Mehr Sicherheit in Fußgängerzone

Nach Autofahrt durch Trierer Innenstadt: Diskussion um Poller geht weiter

Die Diskussion um mehr Sicherheit in der Trierer Innenstadt geht weiter. Die Politik ist sich uneinig, nachdem ein Auto viel zu schnell durch die Innenstadt gefahren ist.

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Stand

Augenzeugen hatten der Polizei am Samstagabend gegen 19:40 Uhr ein Auto gemeldet, das durch die Fußgängerzone der Trierer Innenstadt gefahren ist. Das Auto, ein weißer VW Passat, war den Zeugen zufolge mit 30 bis 40 Kilometern pro Stunde unterwegs. Die Fahrt verlief von der Fleischstraße über den Kornmarkt zum Hauptmarkt in Richtung Sternstraße und wieder zurück.

Ein Auto ist in Trier am Samstagabend in die Fußgängerzone gefahren. Von der Fleischstraße Richtung Hauptmarkt.
In der Fleischstaße wurde das weiße Auto am Samstagabend zuerst von Zeugen gesehen, die die Polizei alarmierten.

Fahrt durch Innenstadt weckt Erinnerungen

Die Nachricht von einem Auto in der Trierer Fußgängerzone weckt bei vielen Menschen in Trier schlimme Erinnerungen an die Amokfahrt vom 1. Dezember 2020. "Es ist schon sehr erschreckend", sagt eine Passantin auf dem Trierer Hauptmarkt.

Im Dezember 2020 hatte ein Mann in der Fußgängerzone sechs Menschen mit seinem Auto getötet. Viele andere hat er schwer verletzt und traumatisiert.

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Jetzt fragen sich die Menschen in Trier, wie es immer noch möglich sein kann, mit dem Auto in die Fußgängerzone zu kommen, trotz der Poller. Bei den ganzen Sicherheitsvorkehrungen dürfte so etwas nicht passieren, sagt ein Mann dem SWR.

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Polizei geht nicht von Absicht aus

Die Beamten waren schnell vor Ort und konnten das Fahrzeug wenige Minuten nach dem Anruf der Zeugen in der Weberbach stoppen, so ein Sprecher der Polizei Trier. Alle verfügbaren Einheiten seien alarmiert worden.

Marc Fleischmann ist Sprecher im Polizeipräsidium Trier. Er ruft Zeugen, die das Auto am Samstag in der Trierer Fußgängerzone gesehen haben dazu auf, sich zu melden.
Marc Fleischmann ist Sprecher im Polizeipräsidium Trier. Er ruft Zeugen, die das Auto am Samstag in der Trierer Fußgängerzone gesehen haben dazu auf, sich zu melden.

Polizei sucht nach Zeugen

"Ein Auto in der Fußgängerzone ist für uns eine ernste Angelegenheit", sagte Marc Fleischmann, Sprecher im Polizeipräsidium Trier. Letztendlich sei in diesem Fall aber davon auszugehen, dass die vier Personen sich nicht auskannten und dazu noch betrunken waren. Die Polizei bittet Menschen, die am Samstag durch das Auto möglicherweise gefährdet wurden, sich bei der Polizeiinspektion Trier zu melden.

Alle Insassen betrunken

In dem Auto saßen laut Polizei vier junge Männer, 25 bis 31 Jahre alt, alle stark betrunken mit Atemalkoholwerten zwischen 1,43 und 2,18 Promille. Wer von ihnen auf der Fahrt durch die Fußgängerzone am Steuer saß, ist noch nicht klar. Die Ermittler wollen es mit Hilfe von Zeugenaussagen herausfinden. Der Wagen wurde sichergestellt. 

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Diskussion um Pollerkonzept in Trier

In der Stadtratssitzung Ende Juni hat der Trierer Stadtrat über das Pollerkonzept diskutiert. Die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP schlugen vor, zwar Hauptmarkt, Kornmarkt und Domfreihof wie geplant mit Pollern zu schützen, das gesamte Konzept aber zu überdenken und wegen der Kosten zu minimieren.

Auch nach dem Vorfall am Samstag bleibt die CDU Fraktion bei ihrer Ansicht, sagte der Vorsitzende Thomas Marx dem SWR. So sieht das auch die FDP. Vorsitzender Tobias Schneider sagte dem SWR, der innere Ring solle abgesichert werden, doch bei weiteren Maßnahmen müsse man fragen, ob das sein müsse. Aus der Fraktion der Grünen im Stadtrat heißt es, man bleibe bei den Vorschlägen der letzten Stadtratssitzung. Mit dem Konzept des Jamaika-Bündnisses wäre der Vorfall am Samstag nicht möglich gewesen.

Stadtvorstand sieht sich beim Pollerkonzept bestärkt

Am Montagmorgen tagte der Stadtvorstand. Die Polizei informierte die Stadtspitze darüber, was genau am Samstagabend passiert war. Der Stadtvorstand sieht sich nach Angaben eines Sprechers in seinem Plan für das Pollerkonzept bestärkt. Er hat nun beschlossen, dass die Pollerlinien an der Simeonstraße, Grabenstraße, Fleischstraße und Dietrichstraße schon am 15. September in Betrieb gehen. Das war ursprünglich erst für Januar 2026 geplant. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat eine Sondersitzung der Dezernate für Ordnung und Bauen beantragt.

Stadtvorstand beschließt kurzfristige Maßnahmen

Damit Autos nicht mehr vom Stockplatz auf den Hauptmarkt fahren können, werden dort nach Angaben der Stadt nun temporäre Durchfahrtssperren aufgestellt, wie man sie von Großveranstaltungen kennt.

Damit sich kein Auto mehr versehentlich in die Fußgängerzone verirrt, werden die bestehenden Einfahrten an der Neustraße, Simeonstraße, Fleisch- und Brotstraße besser als Fußgängerzone kenntlich gemacht.

Die Steuerung der Poller in Trier funktioniert nicht immer.
Wie hier in der Simeonstraße sind die Poller in der Trierer Fußgängerzone nicht immer alle hochgefahren.

Steuerung der Poller funktioniert nicht immer

Nicht immer sind alle Poller hochgefahren, außerdem funktioniert die Steuerung bei allen noch nicht fehlerfrei. Im September soll der Stadtrat wieder darüber abstimmen, wie es mit dem Pollersystem in Trier weitergehen soll.

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