Der Sammler Frank Schumann sammelte jahrelang Dinge, die mit Martin Luther zu tun hatten. Nun widmet er sich Sammlerstücken, die ihm etwas über die Geschichte von Worms verraten. Wir haben mit ihm über seine Sammlung gesprochen.
Von der Geschichte Martin Luthers zu der Geschichte von Worms
SWR1: Woher kommt die Begeisterung für die Wormser Geschichte?
Frank Schumann: 1983 habe ich angefangen mit Briefmarken. Dann kam vor 42 Jahren das Thema "Luther" im Lutherjahr 1983. Irgendwann war Luther am Ende, das heißt, ich hatte alles. Ich hatte online die größte Luther-Sammlung, die man sich vorstellen kann.
Dann habe ich mich gefragt, was sammele ich jetzt? Und dann hab ich mich auf die Stadtgeschichte von Worms konzentriert und versucht, die so peu à peu zu sammeln.
Fotos von großen Ereignissen
SWR1: Was tragen Sie alles zusammen?
Schumann: Historische Postkarten, historische Briefe. Zeitzeugen, die etwas zu berichten haben, frage ich dann auch, oder aktuelle Sachen. Mit der Geschichte um etwa 1980 herum fängt es an. Dann wird es von städtischer Seite ein bisschen dünn.
Dann frage ich Stadtfotografen, ob sie mir ein paar Sachen zur Verfügung stellen. Das sind beispielsweise Fotos von Prominenten, die in Worms waren. Solche, die geschichtlich interessant sind. Gorbatschow war hier auf dem Flughafen in Worms und ist mit Helmut Kohl nach Ludwigshafen gefahren. Davon gibt es Fotos. Da bin ich momentan noch dran. Jeden Tag kommt etwas Neues dazu.
Eine große Sammlung
SWR1: Wie viele alte Postkarten, Fotos und Briefmarken besitzen Sie inzwischen von Worms?
Schumann: Die von Worms habe ich noch nicht gezählt. Von Luther habe ich über 1.500 verschiedene Sachen. Worms kommt mittlerweile auch schon auf die Größenordnung.
Unter einem Dach mit einem Sammler
SWR1: Sie wohnen mit Ihrer Schwester zusammen. Was sagt sie zu Ihrer Sammelleidenschaft?
Schumann: Sie hat eine Regel. Bei uns im Erdgeschoss hat meine Schwester ihr Domizil. Dort ist es Luther-frei. In Richtung Treppe, bis unters Dach, hängt überall Luther.