Opfer sagt als Zeuge aus

"Linker im Visier": Prozess um mutmaßlich rechtsextremen Mordversuch beginnt

Im Fall eines mutmaßlich rechtsextremen Angriffs in Stuttgart tritt das Opfer als Nebenkläger auf. Vor Gericht stehen zwei Männer, die ihn lebensgefährlich verletzt haben sollen.

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Von Autor/in Christine Bilger

Bei zwei Männern, die von Mittwoch an wegen versuchten Mordes in Stuttgart vor Gericht stehen, geht die Generalstaatsanwaltschaft von einem rechtsextremen Motiv aus. Sie wirft den Beschuldigten vor, im April einen 44-Jährigen aus politischen Motiven angegriffen zu haben: Seine Antifa-Gesinnung störte sie. Das Opfer tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf - und sagt auch als Zeuge aus, gleich am ersten Prozesstag.

Anklage: Opfer mit Messer und Schraubenschlüssel angegriffen

Schläge auf den Kopf mit einem Schraubenschlüssel, Messerstiche in den Brustkorb: So sollen die angeklagten 19- und 22-Jährigen ihr Opfer Ende April attackiert haben. Als mutmaßliches Motiv gibt die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart an, sie hätten vorgehabt, einen "Linken" anzugreifen. Der 44-Jährige gehört der Freien Arbeiter Union (FAU) an, die im linken Spektrum einzuordnen ist und eine klare antifaschistische Gesinnung hat.

Die FAU will vor Prozessbeginn eine Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude abhalten. Bereits im April hatte sie vor dem Museum am Löwentor - in der Nähe des Tatorts - demonstriert. "Es war nicht nur ein Angriff auf einen Einzelnen. Gemeint waren wir alle, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen", hieß es im Sommer.

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Mordversuch: Anklage geht von rechtsextremen Motiven aus

Die Generalstaatsanwaltschaft gehe von einem rechtsextremen Motiv aus, weil bei den Ermittlungen entsprechende Chats gefunden worden seien, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde gegenüber dem SWR.

Zudem sei der Angriff nicht die erste Konfrontation zwischen dem Opfer und den zwei mutmaßlichen Angreifern mit rechtsextremer Gesinnung gewesen. Es sei immer mal wieder zu kleinen Anfeindungen aufgrund der unterschiedlichen Weltbilder gekommen. Die drei hätten in einem Bezirk im Stuttgarter Norden gewohnt.

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