Ungewöhnlich tiefer Pegelstand im Sommer

Niedrigwasser am Bodensee: gefährlich für die originalen Pfahlbauten?

Beim Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen steht fast alles auf dem Trockenen. Für die Nachbauten ist das kein Problem, doch die originalen Pfähle dürfen nicht an die Luft kommen.

Teilen

Stand

Ein Blick zum Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen (Bodenseekreis) zeigt: Auch hier hat das Niedrigwasser des Bodensees Auswirkungen. Fast alle Pfahlbauten stehen aktuell im Trockenen. Was für die Nachbauten unproblematisch ist, kann für die Original-Pfähle gefährlich werden.

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen stehen aktuell wegen des Niedrigwassers im Bodensee so gut wie auf dem Trockenen. Das könnte auf Dauer zum Problem werden.
Das Niedrigwasser am Bodensee könnte für die Original-Pfähle aus der Bronzezeit in Unteruhldingen auf Dauer zum Problem werden. Hier sind die Nachbauten zu sehen. Marlene Fuchs

Museumsdirektor Gunter Schöbel erklärt, was den prähistorischen Pfählen zusetzen könnte: "Wenn hier Niederwasserstände auftreten, dann kommen sie an die Luft. Das ist schlecht, weil dann zersetzen sie sich. Dann setzt der ganz normale Zersetzungsprozess ein. Und der ist natürlich schädlich für die Originale." Noch liegen diese Holzpfähle aus der Bronzezeit allerdings geschützt unter Wasser.

Die originalen Pfähle im Bodensee vor Unteruhldingen im Bodenseekreis.
Diese Überreste der prähistorischen Pfahlbauten liegen vor Unteruhldingen im Wasser. An der Luft würden sie sich auf Dauer zersetzen.

Menschen bauten damals extra auf Pfählen

Dass der Pegel im Sommer so tief fällt, ist ungewöhnlich. Denn normalerweise ist der Wasserstand im Winter am niedrigsten. Schwankungen des Bodenseepegels kannten schon die Menschen in der Stein- und Bronzezeit, sagt Schöbel. Sie hätten in der Pfahlbauweise gebaut, um eben diesen Schwankungen auch einen Ausgleich geben zu können.

Bodensee

Weniger Wasser als im Winter Historisches Ereignis: Bodensee erreicht niedrigsten Wasserstand des Jahres

Der Bodensee ist im August erstmals unter seinen eigenen Wintertiefstand gefallen. Dass der See im Sommer niedriger ist als im Winter, ist besonders ungewöhnlich.

Noch keine Panik wegen Pegelschwankungen

Noch mache er sich keine Sorgen um die Original-Holzpfähle, sagt Gunter Schöbel. Für ihn sei der Bodensee eine "Diva", die mit Hoch- und Tiefwasser ziemlich gut allein zurechtkomme: "Für die Pfahlbauten ist es nicht problematisch, weil wir auf die jährlichen Wasserspiegelschwankungen eingerichtet sind, die um die zwei Meter betragen. Ich denke, es besteht kein Anlass zur Panik." Er rechne damit, dass der Bodensee wieder steigen werde. Sollte es sich bis in vier Wochen nicht ändern, sehe es wieder ganz anders aus.

Reichenau

Niedrigwasser durch Trockenheit Weniger Wasser im Bodensee: Welche Schätze jetzt zum Vorschein kommen

Der Bodensee führt so wenig Wasser wie selten. Rund um Reichenau, Mettnau und Lindau entstehen neue Inseln, die Uferlinie verschiebt sich und historische Geschichten werden lebendig.

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Friedrichshafen

Erfrischung bei der Hitze Trotz Niedrigwasser: Wo man im Bodensee noch baden kann

Derzeit hat der Bodensee für diese Jahreszeit besonders wenig Wasser. Jedoch gibt es immer noch einige Badestellen, an denen weiterhin gut geschwommen werden kann.

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Radolfzell

Niedrigwasser am Bodensee Teils fauliger Geruch am Bodensee: Kann ich trotzdem baden gehen?

Durch das Niedrigwasser riecht es an manchen Bodensee-Ufern nach faulen Eiern. Doch was heißt das für den Badetag? Das sagen Forschende und das Gesundheitsamt.

Erstmals publiziert am
Stand
Ein Film von
Viktoria Clausnitzer
SWR-Redakteurin Viktoria Clausnitzer Autorin Bild
Onlinefassung
Marlene Fuchs
SWR-Redakteurin Marlene Fuchs Autorin Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!