So funktioniert Regrowing
Regrowing ist kinderleicht: Schneiden Sie die entsprechenden Enden oder Strünke Ihres Gemüses ab. Geben Sie diese in ein Glas oder einen kleinen Behälter mit Wasser – aber nur so viel, dass die Wurzeln oder das untere Ende bedeckt sind. Stellen Sie das Ganze ans Fensterbrett, wo es hell ist. Wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage, damit nichts schimmelt oder gammelt. Schon nach kurzer Zeit werden Sie sehen, wie das Gemüse neues Grün sprießen lässt.
Frühlingszwiebeln – der schnelle Erfolg
Frühlingszwiebeln sind der perfekte Einstieg ins Regrowing – hier sehen Sie bereits nach wenigen Tagen den ersten Erfolg.
So geht's: Schneiden Sie etwa 2 cm des weißen Endes mit den Wurzeln ab. Stellen Sie das Stück in einem kleinen Gefäß (z.B. einem Eierbecher) so ins Wasser, dass die Wurzeln bedeckt sind. Schon nach zwei Tagen schiebt sich neues Grün nach oben – und nach 6 Tagen können Sie etwa 6 cm frischen Lauch ernten.
Tipp: Wechseln Sie das Wasser regelmäßig, um Schimmel zu vermeiden. Sobald die Wurzeln etwa 2 cm lang sind, können Sie die Frühlingszwiebel in Erde umtopfen – so wächst sie noch länger weiter.
Was lässt sich noch regrowen?
Neben Frühlingszwiebeln gibt es viele weitere Gemüsesorten, die Sie wieder wachsen lassen können. Hier eine Übersicht:
1. Wurzelgemüse
Geeignet: Pastinaken, Petersilienwurzel, Knollensellerie, Rote oder Gelbe Bete, Karotten, Rettich.
So geht’s: Verwenden Sie das obere Ende des Wurzelgemüses, also den Teil, an dem normalerweise die Blätter sitzen. Stellen Sie diesen in Wasser.
Ergebnis: Nach etwa 2 Wochen sprießt frisches Blattgrün, das Sie als Kräuterersatz zum Würzen verwenden können (z. B. in Salaten oder Suppen).
Hinweis: Das Gemüse bildet keine neue Wurzel, sondern nur Blattgrün. Je frischer das Wurzelgemüse ist, desto besser funktioniert das Regrowing.
2. Zitronengras
So geht’s: Den unteren, festen Teil in Wasser stellen. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, können Sie das Zitronengras in Erde einpflanzen.
3. Lauch/Porree
So geht’s: Ähnlich wie bei Frühlingszwiebeln – den unteren Teil mit Wurzeln ins Wasser stellen. Nach wenigen Tagen sprießt neues Grün.
Salat – Frischhalten leicht gemacht
Haben Sie einen Salatkopf, den Sie nicht direkt komplett verbrauchen? Mit Regrowing bleibt Ihr Salat länger frisch – und wächst vielleicht sogar ein wenig nach. Lassen Sie an den mittleren kleinen Blättern etwa 1–2 cm Strunk stehen. Stellen Sie den Strunk in ein Glas Wasser. Die Blätter wachsen zwar nur sehr langsam nach, bleiben aber lange frisch – perfekt für kleine Haushalte, die nicht den ganzen Salatkopf auf einmal brauchen.
Tipp: Das funktioniert besonders gut mit Salatherzen, Eichblattsalat oder Endivien.
Warum Regrowing ausprobieren?
- Nachhaltig: Sie nutzen Gemüsereste sinnvoll und vermeiden Lebensmittelverschwendung.
- Günstig: Frisches Grün, ohne etwas Neues zu kaufen.
- Spaßfaktor: Es ist faszinierend zu beobachten, wie das Gemüse nachwächst – ideal auch als kleines Experiment mit Kindern.
Regrowing mit Kindern – Lernen und Staunen
Regrowing ist eine tolle Möglichkeit, Kinder spielerisch an das Thema Nachhaltigkeit heranzuführen. Sie können dabei zusehen, wie aus einem kleinen Gemüserest neues Leben entsteht. Lassen Sie Kinder zum Beispiel Frühlingszwiebeln oder Karottenreste ansetzen und die Fortschritte jeden Tag beobachten.
Fazit: Regrowing – Klein anfangen, Großes bewirken. Regrowing ist einfach, macht Spaß und schont gleichzeitig Umwelt und Geldbeutel. Probieren Sie es aus: Stellen Sie ein paar Gemüsereste ins Wasser, warten Sie ab – und freuen Sie sich über frisches Grün auf Ihrem Fensterbrett.
Im Studio: Sabine Schütze, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung