Unterstützung im Alltag

Pflege auf dem Land: Wie Gemeindeschwestern Senioren helfen

Pflege und Gesundheit gehören zu den großen Zukunftsfragen. Viele Senioren fragen sich, wie das Altwerden auf dem Land gelingen kann. Gemeindeschwestern begleiten sie zu Hause und stärken ihre Selbstständigkeit.

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Stand

Ulrike Beuttler arbeitet als sogenannte Gemeindeschwester Plus im Eifelkreis. Ihr Ziel ist es, dass Senioren möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Zuhause bleiben können. Wir haben mit ihr über ihren Job als Gemeindeschwester gesprochen.

Was macht eine Gemeindeschwester Plus?

SWR1: Wie würden Sie Ihren Job als Gemeindeschwester Plus beschreiben?

Ulrike Beuttler: Unsere Arbeit besteht darin, dass wir Seniorinnen und Senioren unterstützen, dass sie so lange wie möglich selbstständig zu Hause leben können. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Mal sehr pragmatisch, eine Wohnraumberatung.

Wir machen aber auch eine gesundheitliche Prävention. Das heißt, wir gucken, wie sehen die Leute aus? Wir alle sind Krankenschwestern oder Altenpfleger. Trinken die genug? Essen die genug? Bewegen die sich genug? Wie kräftigen die sich noch und gibt es da Möglichkeiten?

Wir gucken nach einer sozialen Teilhabeförderung. Das heißt, wie ist das Einsamkeitsempfinden? Was kann man dagegen tun?

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Pflege zu Hause und Angebote gegen Einsamkeit

SWR1: Gleichzeitig spielt auch Zeit eine Rolle, etwa bei Angeboten wie den Plauderspaziergängen in Bitburg. Wie läuft das?

Beuttler: Das ist ein offener Treff zu einem festen Termin einmal in der Woche, bei dem Menschen, die noch selbstständig leben, zusammenkommen. Es geht um Bewegung, Austausch, aber auch um Sichtbarkeit dieser Generation.

Wir wären froh, wenn wir mehr wären.

Wer finanziert die Gemeindeschwester?

SWR1: Wer zahlt das, wenn ich zum Beispiel für meine Mutter, die nicht mehr so fit ist, gerne eine Gemeindeschwester Plus hätte. Muss ich das selbst bezahlen?

Beuttler: Nein, das ist das Schöne. Wir sind ein ganz kostenfreies Angebot. Finanziert werden wir in den meisten Fällen vom Land Rheinland-Pfalz. Es ist wirklich mit keinerlei Kosten verbunden.

Es braucht mehr Gemeindeschwestern in Rheinland-Pfalz

SWR1: Jetzt gibt es leider nicht so viele Gemeindeschwestern, oder?

Beuttler: Es gibt, glaube ich, an die 90 in ganz Rheinland-Pfalz. Es könnten natürlich noch viel mehr sein, denn die Generation derer, die wir beraten, wächst stetig. Da kann man gerne noch nachlegen.

SWR1: Das haben sie nett formuliert. Es gibt drei Gemeindeschwestern mit je einer halben Stelle für circa 20.000 Menschen über 70 im Eifelkreis.

Beuttler: Ja, im Moment sieht das so aus. Wir wären froh, wenn wir mehr wären.

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SWR1: Wir haben mal die Parteiprogramme aller großen Parteien, die bei der Landtagswahl zugelassen sind, durchgeschaut. Von den sieben Parteien mit den größten Chancen haben lediglich zwei das Wort Gemeindeschwester in ihrem Wahlprogramm erwähnt. Wie finden Sie das?

Beuttler: Das ist schade. Aber das zeigt mal wieder, dass wir immer noch nicht ausreichend bekannt sind. Da könnte man auch noch dran arbeiten.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Veit Berthold
SWR1 RP Moderator Veit Berthold
Interview mit
Ulrike Beuttler, Gemeindeschwester Plus
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)