Maulwürfe auf Nahrungssuche
SWR1: Woran liegt es, dass zurzeit so viele Maulwürfe verenden? Liegt es an den zu trockenen Böden?
Ann-Sibyll Kuckuk: Das ist gar nicht so abwegig, denn gerade im trockenen Sommer – wie wir wissen, werden die Sommer immer trockener und heißer und somit werden auch die Böden trockener – ist das durchaus ein bekanntes Phänomen.
SWR1: Warum kommt der Mauerwurf mit dieser Situation nicht klar?
Kuckuk: Der Maulwurf wohnt bekannterweise unter der Erde und buddelt da sehr große Gangsysteme. Da kommt man durch harte, trockene Erde viel schwerer durch. Es ist schon mal deutlich anstrengender.
Aber das größte Problem ist für ihn, dass er viel schwerer an seine Leibspeise, die Regenwürmer, kommt. Die ziehen sich bei der Trockenheit immer weiter in tiefere Bodenschichten zurück, wo es noch feucht ist. Ganz so tief wie der Regenwurm kann der Maulwurf aber nicht graben. Dann kommt er einfach viel schlechter an seine Nahrung. Und somit kann er letztendlich auch verhungern.
Maulwurf im Garten: Unbeliebt, aber nützlich
Maulwurfshügel sind erst mal ein gutes Zeichen für einen gesunden Garten. Wenn die Erdhaufen stören, erfahren Sie, warum die Tiere nützlich sind und wie man sie schonend vertreibt.
Maulwürfe leiden sehr unter dem Klimawandel und seinen Folgen
SWR1: Jetzt sagen Sie aber auch, dass das Gegenteil, nämlich viel Regen, möglicherweise auch für den Maulwurf eine Gefahr sein kann. Warum das?
Kuckuk: Da geht es um diese Starkregen-Ereignisse, wo in kurzer Zeit sehr viel herunterkommt. Wie wir auch alle wissen, wenn das auf sehr harten Boden trifft, dann entsteht erstmal eine kleine Schlammlawine, weil der Boden es gar nicht so schnell aufnehmen kann.
Im Prinzip sucht sich das Wasser den Weg durch die Gangsysteme vom Maulwurf. Dann werden ja auch seine Gänge überflutet. Wenn er noch unten drinnen sitzt und nicht mehr rechtzeitig herauskommt, dann kann er schlichtweg ertrinken.
Aktuelle Berichte, Videos und Reportagen Dossier: Wie der Klimawandel RLP beeinflusst
Wetterphänomene eines nicht bekannten Ausmaßes machen deutlich: Das Klima auf der Erde verändert sich - das merken wir Menschen, aber auch Flora und Fauna sind betroffen.
SWR1: Was kann man tun, um die Situation der Maulwürfe zu verbessern?
Kuckuk: Als Gesellschaft müssen wir natürlich weiterhin gegen den Klimawandel vorgehen. Das wissen wir, glaube ich, alle. Das würde vielen Arten helfen. Aber was man zumindest im Kleinen machen könnte, ist, wenn man einen Garten hat, einen naturnahen Garten zu gestalten.