Legobau-Sets im Spielzeugladen überbieten sich gegenseitig an besonderen Einzelteilen: von Spezialrädern über komplizierte Hausbauelemente bis hin zu Mini-Popcorn-Tüten aus Lego. Im Zentrum für Baukultur gibt es nur "normale" Legosteine - in gelb, blau, rot, schwarz und weiß. Dafür Unmengen von ihnen: 120.000 Steine standen eine Woche lang bereit.
Dem 9-jährigen Jonathan macht es nichts aus, dass es keine Spezialsteine gibt. "Ich finde es schön, dass es hier so viele Legosteine gibt - und dass alles so sortiert ist", sagt er. Aus Kisten kann er ist die Steine holen, die er braucht. Und auch in der Mitte des großen Tischs liegen große Haufen nach Farben geordnet.
Kleine Steine - große Bauwerke: Riesen-Brücke, Pokal oder Segelschiff
Er ist zum ersten Mal dabei und baut mit seinem Freund eine Burg. Das größte Bauwerk, das in der Lego-Bauwoche entstanden ist, ist eine rote Brücke mit kunstvollen Brückenpfeilern. Etwa zwei Meter lang ist sie und an ihr wurde mehrere Tage lang gebaut. Auch beeindruckend: ein großer gelber Pokal, eine riesige Pyramide oder ein kunstvolles Segelschiff.
"Wenn man an heutige Lego-Sets denkt, ist es ein Schritt zurück zum einfachen Bauen, was wirklich sinnstiftend ist", findet Gina Reif vom Zentrum Baukultur. Ihre Kollegin Lilith Gensty bewundert, wie konzentriert die Kinder über Stunden an ihren Bauwerken gearbeitet haben. Und auch mancher Erwachsene hätte sich angemeldet - ganz ohne Kind im Schlepptau. Jeden Tag kamen bis zu 150 Kinder und Erwachsene zur Lego-Baustelle.
Kunstwerke werden fotografiert und dann auseinandergenommen
Zum dritten Mal gab es die Lego-Baustelle in Mainz - ein kostenloses Ferien-Angebot. Die 120.000 Steine wurden vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt ausgeliehen. Dahin müssen sie demnächst auch wieder zurückgegeben werden.
Deswegen müssen Mitarbeiter in den Mittagspausen die Kunstwerke wieder auseinandernehmen. Das sei zwar ein bisschen schade, sagt Gina Reif, aber vorher würden sie fotografiert und können dann auf der Internetseite des Zentrum Baukultur bewundert werden.