Michael Löhle und Florian Frank sind seit mehr als 15 Jahren im Auftrag der Forschungsanstalt für Waldökologie unterwegs, um den Zustand der Wälder in Rheinland-Pfalz zu dokumentieren. Diesmal schauen sie sich unter anderem in Wintrich an der Mosel einige Bäume an. Vor allem die Baumkrone steht dabei im Fokus. Dünnt sie sich zu stark aus, leidet der Baum.
Die Erkenntnisse von Löhle und Frank landen im rheinland-pfälzischen Waldzustandsbericht, der am Ende jedes Jahres vorgestellt wird.
Man fragt sich schon, wie das in den nächsten 20 Jahren weitergehen soll.
Über die aktuelle Entwicklung sorgen sich die beiden Männer: "Man fragt sich schon, wie das in den nächsten 20 Jahren weitergehen soll", sagt Michael Löhle.
Wald erholte sich 2025 leicht
Dabei hatte es im vergangenen Jahr noch gute Neuigkeiten gegeben. Laut des letzten Berichtes hatte sich der Wald 2025 leicht erholt. 18,6 Prozent der untersuchten Bäume hatten keine sichtbaren Schadmerkmale gezeigt. Das waren sechs Prozentpunkte mehr als 2024.
Waldzustandsbericht 2025 des Umweltministeriums Dem Wald in RLP geht es nach sieben Jahren wieder besser
Der Wald in Rheinland Pfalz hat sich 2025 erstmals seit Jahren leicht erholt. Das zeigt der neue Waldzustandsbericht, den Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) in Mainz vorgestellt hat.
Doch aufgrund der aktuellen Hitze und Trockenheit leidet der Wald in diesem Jahr wieder zunehmend, sagt Jana Glombitza, die an der Forschungsanstalt für Waldökologie in die Auswertung der Daten eingebunden ist. "Es sind schon sehr viele gelbe oder auch braune Bäume zu sehen. Die Bäume haben also defintiv mit der Trockenheit zu kämpfen."
Bäume kämpfen mit Trockenheit
Das sei auch in Wintrich an der Mosel zu beobachten. Der Zustand der dokumentierten Bäume ist dort zwar nicht so dramatisch, wie in anderen Teilen des Landes, doch in den vergangenen vier Jahrzehnten sind auch dort immer mehr Schäden im Wald zu beobachten.
Das bestätigt auch Valentin Ehret. Er ist der Leiter des Forstamtes Traben-Trarbach und auch für den Gemeindewald in Wintrich zuständig. "Es hat in den letzten Jahren Schäden durch den Borkenkäfer gegeben. Aber insgesamt sind wir hier im Wald noch mit einem blauen Auge davon gekommen." Er sorgt sich wegen der zunehmenden Trockenheit.
Aktuell habe sich der Borkenkäfer in Wintrich noch nicht ausgebreitet, aber mit zunehmender Hitze steigt die Wahrscheinlichkeit, sagt Ehret. Wie stark die Wälder in Rheinland-Pfalz durch die Trockenheit bereits beschädigt worden sind, wird in den kommenden Tagen von Michael Löhle, Florian Frank und vielen weiteren Helfern begutachtet. Veröffentlicht werden soll der Waldzustandsbericht dann am Ende dieses Jahres.