Labern lassen oder dazwischengehen?

Tipps vom Coach: Wie man auf Angeber reagieren sollte

Mein Haus, mein Auto, meine Karriere ... ob im Beruf oder im Privatleben: Angeber nerven! Kommunikationstrainer Benedikt Held gibt Tipps, wie man auf Wichtigtuer reagieren sollte.

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Benedikt Held hat Psychologie studiert und arbeitet als Coach und Trainer für Kommunikation. Er erklärt, wie man auf Angeberei am besten reagieren sollte.

Wenn Angeber sprechen: Kommunikationsexperte rät, sich erstmal ruhig zu verhalten

SWR1: Wie bremst man am besten einen Angeber aus, ohne ihn sofort vor den Kopf zu stoßen?

Benedikt Held: Es kommt natürlich darauf an, in welcher Situation man ist und was man will. In manchen Situationen ist es ratsam, die Person erst mal reden und in ihrer Welt sein zu lassen. Dort fühlt sich die Person wohl und manchmal kann es auch von außen unterhaltsam sein.

Wenn es aber schädigend für den Kontext sein sollte, ist es hilfreich, mit Bewunderung erst mal zuzustimmen und dabei zu sein und dann vielleicht auf ein anderes Thema zu setzen.

Wem du die Schuld gibst, dem gibst du auch die Macht.

Angeber im beruflichen Kontext: Sachlich bleiben bei der Kommunikation!

SWR1: Es macht einen Unterschied, ob der Kollege, die Freundin oder der Chef prahlt. Wie kann ich auf Vorgesetzte reagieren, die prahlen?

Held: Grundsätzlich ist es so, dass bei solchen Dynamiken schnell das Drama-Dreieck einkickt. Da gibt es den Täter, das Opfer und den Retter. Prahler werden oft in der Täterecke gesehen. Man selbst fühlt sich dann gerade beim Vorgesetzten schnell wie ein Mitarbeiter, der unterlegen ist. Dann ist man prädestiniert für die Opferrolle.

Das Problem dabei: Wem du die Schuld gibst, dem gibst du auch die Macht. Umso wichtiger ist es, gerade in solchen Situationen, sich nicht wegzuducken, sondern auf einer sachlich professionellen Ebene selbstsicher zu den eigenen Punkten zu stehen.

Auch wenn man das in dieser Opferposition manchmal als narzisstisch und prahlerisch bei sich selbst wahrnimmt, ist es etwas, mit dem solche Menschen oft besser umgehen können, als man es von außen denken würde.

Benedikt Held: Kommunikation kann für Erfolg entscheidend sein

SWR1: Ist es tatsächlich so, dass im Berufsleben die Selbstdarstellerinnen und Selbstdarsteller oft weiterkommen als die Bescheidenen?

Held: Es ist schon so, dass Kommunikation den Großteil des Erfolgs ausmacht. [...] Jemand kann noch so eine gute Leistung haben: Wenn er sie nicht kommunizieren kann, kommt sie nicht an.

Das Gleiche in der Partnerschaft: Selbst wenn man jemanden abgöttisch liebt, das der Person aber nicht zeigt, wird diese Liebe eben nicht ankommen. Die Wirkung der Kommunikation entsteht beim Empfänger. Deswegen ist es wichtig, im beruflichen Bereich selbstsicher zu seiner Kompetenz zu stehen.

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Leute SWR1 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Veit Berthold
SWR1 RP Moderator Veit Berthold
Interview mit
Benedikt Held
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)