Rettich ist er enorm vielseitig. Ob als Salat oder in dünnen Scheiben auf Brot: Die verschiedenen Sorten bringen von mild bis scharf jede Menge Würze auf den Tisch. In Bayern gehört er zur zünftigen Brotzeit dazu – dort kennt man ihn als "Radi".
Vom Aussäen bis zur Ernte nur zehn Wochen
Rettich pflanzen als Lückenfüller
Rettich pflanzen im Beet oder Kübel
So geht das Aussäen von Rettich
Das braucht der Rettich nach dem Aussäen
Rettich "Münchner Bier" und Co. – vielfältige Sorten
Sorte "Red Meat" – milder und süßlicher Rettich
Schwarzer Rettich – scharfe Sorte
Rettich nach dem Pflanzen richtig ernten
Rettich nicht nur zum Essen pflanzen
Vom Aussäen bis zur Ernte nur zehn Wochen
Vom Aussäen bis zur Ernte vergehen beim Rettich nur rund zehn Wochen. Wer im Hochsommer sät, kann zwischen Ende September und Anfang Oktober ernten. Dann landen saftige Knollen mit frischer Würze direkt auf dem Teller.
Rettich pflanzen als Lückenfüller
Mit Blick in den Garten lohnt sich Rettich gerade jetzt besonders. Viele Frühgemüse wie Salat, Kohlrabi oder Rote Bete sind bereits abgeerntet. So entstehen freie Flächen, die sich hervorragend für Rettich eignen. Volker Kugel empfiehlt Rettich ausdrücklich als nachrückende Kultur im Gemüsebeet.
Rettich nutzt die Nährstoffe im Boden, die frühere Kulturen zurückgelassen haben. Gerade als Nachkultur ist er daher ideal, um das Beet weiter zu nutzen, ohne großen Aufwand zu haben. Die kurze Kulturdauer macht ihn zu einem echten Dauerbrenner im Spätsommer-Garten.
Rettich pflanzen im Beet oder Kübel
Rettich braucht wenig Platz – und ist flexibel beim Standort. Er gedeiht sowohl im Gemüsebeet als auch im Kübel. Wichtig ist dabei die Tiefe: Der Topf sollte etwa 45 Zentimeter Durchmesser und ebenso 45 Zentimeter Höhe haben. So können die Knollen ungestört nach unten wachsen.
Die Pflanzen können gut und gerne bis zu 25 Zentimeter lang werden. Damit sie sich entwickeln können, braucht der Boden vor allem eines: Tiefe. Luxusansprüche hat Rettich nicht. Ein tiefgründiger Boden ohne Sperrschichten wie harte Lehmlinsen ist entscheidend, damit das Wachstum nicht gebremst wird.
So geht das Aussäen von Rettich
Die Aussaat ist unkompliziert und kommt ohne Spezialwerkzeug aus. Mit der Hand oder mit dem Stiel einer Hacke werden etwa zwei Zentimeter tiefe Rillen in den Boden gezogen. Zwischen den Rillen sollte ein Abstand von ungefähr 25 Zentimetern liegen.
Dann die Samen locker in die Rillen verteilen. Zwischen den einzelnen Pflanzen sind rund zehn Zentimeter Abstand ideal. Werden die Rettiche zu dicht ausgesät, behindern sie sich gegenseitig im Wachstum. Wer frühzeitig vereinzelt, sorgt dafür, dass jede Pflanze genug Platz bekommt.
Das braucht der Rettich nach dem Aussäen
Wer Rettich als Nachkultur ins frühere Salat- oder Karottenbeet setzt, muss in der Regel nicht zusätzlich düngen. Volker Kugel erklärt, dass die im Boden verbliebenen Nährstoffe meist ausreichen. Der Rettich "verbraucht" die Restnährstoffe und kommt damit sehr gut zurecht.
Beim Standort ist Sonne bis Halbschatten optimal. Besonders wichtig ist die Wasserversorgung: Rettich braucht eine gleichmäßige Bodenfeuchte. Trocknet der Boden zwischendurch stark ab, drohen Risse in den Knollen. Regelmäßiges Gießen verhindert solche Schäden und sorgt für eine schöne, glatte Schale.
Rettich "Münchner Bier" und Co. – vielfältige Sorten
Rettich gibt es in vielen Farben und mit unterschiedlichen Schärfegraden. Es existieren ganz weiße Sorten, dunkelrote Varianten, rosa Typen und fast schwarze Rettiche. Geschmacklich reicht die Palette von mild und fast süßlich bis hin zu kräftig scharf – ein Spannungsfeld, das sogar Chili-Fans Freude macht.
Ein bayerischer Klassiker ist die Sorte "Münchner Bier". Dieser typische Radi wird etwa 25 Zentimeter lang und ist rein weiß. Er passt hervorragend zur Brotzeit und ist fest mit der bayrischen Küche verbunden.
Sorte "Red Meat" – milder und süßlicher Rettich
Für alle, die es etwas milder mögen, empfiehlt Volker Kugel die Sorte "Red Meat". Dieser rundliche Rettich ist außen weiß-grün und innen überraschend rosa. Sein Geschmack ist süßlich bis mild. Bereits wenn die Knolle etwas größer ist als ein Tischtennisball, kann "Red Meat" geerntet werden.
Schwarzer Rettich – scharfe Sorte
Wer auf intensive Schärfe setzt, greift zum schwarzen Rettich, auch "Langer Schwarzer" genannt. Diese Sorte besitzt eine tiefschwarze Schale, wird ungefähr 20 Zentimeter lang und gilt als richtig scharfe Variante unter den Rettichen. Sie bringt eine kräftige, würzige Schärfe in die Küche.
Rettich nach dem Pflanzen richtig ernten
Beim Erntezeitpunkt ist Aufmerksamkeit gefragt. Laut Volker Kugel sollten Rettiche möglichst früh gezogen werden – nämlich dann, wenn der Fruchtansatz an der Bodenoberfläche sichtbar wird. Wartet man zu lange, werden die Knollen extrem scharf und sind für manche Geschmäcker kaum noch zu genießen.
Die kurze Kulturzeit hat einen Vorteil: Wer gestaffelt sät, kann im Herbst mehrere Male ernten. So steht von September bis Oktober immer wieder frischer Rettich zur Verfügung, ob für Brotzeit, Salat oder als Snack.
Rettich nicht nur zum Essen pflanzen
Rettich ist nicht nur im Beet nützlich, sondern auch schön anzusehen. Wer von 20 oder 30 ausgesäten Pflanzen am Ende drei oder vier Stück stehen lässt, erlebt eine überraschende Zierde. Diese Rettiche dürfen auswachsen und bilden mit der Zeit attraktive Blüten.
Der besondere Tipp von Volker Kugel: Die jungen Samenstände sind essbar. Sie schmecken so scharf wie Radieschen und können zum Beispiel frisch geknabbert oder in Salaten verwendet werden. So wird aus einem klassischen Gemüse ein kleines Überraschungspaket für Küche und Garten.