Student Philipp Mayer setzt seinen Fahrradhelm auf und verlässt den Hof des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) für Laboratoriumsmedizin in der Koblenzer Innenstadt. Seine nächste Station ist ein Krankenhaus in der südlichen Vorstadt. Glück für ihn: Denn diese Strecke wird derzeit komplett zur Fahrradstraße ausgebaut. Einzig an einem Zebrastreifen müsse er noch besonders vorsichtig sein, sagt er: "Ich denke, dass hilft am meisten: Rücksicht nehmen! Auch auf Fußgänger."
Ich denke, dass hilft am meisten: Rücksicht nehmen! Auch auf Fußgänger.
Das Labor Koblenz setzt das Lasten-E-Bike im Umkreis von zwei Kilometern ein. Die Kuriere pendeln mit Befunden, Blutproben und Blutkonserven wochentags zwischen 8 und 17 Uhr regelmäßig zwischen Krankenhäusern, Arztpraxen und dem Labor in der Innenstadt hin und her.
Lastenrad in Koblenz schneller als das Auto
Laut MVZ Koblenz ist der Fahrradtransport hier zeitlich im Vorteil gegenüber dem Kurier-Transport mit dem Auto. "Dank des Ausbaus von Fahrradwegen und Fahrradstraßen können wir mit dem Lastenrad im städtischen Verkehr deutlich Zeit sparen. So gelangen die Proben schneller ins Labor", teilte ein Sprecher des MVZ Koblenz mit. Im nächsten Jahr soll für eine zusätzliche Route ein zweites Lastenrad zum Einsatz kommen.
Mit Respekt und Rücksicht durch den Straßenverkehr
Fünf Jahre Lastentransport mit dem Fahrrad - da gibt es für den Fahrrad-Kurierdienst durchaus auch Strecken durch die Koblenzer Innenstadt ohne Fahrradweg. Da könne es auch mal zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen, sagt Kurierfahrerin Julia Rac. Ihr ist noch eine Situation in Erinnerung: In einem Kreisverkehr sei sie zunächst von einem Auto überholt worden, wenig später sei sie dann wieder an dem Wagen vorbeigefahren. An einem Zebrastreifen habe sie der Autofahrer dann mehrfach angehupt. "Man muss dann auch lernen, geduldig zu sein in solchen Situationen."
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Bislang sei es aber immer nur fast zu einem Unfall gekommen, weil sie vorausschauend unterwegs sei, sagt die Radkurierin. So beschreibt es auch Philipp Mayer. Einmal sei er auf einer Vorfahrtsstraße unterwegs gewesen, als ihm ein Auto die Vorfahrt nahm. Nur mit seiner Vollbremsung sei gerade noch alles gut gegangen. Das Auto sei einfach weitergefahren.
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Mit dem Lasten-E-Bike durch die Stadt
Die Kurierfahrerinnen und -fahrer des Labors Koblenz sprechen sich untereinander in einer Messenger-Gruppe ab. Da gebe es dann zum Beispiel auch schon mal den Hinweis, es sei gerade ein Fußgänger unterwegs, der Radfahrer vom Rad schubse, sagt Julia Rac. Ein Kollege habe auch schon eine verbale Auseinandersetzung erlebt. Manchmal gebe es halt verrückte Situationen, aber trotzdem mache ihr der Job Spaß, sagt die Werkstudentin.
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