Im laufenden Insolvenzverfahren für die beiden Karlsruher Kita-Träger Pro-Liberis und Lenitas verlieren 65 Menschen ihren Arbeitsplatz. Der größte Teil der 620 Stellen sowie die meisten Betreuungsplätze sollen jedoch erhalten bleiben. Das teilte der Insolvenzverwalter am Dienstag mit.
Kündigungen sollen Rettung der Kitas sichern
Die Kündigungen seien notwendig, um das Fortführungskonzept für die Kitas der beiden Träger zu sichern, so Insolvenzverwalter Schultze & Braun. Demnach übernimmt der Karlsruher Träger Zukunftsschmiede fast alle der 29 Kitas in und um Karlsruhe mit 1.400 Betreuungsplätzen.
Die Betreuung läuft in allen Einrichtungen in vollem Umfang weiter.
Man habe die Entscheidung über die Stellenstreichungen erst nach reiflicher Überlegung und mit großem Augenmaß getroffen, so die Geschäftsführerin der Zukunftsschmiede, Tamara Schwarz. Grund für die wirtschaftliche Schieflage der bisherigen Kita-Träger seien auch Doppelbesetzungen in der Verwaltung gewesen.
Mit einer schlanken, zentralen Verwaltung [...] schaffen wir die Basis für einen Neuanfang mit einem stabilisierten Betrieb.
"Individuelle Lösungen" für Kitas im Landkreis Karlsruhe und Pforzheim gesucht
In Pforzheim sowie in Ettlingen, Marxzell und Bad Schönborn (alle Landkreis Karlsruhe) werde nach "individuellen Lösungen" gesucht, heißt es in der Mitteilung des Insolvenzverwalters weiter. Teilweise sollen Kitas dort von den Kommunen übernommen werden.
Unser Ziel ist, die Kitas entweder selbst fortzuführen oder sie – wenn ein Betrieb für uns nicht möglich ist – geordnet auf einen anderen Träger zu übertragen.
Die Stadt Ettlingen hat laut Insolvenzverwalter signalisiert, die beiden dort betroffenen Kitas künftig selbst zu betreiben. Für die Kitas an den drei anderen Orten laufen Gespräche. In Bad Schönborn war die Auflösung des Vertrags mit Pro-Liberis am Dienstag Thema im Gemeinderat. Die Abläufe in der dortigen Kita würden durch die Zukunftsschmiede zunächst in gewohnter Form weitergeführt, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.
Die Stadt Pforzheim teilte am 7. Juli mit, dass sich für zwei Kitas eine Zukunftsperspektive abzeichne. Demnach wolle der Träger "miteinanderleben" die Kitas "Edelsteinchen" und "Goldstückchen" übernehmen. Man sei derzeit dabei, die notwendigen Schritte vorzubereiten, Mitarbeiter und Eltern würden informiert.
Insolvenzverfahren für Kita-Träger: Abschluss im Herbst
Lenitas und Pro-Liberis hatten im Februar Insolvenz angemeldet. Beschäftigte mussten teils wochenlang auf ihr Gehalt warten. Auslöser für die Schieflage der beiden Träger war auch die Übernahme mehrerer Kindergärten sowie Preissteigerungen.
Das Insolvenzverfahren könne bis zum Herbst abgeschlossen werden, so Schultze & Braun. Im Lauf des Sommers soll dafür von den Gläubigern über zwei Insolvenzpläne abgestimmt werden.