Ein großes Flammenmeer lodert in den Himmel, Rauch steigt auf, ein Flugzeug auf der Air Base in Ramstein brennt, jetzt zählt jede Sekunde. Amerikanische und deutsche Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand und löschen die Maschine in wenigen Minuten.
Es ist - zum Glück - dieses Mal nur Show, denn das amerikanische Fire Department auf der Air Base hat zum Tag der offenen Tür geladen. Große Löschfahrzeuge, alte Feuerwehrautos, modernste Rettungstechnik zum Bergen von eingeklemmten Menschen, für die Zuschauer ist alles vorbereitet. Wir treffen vier Feuerwehrmänner aus vier verschiedenen Bereichen, aber mit einer gemeinsamen Mission: Menschenleben retten.
Stellvertretender Kommandant Timothy Sauerwald: "Kein Tag wie der andere"
Timothy Sauerwald ist 33 Jahre alt, in Alaska aufgewachsen und seit zwölf Jahren beim Militär. Als Tech Sergeant gehört er zur Führung der Feuerwehr auf der Air Base Ramstein. Sein Job ist abwechslungsreich: Von medizinischen Notfällen bis zu schweren Bränden und Flugzeugunfällen hat er alles auf dem Schirm. "Ich mag es, wenn die Arbeit nicht monoton ist", sagt er. Jeder Tag bringe neue Herausforderungen und die Chance, sich weiterzuentwickeln.
Rund 80 deutsche Ortskräfte arbeiten mit amerikanischen Militärangehörigen zusammen. Für Timothy Sauerwald ist das ein großer Gewinn: Viele deutsche Kollegen kennen die Region seit Jahrzehnten. Dieses Wissen sei enorm wertvoll. Und auch menschlich stimmt es: "Es ist mehr als ein Team, es ist eine Familie", sagt Sauerwald.
Thomas Kennel: Vom Quereinsteiger zum Traumjob
Thomas Kennel ist deutscher Feuerwehrmann und Gruppenführer auf der Air Base. Zur Feuerwehr kam er eher zufällig, ein "Quereinsteiger aus einer ganz anderen beruflichen Ecke". Heute blickt er auf insgesamt 13 Jahre Feuerwehrerfahrung zurück. Die Arbeit bei den US-Amerikanern ist für ihn etwas Besonderes. Auf die Frage, ob sich seine Kindheitsträume erfüllt hätten, sagt er lächelnd: "Klar, eigentlich alles."
Die deutschen Feuerwehrleute auf der Air Base arbeiten 24 Stunden am Stück, die amerikanischen Militärangehörigen bleiben sogar 48 Stunden auf der Wache. Für Thomas Kennel bedeutet das zwar, zeitweise von der Familie getrennt zu sein. Es bringt aber auch Vorteile: "Wenn ich 24 Stunden arbeiten war, bin ich ja auch wieder 24 Stunden zu Hause.“ So konnte er seine Kinder zum Kindergarten bringen und abholen und sie bewusster aufwachsen sehen.
Sören Scholtka arbeitet über Grenzen hinweg: "unterschiedliche Technik, gemeinsames Training"
Sören Scholtka ist Wehrführer der Feuerwehr Ramstein-Miesenbach. Wenn es in der Region brennt, arbeiten deutsche und amerikanische Kräfte Hand in Hand – etwa bei Waldbränden oder großen Lagen. Besonders hilfreich seien die amerikanischen Löschfahrzeuge mit ihren großen Wasservorräten, erzählt er. Allerdings passen die Fahrzeuge nicht überall durch, verrät der Westpfälzer. "Denn die Straßen bei uns sind meistens für so was Riesiges nicht ausgelegt", erklärt Scholtka. Im Einsatz kommt es deshalb auf gute Abstimmung an.
Deutsche und amerikanische Feuerwehren nutzen teilweise unterschiedliche Gerätschaften. Das ist aber kein großes Hindernis. Mit passenden Übergangsstücken lassen sich beispielsweise die Schlauchsysteme verbinden. Gemeinsame Übungen machen die Abläufe sicherer. Scholtka erklärt: "Je mehr man übt, umso sicherer wird man im Umgang mit allem." Und wenn Wasser gebraucht wird, gilt für ihn eine einfache Regel: "Wasser ist Wasser, das muss nur von A nach B."
Markus Krüger: mehr als 30 Jahre in der Einsatzzentrale der Feuerwehr
Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Markus Krüger aus Bruchmühlbach-Miesau im Kreis Kaiserslautern in der Einsatzzentrale der Air Base Ramstein. Hier laufen Informationen zusammen, Einsätze werden koordiniert und die Kollegen alarmiert. Erfahrung und ein kühler Kopf sind dabei entscheidend.
Für ihn ist Ramstein längst mehr als ein Arbeitsplatz: Er möchte hier auch in Rente gehen. Seine Geschichte zeigt, dass Lebensrettung nicht nur draußen am Feuer beginnt, sondern auch dort, wo Einsätze organisiert werden. Die Feuerwehrleute auf der Air Base Ramstein trainieren Brand- und Unfall-Szenarien deshalb regelmäßig. Ihre Devise: auf das Schlimmste vorbereitet sein und auf das Beste hoffen. Denn wenn es wirklich brennt, muss jeder Handgriff sitzen.
Vier Perspektiven, eine Feuerwehrfamilie
Ob amerikanischer Militärfeuerwehrmann, deutscher Gruppenführer auf der Air Base, örtlicher Wehrführer oder Mitarbeiter in der Einsatzzentrale: Jeder hat seine Aufgabe und die ist wichtig. Denn im Ernstfall zählt das Zusammenspiel. Und nicht nur bei den großen Löschfahrzeugen. Im Geräteraum werden Atemschutzgeräte gereinigt, geprüft und gewartet. Leere Flaschen werden neu befüllt, Masken kontrolliert und die Atemluft im Labor untersucht.
Feuer, explosive Stoffe oder gefährliche Rauchgase - Feuerwehrleute setzen immer wieder ihr Leben für andere Menschen in gefährlichen Situationen aufs Spiel. Und da gilt das Motto "gemeinsam sind wir stark". Nationalität, verschiedene Sprachen, andere Uniformen oder Technik spielen dann keine Rolle. Entscheidend ist, dass die Hilfe schnell ankommt.