Die Erinnerung ist schmerzhaft. Die Amokfahrt jährt sich zum fünften Mal. Für viele Menschen fühlt es sich an, als wäre die grausame Tat erst gestern passiert. Die offizielle Veranstaltung an der Gedenkstätte zur Amokfahrt begann um 13:46 Uhr. Dazu läutete die Helena-Glocke im Trierer Dom. Auch Unbeteiligte kamen zur Gedenkstätte, um ihr Mitgefühl auszudrücken.
So gehen die Menschen damit um Sicherheitsgefühl nach der Amokfahrt: Was die Tat mit Trier gemacht hat
Vor fünf Jahren raste ein Mann mit einem Auto durch Trier und tötete mehrere Menschen. Weitere starben später an Verletzungen. Wie wirkt sich das bis heute aus?
Fünf Menschen starben damals unmittelbar, ein weiterer Mann erlag 2024 seinen Verletzungen. Ein weiterer Verletzter starb elf Monate nach der Amokfahrt. Bei ihm konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob er an den Folgen der Amokfahrt gestorben war.
Viele Betroffene weiter sehr belastet
Fünf Jahre nach der Amokfahrt in Trier sind viele Betroffene nach wie vor stark belastet. Bernd Steinmetz von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge berichtet, dass einige - trotz intensiver Therapie - die Fußgängerzone nicht betreten können. Sie scheuen weiter großen Ansammlungen von Menschen.
Tat jährt sich zum vierten Mal Erinnerung an Opfer der Trierer Amokfahrt an neuer Gedenkstätte
Die Amokfahrt durch Trier sorgte im Dezember 2020 für Entsetzen. Sechs Menschen starben. Für die Opfer wurde heute eine zentrale Gedenkstätte in der Nähe der Porta Nigra eröffnet.
Betroffene erlebten und erleben es so, dass sich ihr Leben mit dem einschneidenden Ereignis völlig geändert habe. Es gebe auch traumatisierte Augenzeugen, die es bis heute nicht schafften, sich in ein Auto zu setzen. Andere Menschen litten weiterhin unter körperlichen Folgen, weil sie damals verletzt worden seien.
Am Jahrestag der Amokfahrt legte Oberbürgermeister Wolfram Leibe einen Kranz nieder. Betroffene zündeteren Kerzen an und legten Blumen ab. Viele weinten.
Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr uns diese Menschen fehlen.
Wolfgang Hilsemer hatte durch die Amokfahrt seine Schwester verloren. Einige Monate später starb auch sein Schwager. Hilsemer erinnerte daran, wie schmerzhaft das für die Angehörigen noch immer ist. "Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sehr uns diese Menschen fehlen. Ihr Lachen, ihre Nähe, ihre Selbstverständlichkeit in unserem Leben. Und doch stehen wir heute hier, um nicht nur in Schmerz zu erinnern, sondern auch an die Liebe, die bleibt."
Anlaufstelle von Polizei und DRK zum Jahrestag
Bis 18 Uhr hatten DRK-Einsatzkräfte und Polizeibeamte der Zentralen Prävention des Polizeipräsidiums Trier im Bereich des Trierer Doms eine Anlaufstelle eingerichtet. Damit wolle man ein Zeichen der Nähe setzen. Denn auch fünf Jahre nach dem tragischen Ereignis spüren viele Betroffene, Angehörige, Einsatzkräfte und Menschen in Trier die Auswirkungen.
Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Polizei konnten dort angesprochen werden. Außerdem waren Streifenpolizisten und Mitarbeitende der psychosozialen Notfallversorgung im Bereich der Porta Nigra unterwegs. Sie können bei Sorgen und Fragen im Zusammenhang mit der Amokfahrt helfen.