt. Zudem entfeuchtet das System die Luft nicht – bei zu hoher Luftfeuchtigkeit schaltet die Steuerung ab, um Kondensat (Feuchtigkeit) auf dem Fußboden zu verhindern.

Die verschiedenen Systeme im Überblick
SystemVorteileNachteileKosten
Mobiles Monoblock-GerätGünstig in der Anschaffung, sofort einsatzbereit.Sehr laut, hoher Stromverbrauch, ineffizient durch offenen Fensterschlauch.ca. 200 – 600 €
Split-KlimaanlageExtrem effiziente Kühlung, filtert und entfeuchtet die Luft, leise im Raum.Hohe Anschaffungskosten, Einbau nur durch Fachbetrieb erlaubt.ca. 2.500 – 5.000 € pro Raum
Wärmepumpe (mit Kühlfunktion)Nutzt vorhandene Fußbodenheizung, sehr umweltfreundlich, niedrige Betriebskosten.Senkt die Temperatur nur um ca. 2-3 Grad, keine Schockkühlung möglich.Systempreis (als Heizung) ab ca. 15.000-40.000 €

Förder-Check: Wo schießt der Staat Geld zu?

Reine Klimaanlagen wie die Split-Klimaanlage werden nicht gefördert. Wer eine Wärmepumpe einbaut, kann bis zu 70 % Zuschüsse über die KfW-Heizungsförderung bekommen.

Im Studio: Christian Zarmstorf, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Die Fragestellung ist entscheidend KI im Haushalt

Ein Fleck auf dem Kleid oder eine Fehlermeldung an der Spülmaschine? Viele fragen direkt eine KI. Doch Vorsicht: Fehler sind möglich. Die richtige Fragestellung ist entscheidend!

Kaffee oder Tee SWR

Vor- und Nachteile Akkubetriebene Geräte und netzbetriebene Geräte

Ein Gerät mit Akku oder doch lieber ein netzbetriebenes Gerät. Mit diesen Vor-und Nachteilen können Sie Ihre Entscheidung am besten abwägen.

Kaffee oder Tee SWR

Sparen und Umwelt schützen Balkonkraftwerke

Balkonkraftwerke sind im Trend - die Zahl hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Über eine Million Solaranlagen für den Balkon wurden 2025 in Deutschland betrieben. Wie viel kann man sparen, und was muss man beachten?

Kaffee oder Tee SWR

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Rainer Thienel