Eine Allee im tiefen Wald. Hohe Bäume auf beiden Seiten eines schmalen Weges. An den Rändern wachsen Bodendecker und Brombeeren. Samuel Geiger, der Forstrevierleiter Haingeraide im Forstamt Haardt, bleibt stehen, als der Weg etwas breiter wird.
Kastanien, Buchen und Kiefern stehen hier. Sorgenvoll blickt er nach oben: "Man sieht es an den Kronen, die immer lichter werden. Viele Bäume befinden sich im Absterbe-Prozess", sagt er.
Einheimische Bäume sterben ab
Tatsächlich: Einige Bäume, die auf einer Höhe von etwa zehn Metern noch kräftige Äste bilden, werden nach oben hin immer schmaler und lichter. "Die meisten Bäume sterben von oben. Wasser aus den Wurzeln wandert Richtung Krone. Wenn von unten keine Feuchtigkeit nachkommt, weil der Niederschlag fehlt, hört das Leben ab einer bestimmten Höhe auf", erklärt Samuel Geiger, der wie seine Kollegen alles probiert, um den Trend zu stoppen.
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In Wäldern der Vorder- und Südpfalz sorgt der Klimawandel jetzt überraschend für ein Baumsterben auch bei den Eichen. Diese Baumart galt bisher als besonders widerstandsfähig.
"Die Eiche kommt etwas besser mit den neuen Bedingungen zurecht, auf die setzen wir Förster und pflanzen sie häufig. Die heimischen Nadelbäume sind dagegen die großen Verlierer. Fichten und Kiefern hier in der Region, sterben zunehmend komplett ab."
Seit 2018 herrschte laut Umweltbundesamt in vier Jahren von acht Jahren eine extreme Trockenheit in Deutschland. Die extreme Hitze kommt in diesem Jahr dazu.
Junge Bäume können besser mit Hitze umgehen
Tote Bäume werden von Samuel Geiger und seinen Kolleginnen und Kollegen entnommen, dafür junge Bäume neu gepflanzt. Sie, die bei der großen Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre herangezogen worden sind, können besser mit den neuen Belastungen umgehen. "Das ist Epigenetik. Es sind genetisch die gleichen Bäume, aber die jungen können bei den härteren Bedingungen eher bestehen. Weil sie wärmere, trockenere Zeiten gewohnt sind und feuchte, kühle Jahre nicht selbst erlebt haben."
Neue Baumsorten im Pfälzerwald
Nicht nur Eichen und junge Bäume sind besser auf die neuen Bedingungen vorbereitet. Bald sollen auch verschiedene Bäume aus Südeuropa im Pfälzerwald Schatten spenden, sagt Samuel Geiger: "Wir ergänzen Bestände mit Pflanzen, die aus dem Mittelmeerraum kommen und auf die neuen Bedingungen besser vorbereitet sind. Zum Beispiel die Libanon-Zeder, die türkische Baumhasel oder die bulgarische Tanne. Da haben wir die Erfahrung gemacht, dass die jetzt sehr gut wachsen.“
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Innerhalb von 25 Jahren ist der Grundwasserspiegel bei Landau um 50 Zentimeter gesunken. Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar. Wir waren mit einem Experten unterwegs.
Starkregen für den Wald nutzbar machen
Samuel Geiger steigt in sein Auto und fährt einige hundert Meter durch den Wald, abwärts in Richtung Frankweiler. Nach rund achthundert Metern tauchen rechts vom Weg immer wieder Becken auf. Etwa zwei mal zwei Meter große - und ein Meter tiefe Löcher, in denen Wasser steht. "Das sind Sickerbecken, die wir angelegt haben. Es gibt viel weniger Landregen als früher, stattdessen Starkregenereignisse, bei denen nur der Boden zerstört wird, das Wasser aber nicht versickert. In den Becken wird das Wasser gesammelt und nach und nach an den Boden abgegeben."
Bäume in einem Umkreis von etwa dreißig Metern profitieren laut dem Förster von den Becken. Insekten und Vögel ebenfalls. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für den Wald.