Wer im Spätsommer und Herbst nicht doch noch Gemüse für eine frische Ernte im Winter aussäen will, kann den Boden auf die wichtige Regenerationsphase vorbereiten. Im Winter sollte er bedeckt sein.
Das geht durch Gründüngung. Dabei werden spezielle Pflanzen auf freie Beete ausgesät. Sie schützen die Oberfläche vor Witterungseinflüssen, fördern das Bodenleben und liefern zusätzlich Nahrung für viele nützliche Insekten.
So funktioniert Gründüngung im Herbst
Pflanzen für die Gründüngung: Phacelia, Klee und Co.
Der beste Zeitpunkt für die Gründüngung
Alternative Bodenpflege: Mulch
So funktioniert Gründüngung im Herbst
Gründüngung funktioniert einfach: Die Pflanzen werden im Herbst auf offenen Flächen ausgesät. Sie keimen noch vor dem Winter, bilden Wurzeln und wachsen weiter, solange die Bedingungen es zulassen.
Durch ihre Wurzeln lockern sie den Boden auf. Gleichzeitig gelangt organisches Material in die Erde. Dadurch wird der Boden humusreicher und kann sich über den Winter besser regenerieren.
Im Frühjahr werden die Pflanzen dann in den Boden eingearbeitet. Das sollte laut SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden möglichst geschehen, bevor sie vollständig blühen oder Samen bilden. So verhindert man eine unkontrollierte Ausbreitung.
Pflanzen für die Gründüngung: Phacelia, Klee und Co.
Für die Gründüngung kommen verschiedene Pflanzen infrage:
Phacelia lockert den Boden besonders gut auf und eignet sich hervorragend für Gemüsebeete. Da sie nicht mit den üblichen Gemüsekulturen verwandt ist, kann sie helfen, Schädlingsprobleme zu reduzieren. Außerdem ist sie eine Bienenfreundin.
Klee reichert den Boden mit Stickstoff an. Mithilfe von Knöllchenbakterien bindet er diesen Nährstoff aus der Luft und verbessert zugleich die Bodenstruktur.
Winterroggen entwickelt starke Wurzeln, die selbst schwere und verdichtete Böden aufbrechen können.
Gelbsenf eignet sich besonders unter Beerenobst. Dort hilft er, verdichtete Böden wieder aufzulockern.
Der beste Zeitpunkt für die Gründüngung
Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat liegt Ende September und im Oktober. Zu dieser Zeit ist der Boden noch ausreichend warm, sodass die Pflanzen schnell keimen und vor dem Winter ein stabiles Wurzelsystem entwickeln können.
Starker Frost kann die Pflanzen zwar absterben lassen. Das ist jedoch kein Problem. Die abgestorbenen Pflanzenteile bleiben als schützende Mulchschicht auf dem Beet liegen. Bleibt ein harter Frost aus, wachsen die Pflanzen bis zum Frühjahr langsam weiter und werden dann in den Boden eingearbeitet.
Alternative Bodenpflege: Mulch
Wer keine Gründüngung aussäen möchte, kann freie Flächen auch mulchen. Eine Mulchschicht schützt den Boden ebenfalls vor Witterungseinflüssen und unterstützt das Bodenleben.
Geeignet sind beispielsweise:
- Laub
- Rasenschnitt
- gehäckselter Heckenschnitt
- zerkleinerte Staudenreste
Zum Winteranfang darf die Mulchschicht etwas dicker ausfallen. Regenwürmer ziehen das Material nach und nach in den Boden ein. Dort wird es von Bodenorganismen weiter zersetzt.
Ein zusätzlicher Vorteil: Die Abdeckung erschwert es vielen Beikräutern, sich auf den freien Flächen anzusiedeln.