In Berlin bestellt, aus Honkong geliefert
Sie sehen im Internet ein Schnäppchen. Bevor Sie auf „Bestellen“ klicken, schauen Sie noch auf den Namen des Versenders: Da erscheint vielleicht ein Name wie z.B. Hanna Berlin. Und: Ihnen wird auch eine deutsche Domain angezeigt. Sie denken: Alles gut, deutscher Versender!
Im Nachhinein stellt sich allerdings heraus: Der Versender sitzt gar nicht in Berlin, sondern in Hongkong. Selbst die deutsche Domain, also die Endung mit .de, sagt wenig darüber aus, wo der Versender sitzt.
Tipp: Nehmen Sie nicht gleich den Erstbesten, der Ihnen oben bei der Google-Suche angezeigt wird. Checken Sie vor dem Bestellen besser nochmals das Impressum. Schauen Sie, wo der Versender tatsächlich seinen Sitz hat, auch wenn der Name oder die Online-Adresse suggeriert, dass Sie es mit einem deutschen Versender zu tun haben.
Wer die Rücksendung zahlen muss
Ich habe bestellt, die Ware kommt, sieht aber ganz anders aus als auf meinem Foto und die Qualität ist vielleicht auch eher minderwertig. Was tun?
Sie können die Ware zurücksenden. Bei Onlinekäufen haben Sie immer ein 14-tägiges Widerrufsrecht, das mit Zustellung der Ware beginnt.
Allerdings müssen Sie die Ware auf eigene Kosten zurücksenden und eine Rücksendung nach Asien kann schnell einmal 50-60 Euro kosten! Bei Waren aus einem Nicht-EU-Land kann zudem sogar noch eine pauschale Zollabgabe dazu kommen.
Schauen Sie deswegen schon vor dem Kauf: Wohin muss ich die Ware bei einem Widerruf schicken und wer muss für die Rücksendekosten aufkommen?
Kann ich mich weigern, die Rechnung zu zahlen?
Meistens hat der Verbraucher über Paypal oder Klarna gekauft hat und die bestehen auf ihr Geld, denn schließlich haben Sie die Ware bekommen! Sprich: Sie haben dann keinen Anspruch gegen den Zahlungsanbieter, wohl aber gegen den Verkäufer.
Heizölbestellung: Zu billig kann teuer werden!
Aktuell bestellen viele Heizöl für den Winter – auch online. Dabei werden Verbraucher mit einem Preis weit unter Marktniveau gelockt. Aber Vorsicht, denn auch dahinter kann eine Betrugsmasche stecken.
Die funktioniert so: Sie stoßen auf eine Website, die absolut seriös aussieht z.B. mit Preisen, AGBs, Impressum, Telefonnummern, Bewertungen und Gütesiegel. Ein gutgläubiger Kunde bestellt eine größere Menge Heizöl – das geht schnell in die Tausende.
Achtung bei Vorkasse: Beim Bezahlen wird Vorkasse verlangt. Alle anderen Zahlungsmöglichkeiten funktionieren nicht. Der Kunde überweist das Geld. Danach kommt es zu angeblichen Lieferverzögerungen, um Zeit zu gewinnen und Rückbuchungen zu vermeiden.
Irgendwann funktionieren auch die Website und die Telefonnummer nicht mehr. E-Mails bleiben unbeantwortet. Das Heizöl wird nie geliefert. Der Trick betrifft nicht nur Heizöllieferungen, sondern auch Holzlieferungen!
Treten Sie nie in Vorleistung!
Wichtig: Zahlen Sie nie im Voraus, auch wenn es dann vielleicht noch Skonto gibt. Werden Sie hellhörig bei unrealistischen Preisen weit unter Marktniveau. Werfen Sie immer einen Blick ins Impressum, bevor Sie bestellen.
Lassen Sie sich immer ein Angebot und einen Liefertermin geben und werfen Sie auch mal einen Blick in den Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale!
Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale
Seriös oder unseriös? Fake-Shops im Internet erkennen
Onlineshopping wird immer beliebter. Gleichzeitig finden sich aber auch mehr Betrüger und Fake-Shops im Internet. Wir sagen, wie Sie diese erkennen.
Schlüssel-Notdienst: Tür zu, Rechnung hoch!
Wer online bestellt, steht meist nicht unter einem besonderen Zeitdruck. Anders ist es, wenn Sie sich z.B. zuh Hause ausgeschlossen haben und schnell einen Notdienst finden müssen.
Viele googeln nach einem Schlüsseldienst im Internet, landen dann aber nicht bei der örtlichen Schlosserei oder dem Sicherheitsdienst um die Ecke, sondern bei einem Vermittlungsunternehmen.
Das ist aber nicht erkennbar, weil die Anbieter z.B. einen Namen haben wie Notdienst Schulz, Notdienst-Müller. Tatsächlich kommen aber die Handwerker oft von weiter weg und verlangen horrende Anfahrtspreise.
Am Ende kommt eventuell auch kein Handwerker, sondern ein vermeintlicher Experte, der eine hohe Rechnung präsentiert und auch noch eine sofortige Zahlung entweder in bar oder per Karte mit Pin-Eingabe verlangt.
Tipp: Keinen Druck machen lassen!
- Rufen Sie bei der Suche nach einem Schlüsseldienst keine Handynummer an. Werfen Sie trotz Zeitdrucks einen Blick ins Impressum. Vereinbaren Sie immer einen Komplettpreis.
- Fragen Sie vorher: „Was kostet die Türöffnung insgesamt mit Anfahrt, Arbeitszeit und Zuschlägen?“
- Lassen Sie sich vor der Haustüröffnung den Preis schriftlich geben!
- Checken Sie vor dem Anruf nochmals die Adresse des Unternehmens. Schauen Sie bestenfalls noch darauf, ob der Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen ist. Zahlen Sie nie sofort, sondern bestehen Sie auf einer Rechnung und Bezahlung durch Überweisung.
Rufen Sie notfalls die Polizei
Verlangt der Schlüsseldienst Bargeld, fahren Sie keinesfalls gemeinsam zum Geldautomaten! Eine Barzahlung kann nur verlangt werden, wenn sie vorher vereinbart wurde.
Droht der Schlüsseldienst damit, die Tür wieder zuzuziehen, wenn Sie nicht zahlen und fühlen Sie sich enorm unter Druck gesetzt, dann rufen Sie in solchen Situationen die Polizei über 110.
Wer gar nicht erst in solch eine Notsituation geraten will, hinterlegt bei einer Person seines Vertrauens wie z.B. Familie, Freunden oder Nachbarn einen Ersatzschlüssel.
Im Studio: Melanie Kaminski, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz