Nach dem großen Wald- und Wiesenbrand bei Reichenbach sind die Nachlöscharbeiten seit Freitag beendet. Vier Tage später hat die Verwaltung jetzt auch das Betretungsverbot für die vom Waldbrand betroffene Fläche aufgehoben. Das haben die Verbandsgemeinden Baumholder und Kronweiler mitgeteilt.
Bei dem Waldbrand im Bereich Reichenbach/Kronweiler waren Ende Juli 22 Hektar Wald und Wiesen abgebrannt.
Zwischenzeitlich haben nach offiziellen Angaben etwa 220 Einsatzkräfte die Flammen bekämpft, darunter Feuerwehren der Bundeswehr, der US-Army und des Vereins "@fire". Auch Hubschrauber, Panzer und Wasserwerfer der Polizei waren im Einsatz.
Rallye-Auto soll Feuer bei Reichenbach verursacht haben Nach Einsatz von Panzern und Hubschraubern: Alarmstufe herabgesetzt
Etwa 22 Hektar Wald und Wiesen haben bei Baumholder gebrannt. Feuerwehr und Militär haben das Feuer weitgehend eingedämmt. Ausgelöst hat den Brand wohl ein Rallye-Auto.
Dass ein Rallyeauto so ein großes Feuer verursachen konnte, sei ungewöhnlich, sagte Marco Braun, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Baumholder: "Ein Autobrand ist normalerweise schnell unter Kontrolle." In Reichenbach aber griffen die Flammen schnell auf die Bäume über. Der Wind befeuerte den Brand.
Nach Angaben der Kreisverwaltung Birkenfeld war der Fahrer des Rallyeautos mit dem Wagen auf einem Feldweg bei Reichenbach unterwegs gewesen, als ein technischer Defekt auftrat. Brisant: Für diese Testfahrt hatte er laut der Behörde gar keine Genehmigung.
Ortsbürgermeister: Keine Genehmigung für Fahrt über Feldweg
Laut Kreisverwaltung ist der asphaltierte Feldweg für den Straßenverkehr nicht freigegeben. Nur landwirtschaftliche Maschinen dürfen ihn nutzen. Für die Testfahrt hätte der Fahrer also bei der Ortsgemeinde Reichenbach eine Genehmigung beantragen müssen.
Einen Antrag hat die Gemeinde aber nie erhalten, sagt Ortsbürgermeister Uwe Nees. Vor etwas mehr als einem Monat habe ein Bekannter des Fahrers bei ihm nachgefragt, ob es möglich wäre, den Feldweg für Testfahrten zu nutzen. "Ich hab gesagt, dass ich grundsätzlich nichts dagegen habe, weil hier in der Vergangenheit schon Profisportler geübt haben", sagt Nees.
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Die Voraussetzung wäre aber gewesen, dass jemand für Sicherheit sorgt und die Kreisverwaltung und die Feuerwehr involviert werden. Es hätte Streckenposten geben müssen und eine Absperrung rund um den Feldweg. Stattdessen habe der Fahrer noch nicht einmal Bescheid gesagt, ärgert sich der Ortsbürgermeister: "Ich hätte auch nicht erwartet, dass jemand auf die Idee kommt, bei dieser Witterung eine Testfahrt zu unternehmen."
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Polizei ermittelt, ob sich der Fahrer strafbar gemacht hat
Die Polizei hat mittlerweile das Auto sichergestellt und Ermittlungen eingeleitet. Dies bestätigt Michael Notzon, Sprecher des Präsidiums in Trier: "Aktueller Stand ist der, dass wir wissen, dass der Brand in einem Zusammenhang steht mit einem Fahrzeug, was da durchgefahren ist."
Die Testfahrt ohne Genehmigung wäre keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit, sagt er weiter: "Das kann vielleicht ein Bußgeld von circa 50 Euro nach sich ziehen." Teuer könnte es für den Fahrer werden, wenn er für den gewaltigen Feuerwehreinsatz und den Schaden aufkommen müsste, der laut Ortsgemeinde in die Millionen geht.
"Über etwaige Rechtsfolgen und Haftungsfragen kann erst nach Abschluss der Ermittlungen Auskunft erteilt werden", schreibt Axel Munsteiner von der Kreisverwaltung Birkenfeld. Polizeisprecher Notzon sagt: "Wir stehen bei den Ermittlungen noch ganz am Anfang und wissen noch nicht, ob sich jemand strafbar gemacht hat."
Rallye fand trotz des Brandes statt
Auch beim ADAC, der am 01. August die Eifel-Mosel-Rallye veranstaltete habe sich der Fahrer nicht registriert, sagt Pressesprecher Marco Hillmann. Alle offiziellen Test- und Einstellungsfahrten würden angemeldet. "Wir hatten über die Fahrt bei Reichenbach keinerlei Informationen", so Hillmann. Laut Polizei werde noch ermittelt, ob der Fahrer an der Rallye teilnehmen wollte. Klar ist nur, dass es sich um einen 38-Jährigen aus dem Saarland handelt.
Die Eifel Mosel Rallye fand trotz des Brandes und der anhaltenden Hitze und Trockenheit statt. Das Sicherheitskonzept dafür habe bereits seit Monaten gestanden, so der ADAC. Es wurden allerdings zusätzliche Brandwachen eingesetzt.