Mehr als 3.000 Kommunen beteiligen sich dieses Jahr wieder beim bundesweiten "Stadtradeln", darunter viele Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz. Beim Stadtradeln treten Vereine oder andere Gruppierungen gegeneinander an und sammeln fleißig Fahrradkilometer.
Prominenter Vertreter beim Stadtradeln ist der Schauspieler und Comedian Michael Kessler. Der gebürtige Wiesbadener lebt inzwischen in Köln — und radelt, was das Zeug hält.
Michael Kessler: Kindheitserinnerungen
SWR1: Sie fahren bei Wind und Wetter und sprechen von "Liebe auf den ersten Blick, mein Fahrrad und ich, als die Stützräder abgefallen sind, als ich 6 Jahre alt war". Wie oft sind Sie vorher hingefallen?
Michael Kessler: Ich glaube gar nicht so oft. Der Papa hat damals immer hinten den Sattel festgehalten, wenn man das erste Mal ohne Stützräder fuhr. Das ist heute, glaube ich, immer noch so.
An diesen Moment erinnern wir uns alle, wenn der Papa oder die Mama diesen Sattel loslässt und man dann frei fährt. Es ist ein tolles Gefühl, dass es auch ohne Stützräder geht.
Das Fahrradfahren gehört zu Kesslers Alltag
SWR1: Jede Strecke, die Sie in Köln mit dem Fahrrad zurücklegen können, wird auch mit dem Fahrrad zurückgelegt. Stimmt das?
Kessler: Ja, bei Wind und Wetter. Auch im Winter. Ich fahre auch bei Schnee und Regen. Viele Leute sagen, wenn es regnet oder zu heiß ist, können sie nicht fahren. Ich fahre trotzdem.
Fahrradfahren in der Großstadt
SWR1: Gerade in Großstädten machen die ganzen Autos einem das Fahrradfahren nicht wirklich zum großen Spaß ...
Kessler: Das ist wahr, es hat sich aber viel getan. Ich fahre seit 52 Jahren Fahrrad. Am Anfang war natürlich alles noch viel schlimmer. Da gab es überhaupt keine Fahrradwege. Heute gibt es zumindest in vielen Städten große, breite, tolle Fahrradwege.
Ich glaube auch, dass die Autofahrer ein bisschen anders darauf geschärft worden sind. Man guckt nochmal, ob ein Fahrradfahrer kommt, bevor man die Tür aufmacht. Wenn man abbiegt, lässt man den Fahrradfahrer durchfahren. Es hat sich schon etwas getan.
Das Verkehrsaufkommen ist heutzutage höher. Die Gefahr von Unfällen steigt dadurch vermutlich auch.
Es ist toll, es ist wunderbar, man ist schneller, man ist freier. Macht es einfach, es ist großartig!
Das Fahrrad ist für Kessler das beste Verkehrsmittel
SWR1: Auf der anderen Seite gibt es die großartige Freude, wenn man auf dem Rad unterwegs ist. Warum fühlt sich das für Sie so toll an — es ist doch nur ein Fahrrad?
Kessler: Ich bin frei. Ich kann abbiegen, wo ich will. Ich kann anhalten, wann ich will. Ich muss nicht stundenlang einen Parkplatz suchen. Ich stehe nicht stundenlang im Stau. Ich bin innerhalb der Stadt meistens schneller als das Auto, der Bus oder die Bahn.
Von daher ist das Fahrrad nicht nur für Urlaubszwecke oder das Wochenende geeignet, um mal 5 Minuten durch den Wald zu fahren. Auch im Alltag ist es das beste Verkehrsmittel.
Fahrradfahren ist auch Sport
SWR1: Es ist also bei Ihnen nicht nur das Stadtradeln, sondern Fahrradfahren geht immer?
Kessler: Ich finde es am praktischsten. Nebenbei gesagt, ist es natürlich auch Sport. Man bewegt sich. Man ist an der frischen Luft, man ist draußen. Man sitzt nicht in einem Blechauto oder lässt sich fahren. Es ist auch für die Gesundheit gut. Ich kann es nur jedem empfehlen.
Schauspieler Michael Kessler ermutigt zum Fahrradfahren
SWR1: Was würden Sie jemandem motivierend sagen, der es mal ausprobieren möchte? Zumindest für einen gewissen Zeitraum, wie beim Stadtradeln.
Kessler: Traut euch! Man darf auch mal ein bisschen verschwitzt sein. Man kann auch ohne Funktionswäsche Fahrradfahren. Helm ist natürlich wichtig, inzwischen würde ich ihn jedem empfehlen. Es ist toll, es ist wunderbar, man ist schneller, man ist freier. Macht es einfach, es ist großartig!
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