Keine Dauerausstellung - Bund fehlt Geld

Meinung zur "Landshut"-Debatte: Sparen am falschen Ende

Zeitzeugen, aber auch jungen Menschen, die Ereignisse um den Deutschen Herbst 1977 nahe bringen - dafür soll die "Landshut" im Mittelpunkt einer Ausstellung stehen. Dass diese nur zeitlich auf wenige Monate begrenzt werden soll, kann unser Redakteur nicht verstehen.

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Von Autor/in Jakob Wilking Fandrey

Von der ehemaligen indischen Premierministerin Indira Gandhi ist folgender Satz überliefert: "Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern." Der Gedanke wird vermutlich dem einen oder anderen Mitglied der aktuellen oder einer früheren Bundesregierung nicht gefallen - aber im Unterricht aufgepasst haben meiner Ansicht nach viele Politiker scheinbar nicht.

Anders ist es kaum erklärbar, wie mit einem der Symbole der deutschen Nachkriegsgeschichte seit vielen Jahren umgegangen wird. Die Lufthansa-Maschine "Landshut", 1977 von Terroristen entführt, um führende Köpfe der RAF freizupressen, fristet seit nunmehr neun Jahren ein sehr trostloses Dasein am Bodensee in Friedrichshafen.

SWR-Redakteur Jakob Wilking Fandrey
SWR-Redakteur Jakob Wilking Fandrey

Lufthansa-Maschine der "Landshut" 2017 nach Deutschland gebracht

2017 war es mit viel Aufwand verbunden, sie vor ihrer völligen Verrottung auf einem brasilianischen Flughafen zu retten und sie hierher zu bringen. Das hat damals positive PR gebracht. Aber getreu dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" wird man heute kaum mehr jemanden in der Bundespolitik finden, der noch immer so euphorisch von der "Landshut" und der angedachten Ausstellung spricht wie damals. Vielmehr streitet man sich ums Geld - und spart damit am falschen Ende.

Friedrichshafen

Millionengrab? Oder dauerhafte Rettung des Lernorts? Weil der Bund sparen muss: Von Terroristen entführtes Flugzeug "Landshut" steht vor unklarer Zukunft

Vor neun Jahren wurde die ausrangierte Maschine nach Friedrichshafen geholt - seitdem ist mit der "Landshut" wenig passiert. Der Sparkurs des Bundes bringt vieles durcheinander.

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Angesichts hunderter Milliarden, die man dafür ausgibt, sich vor möglichen Angriffen zu wappnen, sind wenige Millionen nicht da, um Erinnerungen an reale Angriffe auf unseren Staat auf Dauer zu erhalten. Wäre die "Landshut"-Geiselnahme damals anders ausgegangen, unsere Bundesrepublik hätte sich vermutlich gesellschaftlich und politisch anders entwickelt. Aktueller denn je könnte ein Thema angesichts der gegenwärtigen Bedrohungslagen und Krisen also kaum sein. Das wird man in der Ausstellung am Flughafen in Friedrichshafen zur "Landshut" auch sehen - das Konzept der Bundeszentrale für politische Bildung ist durchaus durchdacht.

Aber sollte uns die Auseinandersetzung mit dem sogenannten Deutschen Herbst 1977 mit der Maschine im Mittelpunkt nicht mehr Wert sein, als sie nach einem halben Jahr wieder für beendet zu erklären? Wir könnten also weiter im Unterricht nicht aufpassen und nach wenigen Monaten vergessen wir das Thema wieder - oder wir hören dem besten Lehrer einfach mal zu. Das sollte uns die Erinnerung an den Terror der RAF auch in der Gegenwart wert sein.

Friedrichshafen

Millionengrab? Oder dauerhafte Rettung des Lernorts? Weil der Bund sparen muss: Von Terroristen entführtes Flugzeug "Landshut" steht vor unklarer Zukunft

Vor neun Jahren wurde die ausrangierte Maschine nach Friedrichshafen geholt - seitdem ist mit der "Landshut" wenig passiert. Der Sparkurs des Bundes bringt vieles durcheinander.

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Jakob Wilking Fandrey
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