In Wangen im Allgäu sorgt das neue Tempo 30 für Streit: Aus Lärmschutzgründen hat die Stadt das Tempolimit eingeführt, doch tausende Bürger wollen, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung nur nachts gilt. Ein Kritiker hat deshalb die Petition "Schluss mit Schleichfahrt" gestartet. Zuerst hatte die Schwäbische Zeitung berichtet.
Petition aus Wangen: Was der Initiator kritisiert
Bislang haben knapp 5.000 Bürgerinnen und Bürger die Petition unterzeichnet (Stand 6.7.2026). Initiator Simon Werdich freut sich gegenüber dem SWR über den Zuspruch. Er kritisiert, dass der Verkehr bei Tempo 30 tagsüber zäher fließe, es häufiger zu riskanten Überholmanövern komme und das langsame Fahren viele Verkehrsteilnehmer nerve.
Der 20-Jährige hofft, mit Hilfe der Petition mit Stadtverwaltung und Gemeinderat ins Gespräch zu kommen. Sein Kompromissvorschlag: das Tempolimit generell auf die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr zu beschränken.
Reaktion des Regierungspräsidiums
Das zuständige Regierungspräsidium Tübingen erklärte auf Anfrage, Tempolimits aus Lärmschutzgründen wie in Wangen seien häufig umstritten. Die Anordnung könne im Rahmen einer Petition vom zuständigen Petitionsausschuss im Landtag überprüft werden. "Es ist auch grundsätzlich möglich, dass der Petitionsausschuss entscheidet, die Regelung sei auf den Nachtzeitraum zu begrenzen", so ein Sprecher des Regierungspräsidiums.
Dass sich Bürgerinnen und Bürger über Tempo 30 aufregen, das kennen auch die Stadtverwaltungen in Ravensburg und Friedrichshafen. Eine Petition habe aber bei ihnen bislang noch niemand initiiert. Ob die Petition in Wangen Erfolg hat, ist noch offen. Klar ist aber: Neue Tempo-30-Zonen sorgen vielerorts für Diskussionen – nicht nur im Allgäu.