Wann fahre ich am besten mit dem Auto los?
Das hängt davon ab, wann ich am Ziel sein will. Die ruhigsten Tage auf den Straßen werden voraussichtlich der kommende Sonntag und Heiligabend sein – und, wenn’s zeitlich reinpasst, auch der 1. Weihnachtstag. Wer kann, sollte am Freitag und Samstag vor Weihnachten besser das Auto stehen lassen. Überall im Land starten die Weihnachtsferien und da ist dann besonders viel los auf den Straßen – vor allem am Freitagnachmittag, wenn in den Ballungsgebieten der Reiseverkehr auf die Berufspendler trifft.
Welche Strecken sollte ich meiden?
Die Stau-Schwerpunkte werden wieder auf den großen Nord-Süd-Achsen liegen - wie der A3, A5 und der A7 - und den Ost-West Achsen - wie der A8. Und da natürlich besonders an Baustellen. Eine deutschlandweite Übersicht gibt es hier: www.autobahn.de/betrieb-verkehr/baustellenkarte
Wer zum Last-Minute-Shopping in die Innenstadt will oder auf einen Weihnachtsmarkt, der sollte besser auf P+R-Möglichkeiten setzen und Bus und Bahn nehmen.
Staus im Südwesten sind jederzeit abrufbar im Netz auf swr.de/verkehr oder auch in den Apps der SWR Hörfunkprogramme.
Was bringen Alternativ-Routen?
Auf den Nebenstrecken kann es auch jederzeit Staus, Unfälle oder Baustellen geben. Häufig ist es daher doch am besten, auf der geplanten Route zu bleiben. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, auf eine große, parallel verlaufende Alternative ausweichen.
Ausnahme: Die Autobahn ist gesperrt. Dann die Strecke verlassen, aber immer der offiziellen Umleitung folgen – also den blauen Schildern mit dem weißen "U". Navigationssysteme führen gerne mal auf ungeeignete Strecken.
Im Sommer darf man in Bayern, Österreich und der Schweiz auf den Hauptreiserouten bei Stau gar nicht von der Autobahn herunter. Wie ist das jetzt zur Winter-Saison?
In einer etwas anderen Form gibt es das tatsächlich, zum Beispiel jetzt ab dem 20.12.25 in Tirol. Das Abfahrtsverbot gilt dann bis Ostern immer feiertags und wochenends zwischen 7 und 19 Uhr und betrifft unter anderem die Region Reutte, ab dem 27. dann auch den Raum Innsbruck. Für alle, die nur durchfahren wollen, gilt dann: auf der Autobahn bleiben, auch wenn es sich staut. Detaillierte Informationen über Sperrungen für den Durchgangsverkehr in Tirol gibt es hier www.routenauskunft.tirol unter "Meldungen".
In Bayern an der A8 und A93 gelten ganzjährige Abfahrtsverbote. Leider haben die meisten Navis diese Regelungen nicht gespeichert.
Was kann ich noch tun, damit es sicher und entspannt in den Weihnachtsurlaub geht?
Das Auto vor dem Fahrtantritt durchchecken. Habe ich Reifen mit Alpin-Symbol und ausreichend Profil drauf, falls es glatt wird? Ist genügend Scheibenreiniger mit Frostschutz im Tank? Taugen die Scheibenwischer noch? Und: funktioniert mein Licht einwandfrei? Modernes Tagfahrlicht reicht oft nicht aus. Die roten Rücklichter strahlen nämlich nur, wenn das Abblendlicht eingeschaltet ist und bei manchen Witterungen wie Nebel oder Schnee reagiert der Sensor im Auto nicht, weil es noch zu hell ist. Daher lohnt es sich, als Fahrer oder Fahrerin selbst aktiv zu werden.
Was viele auch nicht bedenken: Moderne LED-Scheinwerfer sind ja unter anderem so sparsam im Energieverbrauch, weil sie kaum Wärme erzeugen. Also ist es wichtig, wenn es kalt ist, nicht nur die Scheiben, sondern auch die Scheinwerfer am Auto von Schnee und Eis zu befreien, zum Beispiel mit einem Eisfreispray.
Wie wird die Lage beim Fahren mit der Bahn an Weihnachten sein?
Auch hier kommt es darauf wann, wann man reisen will und wohin. Klar ist allerdings: die meisten Züge werden über die Feiertage voll. Rund um die Weihnachtsfeiertage rechnet die Bahn mit mehr als fünf Millionen Fahrgästen, alle verfügbaren Züge werden im Einsatz sein. Verspätungen sind sehr wahrscheinlich, daher am besten auf www.bahn.de oder in der Bahn App die gebuchte Verbindung checken.
Dort gibt es außerdem Hinweise, wie hoch die Auslastung voraussichtlich sein wird, ob noch Sitzplätze reservierbar sind oder ähnliches. Das vermeidet zwar die Verspätung nicht, aber man ist wenigstens vorab gewarnt.
Im Studio: Bettina Wettstein, SWR Verkehrsredaktion