Die Hitze und die Trockenheit in diesem Sommer machen Fußballvereinen in Heilbronn-Franken zunehmend zu schaffen. Weil aus Flüssen und Bächen derzeit kein Wasser entnommen werden darf, sehen viele Sportplätze nicht unbedingt einladend aus: Statt saftig grün eher trocken und braun.
Für manche Vereine wird es deshalb recht teuer, andere finden ungewöhnliche Lösungen: In Möckmühl (Kreis Heilbronn) zum Beispiel wird Wasser aus dem Hallenbad auf den Fußballplatz geleitet.
Wasser für den Verein - Möckmühl betreibt "Urban Watering"
Was normalerweise im Abfluss landen würde, kommt in Möckmühl jetzt der Natur und auch dem Sport zugute. Denn im städtischen Hallenbad müssen wegen Reinigungs- und Wartungsarbeiten rund 500 Kubikmeter Wasser abgelassen werden. Kurzerhand hat man das Wasser jetzt umgeleitet. Es fließt nun über eine mehr als 450 Meter lange Schlauchleitung zur Sportanlage.
Die Stadt bezeichnet das Projekt als "Urban Watering". Nach ihren Angaben konnte das Wasser "nach Prüfung der Wasserqualität und Abstimmung mit dem Landratsamt Heilbronn sinnvoll und nachhaltig [...] weiterverwendet werden."
Die Reinigungsaktion im Hallenbad kommt also zur richtigen Zeit. Denn die Hitze hat den Rasen weitgehend braun werden lassen - wie bereits im vergangenen Jahr. Teilweise wurde der Platz damals gar nicht bewässert. Die Hoffnung vor Ort: Mit jetzt ausreichend Wasser kann sich die Grasnarbe wieder erholen und erneut grün werden.
Anhaltende Trockenheit: Wasser wird zum Kostenfaktor
Viel größer sind dagegen die Sorgen im Main-Tauber-Kreis. Dort können Sportplätze zwar vielerorts über das öffentliche Leitungsnetz bewässert werden. Allerdings gibt es dafür ein begrenztes Kontingent von rund 1.200 Kubikmetern Wasser pro Platz und Saison. Beim SV Königshofen ist dieses Kontingent bereits ausgeschöpft.
Jede weitere Bewässerung muss der Verein nun selbst bezahlen. Und das kann schnell ins Geld gehen: Für die Bewässerung von zwei Fußballplätzen werden nach Vereinsangaben rund 50 Kubikmeter Wasser benötigt. Bei Kosten von etwa fünf Euro pro Kubikmeter summiert sich das auf 250 Euro pro Sprengung. Der sportliche Leiter Martin Michelbach ist jetzt erstmal rastlos.
Einmal wöchentliche Bewässerung reicht nicht, um den Platz grün zu halten. Die Spieler trainieren faktisch auf einem Steinboden.
Die Tauber fällt als Wasserquelle weg
Beim FV Lauda (Main-Tauber-Kreis) sieht es noch ein klein wenig besser aus. Der Verein konnte Wasser aus dem Fluss Tauber nutzen und seine Plätze dadurch vergleichsweise grün halten. Doch auch damit ist nun Schluss: Seit dieser Woche darf auch dort kein Wasser mehr aus dem Fluss entnommen werden. Das Wasserentnahmeverbot aus oberirdischen Gewässern gilt inzwischen in der gesamten Region Heilbronn-Franken.
Glück im Unglück hat der Sportpark Schwäbisch Hall. Die Sportfreunde Schwäbisch Hall können ihre Plätze weiterhin bewässern. Möglich machen das Reserven aus einem Auffangbecken, das mit Wasser aus dem Kocher gespeist wird.
Für alle anderen Vereine heißt es jetzt: Entweder kreativ werden oder ganz fest hoffen, dass bald wieder ausreichend Regen fällt.