Der Bodensee ist im August erstmals unter seinen eigenen Wintertiefstand gefallen. Am 9. Februar lag das bisherige Tief am Pegel Konstanz bei 276 Zentimetern. Inzwischen liegt der Wasserstand mit 275 Zentimetern darunter. Laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist das zum ersten Mal passiert.
Jahrestiefstand normalerweise im Winter
Dass der Bodensee im Sommer niedriger ist als im Winter, ist besonders ungewöhnlich. Normalerweise ist der Bodenseepegel im Winter am niedrigsten und steigt durch Regen und Schneeschmelze bis zum Frühsommer deutlich an. Ein Tiefstand im August sei ein historisches Ereignis, so Ulrich Maurer, Präsident der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Einen solchen Tiefstand im August habe noch nie beobachtet werden können.
Normalerweise haben wir den tiefsten Pegelstand des Bodensees im Januar oder Februar.
Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg verändert sich dieser typische Jahresgang durch den Klimawandel langfristig: Tendenziell werden die Wasserstände im Winter höher, weil weniger Niederschlag als Schnee in den Alpen gespeichert wird. Im Gegenzug werden die Sommerwasserstände niedriger.
Niedrigster Bodenseepegel jemals vor 20 Jahren gemessen
Vergleich: Im Hitzesommer 2003 lag der Pegel Konstanz am 13. August noch bei 300 Zentimetern. Erst am 10. September wurde damals der Stand von 275 Zentimetern erreicht. Der Wasserstand im Bodensee ist damit Mitte August bereits auf einem Niveau, das 2003 erst rund vier Wochen später erreicht wurde.
Es ist bislang allerdings nicht der niedrigste Wasserstand des Bodensees überhaupt. Vor 20 Jahren lag der Pegel im Februar beispielsweise bei nur 229 Zentimetern, also nochmals fast einen halben Meter tiefer als jetzt. Und das Allzeit-Tief liegt bei 226 Zentimetern.