Wasserverbrauch im Haushalt

Wassersparen mit Technik: Diese Tools helfen im Haushalt

Wegen anhaltender Trockenheit rufen viele Kommunen zum Wassersparen auf. Mit smarter Technik lässt sich der Verbrauch zu Hause reduzieren. Welche Tools bringen wie viel?

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Von Autor/in Margareta Holzreiter, Jana Mack

Wegen Hitze und Trockenheit rufen viele Kommunen in Baden-Württemberg seit Wochen zum Wassersparen auf. In zahlreichen Städten und Gemeinden gelten Entnahmeverbote für Flüsse, Bäche und Seen, zum Beispiel im Alb-Donau-Kreis, im Kreis Reutlingen oder im Kreis Lörrach. Zum Teil gibt es Einschränkungen etwa für das Rasensprengen oder Feuerwehrübungen.

Wer im Haushalt weniger Wasser verbrauchen möchte, kann Alltagstipps beachten - oder auf verschiedene technische Hilfsmittel zurückgreifen. "Es lohnt sich. Weil alles, was man technisch verbaut hat, sind Dinge, die ich nicht mehr vergessen kann. Also Dinge, die dann einfach so schon wassersparend sind, egal ob ich da gerade dran denke oder nicht", sagt Maren Mittelbach, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA.

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Energieberaterin der Verbraucherzentrale rät zu Spar-Duschkopf

Besonders im Bad lässt sich mit technischen Lösungen Wasser sparen, sagt Energieberaterin Mittelbach. "Wenn ich gefragt werde nach Energiespartipps im Haushalt, dann ist so ein wassersparender Duschkopf eigentlich mein Lieblingsenergiespartipp, weil das so vom Preis-Leistungs-Verhältnis eigentlich das Beste ist, was man machen kann."

Spar-Duschköpfe mischten dem Wasserstrahl Luft bei. Dadurch bleibe der Strahl angenehm, obwohl deutlich weniger Wasser verbraucht wird. So könne oft etwa die Hälfte des Duschwassers eingespart werden. Auch Heizenergie werde gespart. Wer keinen neuen Duschkopf kaufen möchte, kann stattdessen einen Durchflussbegrenzer nutzen. Dieses kleine Bauteil wird zwischen Duschschlauch und Duschkopf eingebaut.

Mit Technik Wasser sparen beim Duschen

Auch das Wasser, das zu Beginn einer Dusche kalt aus der Leitung kommt, lässt sich besser nutzen. Möglich sind automatische Umschalter, die das Wasser zunächst in einen Behälter leiten, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Thermostatarmaturen halten die eingestellte Wassertemperatur automatisch konstant.

Sieb-Einsätze und Spartechnik am Wasserhahn

An vielen Wasserhähnen sind bereits sogenannte Strahlregler oder Perlatoren montiert. Diese Sieb-Einsätze reduzieren den Wasserdurchfluss und mischen ebenfalls Luft unter, erklärt Mittelbach von der baden-württembergischen Verbraucherzentrale. Falls solche Einsätze fehlen, ließen sie sich meist unkompliziert nachrüsten.

Abhängig davon, wie viel ein Wasserhahn benutzt wird, könne man schauen, ob das sinnvoll sei. In der Küche sei das nicht so stark der Fall wie etwa im Bad, so Mittelbach - weil häufig einfach Wasserkocher, Töpfe oder Spülbecken befüllt würden. "Im Endeffekt warte ich dann einfach nur länger, bis das Spülbecken voll ist", sagt sie. Würden dort jedoch häufiger Hände gewaschen, sei das anders: "Gerade wenn es Wasserhähne sind, die überwiegend zum Hände waschen oder Zähneputzen oder so sind, wo man ja nicht so große Wassermengen braucht, macht es voll Sinn."

Weniger Wasserverbrauch bei der Klospülung

Mittelbach schätzt, dass sich auf einen gesamten, durchschnittlichen Haushalt betrachtet - abhängig von vielen verschiedenen Faktoren - rund ein Drittel des Wasserverbrauchs reduzieren lässt. Ein weiterer Faktor könne dabei die Toilettenspülung sein.

Viele moderne Spülkästen besitzen eine Spülung mit großer und kleiner Taste. Dadurch wird für kleinere Spülgänge weniger Wasser verbraucht. Ältere Toiletten könnten oft nachgerüstet werden, etwa mit Spartasten oder speziellen Einsätzen im Spülkasten.

Regenwasser und Grauwasser technisch nutzen

Im Hinblick auf den Klimawandel "muss man sich eigentlich schon Gedanken machen, wofür man das wertvolle Trinkwasser verwendet und wofür es eigentlich auch Wasser geringerer Qualität tut", sagt Mittelbach. Statt Trinkwasser werde deshalb bei Neubauten zum Teil auch auf Regen- oder Grauwasser gesetzt - also leicht verschmutztem Abwasser aus Dusche, Waschmaschine oder Waschbecken.

Entsprechende Systeme bereiten das Wasser technisch auf und führen es erneut dem Haushalt zu, etwa für die Toilettenspülung oder die Gartenbewässerung. Eine Wohnanlage in Mannheim hat seit vergangenem Jahr solche Anlagen, ein Teich nimmt dort etwa das Regenwasser auf. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren auch finanziell. Bei einer Waschanlage im Kreis Tübingen wird Trinkwasser nur im Notfall verwendet. Umrüstungen in bereits bestehenden Gebäuden sind ebenfalls möglich.

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Weniger Wasserverbrauch durch smarte Bewässerung im Garten

Auch im Garten helfen technische Lösungen beim Wassersparen. Statt Rasensprengern können Tröpfchenbewässerungssysteme eingesetzt werden, die Pflanzen gezielt mit kleinen Wassermengen versorgen. Viele Systeme lassen sich inzwischen digital steuern. Über Apps kann etwa abhängig von der Trockenheit gesteuert werden, wie viel Wasser genutzt wird.

Eine weitere Möglichkeit sind etwa "Regendiebe", also in die Dachrinne eingebaute Regenwassersammler, oder sogenannte Ollas. Das sind Wasserspeicher aus Tontöpfen. Neben privaten Haushalten stehen auch Landwirtschaft und Industrie vor der Aufgabe, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und nach Lösungen dafür zu suchen.

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