Seit Wochen ist kein wirklicher Regen in Rheinland-Pfalz in Sicht. Das bisschen Wasser, das noch in den Gewässern des Landes ist, heizt sich immer weiter auf - der Sauerstoff darin wird dünner und dünner, Fische und andere Tiere darin sterben.
Fischsterben vor allem in den Nebenflüssen
Und die toten Tiere tauchen dann oben an der Wasserfläche auf. "Wir finden momentan insbesondere in den Nebenflüssen der größeren Ströme Mosel und Rhein immer mehr", berichtet Frank Steinmann vom Landesfischereiverband. Wenn Fließgewässer austrockneten, gebe es eben zwangsläufig ein Fischsterben. Gerade Arten, die sauerstoffliebhabend seien, würden sterben, so der Fischereiökologe.
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Das Niedrigwasser am Mittelrhein rückt Kaub weltweit in den Fokus. Denn dort wird der Rheinpegel gemessen. Viele Journalisten sind deshalb gerade in der Kleinstadt unterwegs.
Kleinstlebewesen verschwinden - Biodiversität bedroht
Dabei seien nicht nur vor allem jene Fische bedroht, die auf der roten Liste stünden. Auch Kleinstlebewesen würden aus Gewässern wie Mittelgebirgsbächen verschwinden. "Das ist natürlich in Bezug auf den Schwund an Biodiversität prekär", so Steinmann.
Bachforelle seit 2023 auf Roter Liste
Nach seinen Angaben ist im Moment besonders die heimische Bachforelle gefährdet. Sie werde seit 2023 auf der Roten Liste als bedroht geführt. Die heimlichen Verlierer des Klimawandels seien die so genannten Salmoniden. Zu denen zählen die Bachforelle, die Wanderform der Bachforelle, die Meerforelle und natürlich auch der atlantische Lachs.
Natürlicher Schatten fehlt an Flüssen und Bächen
Ob jetzt die hohe Wassertemperatur oder die Qualität des Wassers die ausschlaggebende Rolle für das Fischsterben spielten, könne man nicht pauschal beantworten. Es sei ein Zusammenspiel von beidem, so der Fischereiökologe Steinmann. Je wärmer Wasser werde, desto weniger gelösten Wasserstoff enthalte es. "Bei Wassertemperaturen über 20 Grad wird es für die Bachforelle eng". Natürlich spiele da auch mit rein, dass immer weniger Wasser in den Bächen und in den Flüssen sei, denn: "Weniger Volumen erwärmt sich noch schneller". Was fehle, sei eine natürliche Beschattung durch Randstreifen, Auwälder oder Gehölzen, die den Fischen Kühle spenden.
Weniger Forelle und Hecht angeln
Der Landesfischereiverband weist deshalb darauf hin, dass Angler in Bächen, Seen und Flüssen, die über 25 Grad warm sind, auf das Angeln von Bachforellen und Hechten verzichten sollten. Arten, die Kälte lieben, solle man nur noch mit Bedacht angeln, so Steinmann.
"Dürre" Sommer nehmen seit 2018 zu
Die derzeitige Situation sei für ihn als langjährigen Gewässerökologen nichts Neues. "Seit 2018 nehmen die dürren Sommer massiv zu, und es sind eher Ausreißer in den Jahren, die sich etwas feuchter gestalten", weiß Steinmann. In der Regel würden solche Hitzephänomene seit 2018 häufiger auftreten. "Wir sind eigentlich jedes Jahr damit beschäftigt, Fische zu evakuieren oder am überlegen, wie wir unsere Bäche und Gewässer resilienter gestalten können".