KI ist keine Suchmaschine
Eine klassische Suchmaschine liefert Links zu Internetseiten. Die eigentliche Antwort muss man selbst zusammensuchen. Ein KI Chatbot arbeitet anders. Er formuliert direkt eine Antwort, fasst Informationen zusammen und kann sie auf die eigene Situation anpassen. Genau darin liegt seine Stärke.
Gleichzeitig gilt: KI Antworten können Fehler enthalten und sollten besonders bei sicherheitsrelevanten Themen überprüft werden. Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, Antworten kritisch zu hinterfragen und keine sensiblen persönlichen Daten einzugeben.
Beispiel 1: Himbeermarmelade auf der Tischdecke
Nehmen wir einen frischen Himbeermarmeladenfleck auf einer weißen Baumwolltischdecke. Viele würden einfach fragen: "Wie entferne ich einen Marmeladenfleck?" Deutlich bessere Ergebnisse liefert jedoch eine präzisere Beschreibung.
Zum Beispiel: "Auf meiner weißen Baumwolltischdecke ist frische Himbeermarmelade gelandet. Wie entferne ich den Fleck möglichst schonend? Bitte Schritt für Schritt erklären und auch sagen, was ich vermeiden sollte."
Die KI kann nun wesentlich genauer antworten und empfiehlt häufig zunächst kaltes Wasser, das vorsichtige Entfernen der Marmelade, Gallseife oder ein enzymhaltiges Waschmittel und anschließend die normale Wäsche.
Jetzt wird deutlich, warum präzise Fragen so wichtig sind. Ändert sich nur eine Information, verändert sich häufig auch die Antwort. Ist der Fleck bereits eingetrocknet, empfiehlt die KI längeres Einweichen oder eine längere Einwirkzeit des Waschmittels. Handelt es sich um eine Leinentischdecke, werden schonendere Waschtemperaturen berücksichtigt. Liegt der Fleck auf einer Seidenbluse, ändern sich die Empfehlungen deutlich. Aggressive Reinigungsmittel oder kräftiges Reiben werden vermieden und häufig wird eine professionelle Reinigung empfohlen. Gerade hier zeigt sich die Stärke von KI. Sie kann Informationen an den konkreten Fall anpassen.
Beispiel 2: Was bedeutet der Fehlercode meiner Spülmaschine?
Noch hilfreicher wird KI häufig bei technischen Geräten. Viele Nutzer schreiben lediglich: "Meine Spülmaschine zeigt Fehler E15."
Das Problem dabei: Derselbe Fehlercode kann je nach Hersteller oder Modell unterschiedliche Bedeutungen haben.
Deshalb sollte der Prompt, so wird die Frage genannt, die wir bei einem Chat-Bot eingeben, möglichst vollständig sein.
Ein gutes Beispiel wäre:
"Meine "Markennamen der Spülmaschine" Serie 6, Modell SMV4..., zeigt Fehler E15. Was bedeutet dieser Fehler? Welche Ursachen kommen infrage? Welche einfachen Prüfungen kann ich selbst durchführen? Bitte antworte möglichst auf Grundlage der Bedienungsanleitung oder offizieller Herstellerinformationen. Wenn dir Informationen fehlen oder du dir nicht sicher bist, sage das bitte ausdrücklich."
Mit Hersteller und Modellbezeichnung kann eine KI häufig öffentlich verfügbare Bedienungsanleitungen, Serviceinformationen oder bekannte Fehlerbeschreibungen besser einordnen und verständlich zusammenfassen. Das erhöht die Qualität der Antwort deutlich. Dennoch ersetzt dies nicht die Originalanleitung des Herstellers.
Beispiel 3: Kaffeevollautomat meldet "Entkalken"
Auch hier hilft ein genauer Prompt. Statt zu fragen: "Kann ich Essig zum Entkalken verwenden?" ist es besser zu schreiben:
"Ich habe einen "Markennamen" Kaffeevollautomaten, Modell ..., der zum Entkalken auffordert. Welche Vorgehensweise empfiehlt der Hersteller? Bitte stütze deine Antwort auf die Bedienungsanleitung oder offizielle Herstellerinformationen. Falls dir diese Informationen nicht sicher vorliegen, sage das bitte."
So wird die KI dazu angehalten, Unsicherheiten offen zu benennen und möglichst auf belastbare Quellen zurückzugreifen.
So vermeiden Sie Halluzinationen
Sprachmodelle können sogenannte Halluzinationen erzeugen. Damit sind Antworten gemeint, die überzeugend klingen, aber teilweise oder vollständig falsch sein können. Das Risiko lässt sich zwar nicht vollständig ausschließen, aber deutlich reduzieren.
Diese Formulierungen helfen:
- Bitte antworte nur, wenn du dir sicher bist.
- Falls Informationen fehlen, sage das ausdrücklich.
- Vermute nichts.
- Nutze möglichst Herstellerinformationen oder die Bedienungsanleitung.
- Weise mich darauf hin, wenn mehrere Möglichkeiten infrage kommen.
Je präziser der Auftrag, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die KI Lücken mit Vermutungen füllt. Verbraucherzentralen empfehlen ebenfalls, KI Antworten kritisch zu prüfen und sie nicht ungefiltert zu übernehmen.
Fünf Tipps für bessere KI Antworten im Haushalt
- Beschreiben Sie die Situation möglichst genau. Nennen Sie Material, Alter des Flecks oder den genauen Ablauf.
- Geben Sie bei Haushaltsgeräten immer Hersteller und Modell an. Diese Informationen finden Sie meist auf dem Typenschild oder in der Bedienungsanleitung.
- Nennen Sie den exakten Fehlercode. Ein einzelner Buchstabe oder eine Zahl kann entscheidend sein.
- Bitten Sie die KI, Unsicherheiten offen zu benennen. Das reduziert das Risiko plausibel klingender, aber falscher Antworten.
- Prüfen Sie sicherheitsrelevante Hinweise immer anhand der Originalanleitung oder der Herstellerseite. Das gilt insbesondere bei Strom, Wasser, Gas und chemischen Reinigungsmitteln.
KI entwickelt sich zunehmend zu einem praktischen Haushaltshelfer. Sie kann Flecken individuell beurteilen, technische Fehlermeldungen verständlich erklären und komplexe Bedienungsanleitungen in einfache Sprache übersetzen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Leistungsfähigkeit der KI, sondern die Qualität der Frage.
Wer möglichst viele Informationen liefert und die KI ausdrücklich auffordert, Unsicherheiten zu benennen, erhält in der Regel deutlich bessere und verlässlichere Antworten. Die wichtigste neue Alltagskompetenz lautet deshalb nicht, alles zu wissen. Sondern die richtigen Fragen zu stellen.
Im Studio: Lea Spraul, SWR Redakteurin für Wirtschaft & Umwelt
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