Boden im Garten verbessern

Phacelia und Co. – So machen Gründüngung und Mulch die Beete fit fürs Frühjahr

Pflanzen wie die Phacelia schützen als Gründüngung im Winter offene Beete und versorgen sie mit organischem Material. Wie das geht, erklärt SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden.

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Stand

Von Autor/in Heike Boomgaarden

Wer im Spätsommer und Herbst nicht doch noch Gemüse für eine frische Ernte im Winter aussäen will, kann den Boden auf die wichtige Regenerationsphase vorbereiten. Im Winter sollte er bedeckt sein.

Das geht durch Gründüngung. Dabei werden spezielle Pflanzen auf freie Beete ausgesät. Sie schützen die Oberfläche vor Witterungseinflüssen, fördern das Bodenleben und liefern zusätzlich Nahrung für viele nützliche Insekten.

So funktioniert Gründüngung im Herbst
Pflanzen für die Gründüngung: Phacelia, Klee und Co.
Der beste Zeitpunkt für die Gründüngung
Alternative Bodenpflege: Mulch

Geerntete Zwiebeln in einem Gemüsebeet mit Hacke und Unkrauteimer. Im Herbst sollte das Beet eine Gründüngung oder eine Schicht aus Mulch bekommen.
Wenn das Gemüsebeet abgeerntet ist, beginnt für den Boden die wichtige Regenerationsphase. Zeit für Gründüngung oder Mulch! imageBROKER | McPHOTO / O. Schreiter

So funktioniert Gründüngung im Herbst

Gründüngung funktioniert einfach: Die Pflanzen werden im Herbst auf offenen Flächen ausgesät. Sie keimen noch vor dem Winter, bilden Wurzeln und wachsen weiter, solange die Bedingungen es zulassen.

Durch ihre Wurzeln lockern sie den Boden auf. Gleichzeitig gelangt organisches Material in die Erde. Dadurch wird der Boden humusreicher und kann sich über den Winter besser regenerieren.

Im Frühjahr werden die Pflanzen dann in den Boden eingearbeitet. Das sollte laut SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden möglichst geschehen, bevor sie vollständig blühen oder Samen bilden. So verhindert man eine unkontrollierte Ausbreitung.

Über den violetten Blüten der Phacelia fliegt eine Biene. Die Pflanze eignet sich perfekt als Gründüngung für das Beet im Winter.
Die Phacelia dient als Gründüngung und wird aus gutem Grund auch "Bienenfreund" genannt. dpa-tmn | Frank May

Pflanzen für die Gründüngung: Phacelia, Klee und Co.

Für die Gründüngung kommen verschiedene Pflanzen infrage:

Phacelia lockert den Boden besonders gut auf und eignet sich hervorragend für Gemüsebeete. Da sie nicht mit den üblichen Gemüsekulturen verwandt ist, kann sie helfen, Schädlingsprobleme zu reduzieren. Außerdem ist sie eine Bienenfreundin.

Klee reichert den Boden mit Stickstoff an. Mithilfe von Knöllchenbakterien bindet er diesen Nährstoff aus der Luft und verbessert zugleich die Bodenstruktur.

Winterroggen entwickelt starke Wurzeln, die selbst schwere und verdichtete Böden aufbrechen können.

Gelbsenf eignet sich besonders unter Beerenobst. Dort hilft er, verdichtete Böden wieder aufzulockern.

Gelbsenf an einem frostigen Herbstmorgen. Es ist kein Problem, wenn starker Frost die Pflanzen für die Gründüngung absterben lässt. Als Mulch bleiben sie auf dem Beet liegen.
Selbst wenn die Pflanzen der Gründüngung bei starkem Frost absterben, können sie als Mulch auf dem Beet liegen bleiben. CHROMORANGE | Li Bro.photo

Der beste Zeitpunkt für die Gründüngung

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat liegt Ende September und im Oktober. Zu dieser Zeit ist der Boden noch ausreichend warm, sodass die Pflanzen schnell keimen und vor dem Winter ein stabiles Wurzelsystem entwickeln können.

Starker Frost kann die Pflanzen zwar absterben lassen. Das ist jedoch kein Problem. Die abgestorbenen Pflanzenteile bleiben als schützende Mulchschicht auf dem Beet liegen. Bleibt ein harter Frost aus, wachsen die Pflanzen bis zum Frühjahr langsam weiter und werden dann in den Boden eingearbeitet.

Eine Frau legt Laub in ein Blumenbeet. Mulch ist eine Alternative zur Gründüngung und schützt den Boden.
Laub eignet sich gut als Mulch. Er ist eine Alternative zur Gründüngung und schützt den Boden im Winter. dpa-tmn | Christin Klose

Alternative Bodenpflege: Mulch

Wer keine Gründüngung aussäen möchte, kann freie Flächen auch mulchen. Eine Mulchschicht schützt den Boden ebenfalls vor Witterungseinflüssen und unterstützt das Bodenleben.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Laub
  • Rasenschnitt
  • gehäckselter Heckenschnitt
  • zerkleinerte Staudenreste

Zum Winteranfang darf die Mulchschicht etwas dicker ausfallen. Regenwürmer ziehen das Material nach und nach in den Boden ein. Dort wird es von Bodenorganismen weiter zersetzt.

Ein zusätzlicher Vorteil: Die Abdeckung erschwert es vielen Beikräutern, sich auf den freien Flächen anzusiedeln.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Heike Boomgaarden
Porträt von SWR4 Expertin Heike Boomgaarden im blauen Jackett
Audiobeitrag
Matthias Methner
Onlinefassung
Anna Lang