Der tägliche Blick auf die Preistafel an der Tanke – immer wieder ein Schock: Nach dem Ende des letzten Tankrabatts Ende Juni sind die Preise für Diesel und Benzin wieder in die Höhe geschnellt – auf weit über 2 Euro. Viele sind frustriert.
Vox-Pop 1:
„Gerade wenn man an der Tankstelle vorbeifährt und die Preise bewegen sich nicht nach unten – auf jeden Fall. Also einmal volltanken und dann sind wir bei 180 Euro.
Wir spüren das alle. Aber was willst du machen, du musst ja trotzdem Auto fahren.“
Bundestag und Bundesrat haben im Eilverfahren wieder eine Steuersenkung beschlossen, um den Preissprung in den Griff zu bekommen.
Was ändert sich?
Ein alter Bekannter kehrt zurück: der Tankrabatt. Die Energiesteuer sinkt um 14 Cent, inklusive Mehrwertsteuer ergibt das eine Ersparnis von effektiv 17 Cent pro Liter.
Ab Januar soll es dann stattdessen einen Preisdeckel geben, der die Spritkosten langfristig stabilisiert. Es sind weitere Entlastungen unter anderem für Geringverdiener vorgesehen.
Doch an der Zapfsäule herrscht vor dem offiziellen Start Skepsis:
Vox-Pop 2:
„Die Preise müssen runter und nicht auf dem Preis, der jetzt da ist, ein Deckel drauf … weil es ist so schon schwer bezahlbar.
Und dann ist immer so der Verdacht da, dass die Mineralölkonzerne sich vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle auf unsere Kosten bereichern.“
Welche Kritik gibt es?
Bislang gibt es keine Pflicht für die Mineralölkonzerne, den Tankrabatt an die Autofahrenden weiterzugeben. Das soll dieses Mal besser klappen als beim letzten Mal, fordert der ADAC.
O-Ton Christian Schmidt (ADAC):
„Die Einzigen, die davon profitiert hatten, waren tatsächlich die Mineralölkonzerne. Und am Ende im Portemonnaie war weiterhin wenig drin, wenn man getankt hatte.
So darf das in dieser Runde tatsächlich nicht sein. Und wir plädieren darauf – wirklich der Appell an die Bundesregierung –, das nachhaltig zu tun: dass diese 14 Cent netto, die tatsächlich reduziert werden, am Ende auch im Portemonnaie bei den entsprechenden Autofahrenden und Lkw-Fahrenden ankommen.“
Umstritten ist auch die 12-Uhr-Regel: Demnach dürfen die Konzerne ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen. Der ADAC fordert, diese Regel abzuschaffen.
O-Ton Christian Schmidt (ADAC):
„Da haben wir sogar eine Studie gemacht – der ADAC hat sie letzte Woche vorgestellt – und fundiert bewiesen: Es wurde einfach nur teurer für alle.“
Ein staatliches Eingreifen sei aber notwendig, damit nicht weiter auch alles andere teurer wird. Der neue Tankrabatt sei das beste Mittel, Autofahrer schnell zu entlasten. Und auch der zusätzliche Spritpreisdeckel ab 1. Januar gehe in die richtige Richtung, meint der ADAC.
O-Ton Christian Schmidt (ADAC):
„Was von der Politik tatsächlich da noch on top kommt, das ist gut und wichtig und richtig. Zugleich muss man aber auch der Wahrheit ins Auge sehen, dass diese kurzzeitigen Steuererleichterungen auch nichts Längerfristiges sind. Also da muss sich noch viel, viel mehr bewegen.“
Finanzielle Entlastungen für Geringverdiener seien da nur eine Möglichkeit.
Eine weitere, die von vielen Ökonomen gefordert wird: ein Tempolimit.
Wie effektiv ist ein Tempolimit?
Berechnungen zeigen, dass die Spritersparnis damit höher ausfallen würde als mit Steuergeschenken.
Laut einer ADAC-Umfrage haben sich 55 Prozent der Autofahrenden für ein Tempolimit ausgesprochen, 41 Prozent dagegen. Und auch aktuell sind die Meinungen gespalten.
Vox-Pop 3:
„In vielen anderen Ländern geht’s, warum bei uns eigentlich nicht? Wer hat da so ein Interesse dran?
Das ist so eine gewisse Freiheit, die halt irgendwo in dem Land da ist. Und ich glaube, da tun sich einige auch schwer damit, den Menschen was zu nehmen.“
Wer Sprit sparen will, kann aber auch noch mehr tun.
Worauf sollte man beim Fahren achten?
Das ganze Jahr über lässt sich laut ADAC durch kleine Handgriffe sofort bares Geld sparen.
O-Ton Christian Schmidt (ADAC):
„Luftdruck prüfen, Bereifung prüfen, Unnötiges aus dem Auto entfernen. Also: Fahre ich beispielsweise noch eine Dachbox oder einen Fahrradträger herum – das macht gut und gerne einen halben Liter aus. Und dann merkt man, dass das entscheidende Euros sind.“
Denn eines ist klar: So schnell wie die Spritpreise gestiegen sind, so schnell kommen sie wohl auch dieses Mal nicht wieder runter.