Tag der offenen Tür mit Feuerwehrübungen

Die deutsch-amerikanische Feuerwehrfamilie auf der Air Base Ramstein

Deutsche und amerikanische Feuerwehrleute der Air Base Ramstein erzählen am Tag der offenen Tür von ihrem Traumjob und warum sie im Notfall gemeinsam alles tun, um Leben zu retten.

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Stand

Von Autor/in Alexandra Dietz

Ein großes Flammenmeer lodert in den Himmel, Rauch steigt auf, ein Flugzeug auf der Air Base in Ramstein brennt, jetzt zählt jede Sekunde. Amerikanische und deutsche Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand und löschen die Maschine in wenigen Minuten.

Es ist - zum Glück - dieses Mal nur Show, denn das amerikanische Fire Department auf der Air Base hat zum Tag der offenen Tür geladen. Große Löschfahrzeuge, alte Feuerwehrautos, modernste Rettungstechnik zum Bergen von eingeklemmten Menschen, für die Zuschauer ist alles vorbereitet. Wir treffen vier Feuerwehrmänner aus vier verschiedenen Bereichen, aber mit einer gemeinsamen Mission: Menschenleben retten.

Stellvertretender Kommandant Timothy Sauerwald: "Kein Tag wie der andere"

Timothy Sauerwald ist 33 Jahre alt, in Alaska aufgewachsen und seit zwölf Jahren beim Militär. Als Tech Sergeant gehört er zur Führung der Feuerwehr auf der Air Base Ramstein. Sein Job ist abwechslungsreich: Von medizinischen Notfällen bis zu schweren Bränden und Flugzeugunfällen hat er alles auf dem Schirm. "Ich mag es, wenn die Arbeit nicht monoton ist", sagt er. Jeder Tag bringe neue Herausforderungen und die Chance, sich weiterzuentwickeln.

Der 33-Jährige ist stellvertretender Feuerwehrkommandant beim US Air Force Fire Department der Air Base Ramstein.
Timothy Sauerwald - der stellvertretende Feuerwehrkommandant beim United States Air Force Fire Department auf der Air Base Ramstein. Der 33-Jährige brennt für seinen Job.

Rund 80 deutsche Ortskräfte arbeiten mit amerikanischen Militärangehörigen zusammen. Für Timothy Sauerwald ist das ein großer Gewinn: Viele deutsche Kollegen kennen die Region seit Jahrzehnten. Dieses Wissen sei enorm wertvoll. Und auch menschlich stimmt es: "Es ist mehr als ein Team, es ist eine Familie", sagt Sauerwald.

Thomas Kennel: Vom Quereinsteiger zum Traumjob

Thomas Kennel ist deutscher Feuerwehrmann und Gruppenführer auf der Air Base. Zur Feuerwehr kam er eher zufällig, ein "Quereinsteiger aus einer ganz anderen beruflichen Ecke". Heute blickt er auf insgesamt 13 Jahre Feuerwehrerfahrung zurück. Die Arbeit bei den US-Amerikanern ist für ihn etwas Besonderes. Auf die Frage, ob sich seine Kindheitsträume erfüllt hätten, sagt er lächelnd: "Klar, eigentlich alles."

Als Gruppenleiter der deutschen Feuerwehr auf der Air Base in Ramstein macht Thomas Kennel seinen Traumjob. Er ist Quereinsteiger und würde diesen Weg immer wieder gehen.
Thomas Kennel ist Gruppenleiter der deutschen Feuerwehr auf der Air Base Ramstein. Er ist Quereinsteiger und liebt seinen Job.

Die deutschen Feuerwehrleute auf der Air Base arbeiten 24 Stunden am Stück, die amerikanischen Militärangehörigen bleiben sogar 48 Stunden auf der Wache. Für Thomas Kennel bedeutet das zwar, zeitweise von der Familie getrennt zu sein. Es bringt aber auch Vorteile: "Wenn ich 24 Stunden arbeiten war, bin ich ja auch wieder 24 Stunden zu Hause.“ So konnte er seine Kinder zum Kindergarten bringen und abholen und sie bewusster aufwachsen sehen.

Sören Scholtka arbeitet über Grenzen hinweg: "unterschiedliche Technik, gemeinsames Training"

Sören Scholtka ist Wehrführer der Feuerwehr Ramstein-Miesenbach. Wenn es in der Region brennt, arbeiten deutsche und amerikanische Kräfte Hand in Hand – etwa bei Waldbränden oder großen Lagen. Besonders hilfreich seien die amerikanischen Löschfahrzeuge mit ihren großen Wasservorräten, erzählt er. Allerdings passen die Fahrzeuge nicht überall durch, verrät der Westpfälzer. "Denn die Straßen bei uns sind meistens für so was Riesiges nicht ausgelegt", erklärt Scholtka. Im Einsatz kommt es deshalb auf gute Abstimmung an.

Er arbeitet eng mit den Amerikanern zusammen, auch wenn Sören Scholtka sich von der Feuerwehr Ramstein-Miesenbac gegen einen Job auf der Air Base entschieden hat.
Sören Scholtka von der Feuerwehr Ramstein-Miesenbach im Kreis Kaiserslautern hat sich gegen einen Job auf der Air Base entschieden. Er arbeitet dennoch eng mit den Amerikanern zusammen.

Deutsche und amerikanische Feuerwehren nutzen teilweise unterschiedliche Gerätschaften. Das ist aber kein großes Hindernis. Mit passenden Übergangsstücken lassen sich beispielsweise die Schlauchsysteme verbinden. Gemeinsame Übungen machen die Abläufe sicherer. Scholtka erklärt: "Je mehr man übt, umso sicherer wird man im Umgang mit allem." Und wenn Wasser gebraucht wird, gilt für ihn eine einfache Regel: "Wasser ist Wasser, das muss nur von A nach B."

Markus Krüger: mehr als 30 Jahre in der Einsatzzentrale der Feuerwehr

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Markus Krüger aus Bruchmühlbach-Miesau im Kreis Kaiserslautern in der Einsatzzentrale der Air Base Ramstein. Hier laufen Informationen zusammen, Einsätze werden koordiniert und die Kollegen alarmiert. Erfahrung und ein kühler Kopf sind dabei entscheidend.

Er hat den besten Blick auf die Start- und Landebahn der Air Base Ramstein. Der 59-jährige Markus Krüger arbeitet seit 1995 in der Einsatzzentrale des Control Towers.
Markus Krüger ist 59 Jahre alt und arbeitet seit 1995 in der Einsatzzentrale im Control Tower - mit Blick auf Start- und Landebahn der Air Base Ramstein.

Für ihn ist Ramstein längst mehr als ein Arbeitsplatz: Er möchte hier auch in Rente gehen. Seine Geschichte zeigt, dass Lebensrettung nicht nur draußen am Feuer beginnt, sondern auch dort, wo Einsätze organisiert werden. Die Feuerwehrleute auf der Air Base Ramstein trainieren Brand- und Unfall-Szenarien deshalb regelmäßig. Ihre Devise: auf das Schlimmste vorbereitet sein und auf das Beste hoffen. Denn wenn es wirklich brennt, muss jeder Handgriff sitzen.

Vier Perspektiven, eine Feuerwehrfamilie

Ob amerikanischer Militärfeuerwehrmann, deutscher Gruppenführer auf der Air Base, örtlicher Wehrführer oder Mitarbeiter in der Einsatzzentrale: Jeder hat seine Aufgabe und die ist wichtig. Denn im Ernstfall zählt das Zusammenspiel. Und nicht nur bei den großen Löschfahrzeugen. Im Geräteraum werden Atemschutzgeräte gereinigt, geprüft und gewartet. Leere Flaschen werden neu befüllt, Masken kontrolliert und die Atemluft im Labor untersucht.

Die amerikanischen Feuerwehrautos sind oft bunter und deutlich mehr beleuchtet als die deutschen Einsatzfahrzeuge.
Die Feuerwehrautos der US Air Force sind deutlich bunter und auch mit Lichtern ausgestattet. Die deutschen Pendants sind optisch eher zurückhaltend. Bild in Detailansicht öffnen
Give Aways für die Kleinen gab es beim Tag der offenen Tür für die Besucher reichlich.
Für die Besucher beim Open House des Air Force Fire Departmens gab es jede Menge Geschenke zum Mitnehmen. Bild in Detailansicht öffnen
Deutsch-amerikanische Zusammenarbeit: Seit Jahrzehnten arbeiten die Feuerwehren gemeinsam Hand in Hand auf der Air Base.
Zusammenarbeit wird bei den Feuerwehren großgeschrieben. Sprachbarrieren gibt es selten. Bild in Detailansicht öffnen
Während der Schicht auf der Air Base halten sich die Feuerwehrleute hier auf.
Ein Gemeinschaftsraum mit Spielen, Spielkonsolen und Büchern wartet hier im dritten Stock des Fire Departments auf die Feuerwehrleute. Bild in Detailansicht öffnen
Egal ob deutsche Hausmannskost, Burger oder Barbecue. Gekocht wird hier gemeinsam in der Küche des Fire Departments.
Zwischen den Einsätzen wird hier öfter gemeinsam gekocht. Amerikanisches Essen genauso wie regionale deutsche Gerichte. Bild in Detailansicht öffnen
Pause machen geht an vielen Stellen. Dieser Aufenthaltsraum ist für die deutschen Feuerwehrleute gedacht. Amerikaner sind trotzdem willkommen.
Auch für die deutschen Feuerwehrkräfte gibt es einen eigenen Aufenthaltsraum. Auch hier wird zwischen den Einsätzen gemeinsam Pause gemacht. Bild in Detailansicht öffnen
Wenn der Alarm dröhnt, rutschen die Feuerwehrleute hier runter zur Halle. Dort heißt es dann umziehen und in die Einsatzwagen.
Hier geht's abwärts: Aus dem dritten Stock rutschen die Feuerwehrleute runter zu den Feuerwehrautos. Bild in Detailansicht öffnen
Höhenangst darf man hier keine haben. Bei einem Einsatz geht es mehrere Meter nach unten.
Wie im Hollywood-Film: An dieser Stange geht es einige Meter nach unten. Bild in Detailansicht öffnen
Ohne Atemschutzmaske und Sauerstoffflasche geht im Ernstfall nichts. Im Wartungsraum wird das Equipment der Feuerwehrleute regelmäßig geprüft.
Im Wartungsraum wird das Equipment der Feuerwehrleute regelmäßig geprüft. Ohne Atemschutzmaske und Sauerstoffflasche geht im Ernstfall nichts. Bild in Detailansicht öffnen
Personenrettung aus einem Unfallwagen. Auch das zeigen die Feuerwehren beim Tag der offenen Tür.
Tag der offenen Tür: Die Feuerwehrleute zeigen auch, wie sie mit hydraulischem Werkzeug ein Unfallauto zerschneiden, um Opfer aus dem Auto zu retten. Bild in Detailansicht öffnen
Andere Länder, andere Technik. Die Teams sind seit Jahrzehnten auf die unterschiedlichen System eingespielt.
Damit die amerikanischen Anschlüsse an deutsches Equipment passen, braucht es spezielle Adapter. Hier sind alle Teams seit Jahrzehnten eingespielt. Bild in Detailansicht öffnen
Am Ende sind die Wagen der beiden Länder anders aufgeteilt, der regelmäßige Austausch und Schulungen sorgen aber für blindes Verständnis.
In den deutschen Feuerwehrautos ist vieles anders angeordnet. Die Technik unterscheidet sich stellenweise mal mehr und mal weniger. Bild in Detailansicht öffnen
Es brennt! Aber nur für die Show - die Brandsimulationsanlage (Aircraft Fire Training Mockup) ist speziell für Übungen auf der Air Base gedacht.
In der Brandsimulationsanlage (Aircraft Fire Training Mockup) wird ein Flugzeug wie die Lockheed C-130 Hercules in Brand gesetzt. Bild in Detailansicht öffnen

Feuer, explosive Stoffe oder gefährliche Rauchgase - Feuerwehrleute setzen immer wieder ihr Leben für andere Menschen in gefährlichen Situationen aufs Spiel. Und da gilt das Motto "gemeinsam sind wir stark". Nationalität, verschiedene Sprachen, andere Uniformen oder Technik spielen dann keine Rolle. Entscheidend ist, dass die Hilfe schnell ankommt.

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Alexandra Dietz
SWR-Reporterin Alexandra Dietz aus dem Studio in Kaiserslautern.

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