Wie funktioniert „Buy now, pay later“?
Wer im Internet einkauft, kennt das Angebot: Mit wenigen Klicks können wir etwas bestellen und erstmal nichts dafür zahlen. Entscheiden wir uns dafür, schließen wir einen Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister, der für uns die Rechnung beim Online-Shop begleicht und uns einen Kleinkredit gibt. Wir sind dann verpflichtet, zum angegebenen Zeitpunkt an diesen Zahlungsdienstleister zu zahlen. Dieses Angebot kostet in der Regel nichts – zumindest nicht, wenn wir unserer Verpflichtung auch tatsächlich nachkommen.
Warum rät die Verbraucherzentrale ab?
Auch wenn das Angebot bei fristgerechter Zahlung kostenlos ist, rät die Verbraucherzentrale davon ab, in Online-Shops oder auch im stationären Handel Dinge über Kleinkredite zu finanzieren. Die Gefahr, den Überblick zu verlieren und in die Schuldenfalle zu geraten, sei einfach zu groß, sagt Sonja Guettat von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Das zeige auch die Erfahrung von Schuldnerberatungen, die immer mehr Menschen beraten, die über solche Kleinkredite Schulden angehäuft haben. Nur wer eine Anschaffung schwerlich aufschieben kann (z.B. für eine Waschmaschine o.ä.) und sicher weiß, dass die finanzielle Lage im nächsten Monat besser sein wird, könne über ein solches Angebot nachdenken.
Was passiert, wenn der Kunde nicht zahlen kann?
Wenn die Zahlungsfrist erreicht ist und der Kunde nicht zahlen kann, gibt es bei manchen Anbietern die Möglichkeit, die Zahlung noch einmal zu verschieben. Ist auch hier die Fälligkeit erreicht, entstehen spätestens Kosten. Zunächst trudeln Mahnungen ein. Wird die Forderung weiterhin nicht beglichen, wird in der Regel vom Finanzdienstleister ein Inkassounternehmen eingeschaltet. Danach folgen ein gerichtliches Mahnverfahren und schließlich eine Zwangsvollstreckung. Kommt es tatsächlich so weit, kann aus einer Forderung von 100,- Euro für ein Paar Sneaker oder Kopfhörer schnell eine Forderung von 300,- Euro werden.
Wie kann man verhindern, den Überblick zu verlieren?
Wer „Buy now, pay later“ nutzt, sollte unbedingt notieren, wann welcher Betrag fällig wird und diesen zu diesem Zeitpunkt begleichen. Um zu vermeiden, dass zum Abbuchungszeitpunkt nicht genügend Geld auf dem Konto ist, ist es sinnvoll, das Geld für die anstehende Zahlung möglichst frühzeitig zurückzulegen.
Woran erkenne ich, dass ich bereits ein Problem habe?
Ein sicheres Zeichen ist, wenn die eigenen Zahlungsverpflichtungen das verfügbare Einkommen übersteigen. Ein Warnsignal sollte sein, wenn mehrere Raten, Rechnungen oder aufgeschobene Zahlungen gleichzeitig laufen und nicht mehr klar ist, wann welcher Betrag fällig wird, oder einzelne Forderungen bereits nicht mehr bedient werden können. Die Empfehlung der Verbraucherzentrale: nicht abwarten, sondern sich frühzeitig Hilfe bei einer Schuldnerberatung holen.
Was ändert sich ab November 2026?
Am 20. November 2026 treten neue Regeln für Verbraucherkredite in Kraft. Kleinkredite, die bislang teilweise von den Verbraucherschutzvorschriften ausgenommen waren, werden künftig stärker reguliert. Dazu gehört auch hier die Kreditwürdigkeitsprüfung. Anbieter müssen künftig bei den betroffenen Kreditmodellen stärker prüfen, ob Verbraucher den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Damit sollen die Verbraucher besser geschützt werden. Der sichere Weg, nicht in die Schuldenfalle zu geraten, ist aber, eine Anschaffung nur dann zu tätigen, wenn die eigene Finanzlage dies erlaubt und dann auch direkt zu zahlen.
Im Studio: Sonja Guettat, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz