"An dem Tag hatte ich eine Wildparkführung mit einer Schulklasse und da sind wir hier zur Rast hier in die Märchenburg gekommen", berichtet Jan Christoffel, Stadtförster in Kaiserslautern. Durch Zufall sei ihm die Kamera aufgefallen. Er zeigt auf einen Baum, nur wenige Meter des Waldspielplatzes entfernt. In der Rinde sind noch drei Löcher zu sehen. "Dort war die Kamera befestigt", erzählt der Förster. Von dem Baum aus ist der Spielplatz gut zu überblicken.
"Hier ist immer viel los. Hier sind viele Kinder und Familien unterwegs, die hier Pause machen", sagt Christoffel. "Deswegen war es echt komisch, dass die Kamera eben genau hier hingeschaut hat." Die Kamera sei an den Seiten mit Baumrinde getarnt gewesen.
Förster erstattet Anzeige wegen der illegalen Kamera in Kaiserslautern
Ob und was die Kamera tatsächlich gefilmt hat, weiß der Förster allerdings nicht. In der Kamera habe eine SD-Karte gesteckt und außerdem sei sie eingeschaltet gewesen. Christoffel will die Ermittlungen jedoch der Polizei überlassen und hat stattdessen Anzeige erstattet.
Nach ersten Informationen der Polizei wird die Anzeige derzeit geprüft. Die Staatsanwaltschaft soll zunächst einschätzen, wie der Vorfall juristisch einzuschätzen ist, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.
Appell an Waldbesucher: Illegale Kameras melden
"Blöderweise können auch Privatpersonen solche Kameras kaufen", erklärt der Förster. Das Anbringen sei jedoch ohne Erlaubnis illegal. Eine Ausnahme seien etwa Jagdpächter, die das Wild in ihrem Waldstück beobachten wollten.
Christoffel will in Zukunft etwas genauer darauf achten, ob noch weitere Kameras aufgehängt wurden. "Wir haben ja noch mehr Spielplätze in der Stadt und auch im Wald." Außerdem appelliert er an die Waldbesucher: "Wer etwas entdeckt, das hier nicht hingehört, kann das gerne melden."