Die beiden Karlsruher Kita-Betreiber Pro-Liberis und Lenitas haben Insolvenz beim Amtsgericht Karlsruhe angemeldet. Das haben die Träger von 29 Kitas am Freitag bekanntgegeben. Man sei "kurzfristig zahlungsunfähig geworden", so Geschäftsführer Peer Giemsch gegenüber dem SWR. Die Betreuung soll aber zunächst weitergehen.
Kein Gehalt für Hunderte Mitarbeitende - Insolvenzgeld reicht bis Ende März
Die Kita-Betreiber konnten im Januar nach eigenen Angaben über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihr Gehalt nicht zahlen. Noch laufe die Betreuung weiter, versichern die Träger. Es sei aber nicht abzusehen, wie viele der unbezahlten Erzieherinnen und Erzieher möglicherweise kündigen.
Insolvenzgeld soll Betreuung sichern
Von der Insolvenz ist die Betreuung von rund 1.400 Kindern betroffen. Laut Giemsch wolle man so schnell wie möglich Insolvenzgeld beantragen, damit die Mitarbeitenden bezahlt werden können - am besten schon im Laufe der nächsten Woche. In einer Mitteilung der Kita-Träger heißt es aber, dass das Insolvenzgeld für Löhne und Gehälter nur noch bis Ende März reiche. Danach sollen sich die Einrichtungen laut Insolvenzverwalter wieder aus dem laufenden Geschäft finanzieren. Die Träger Pro-Liberis und Lenitas betreiben hauptsächlich Kitas in Karlsruhe Stadt und dem Landkreis Karlsruhe. Zwei Kitas sind in Pforzheim.
Wirtschaftliche Schieflage durch Preissteigerungen
Laut Insolvenzverwalter sind unter anderem die Preissteigerungen der vergangenen Jahre Grund für die wirtschaftliche Schieflage. Energie und Materialien seien teurer geworden und hätten bei nahezu gleichbleibenden Einnahmen zu einer Liquiditätslücke geführt, die die Betreibergesellschaften nicht mehr aus eigener Kraft schließen konnten.
Stadt Karlsruhe sichert Unterstützung zu
Die Stadt Karlsruhe hat bereits auf den Insolvenzantrag reagiert und Unterstützung zugesichert. "Die Stadt Karlsruhe selbst kann eine Zahlungsunfähigkeit eines privatwirtschaftlichen Trägers nicht verhindern", heißt es in einer Mitteilung. Allerdings wolle man dahingehend unterstützen, schnellstmöglich Maßnahmen zu erarbeiten und zu ergreifen, um die Kontinuität in der Kinderbetreuung zu sichern.