Eine Apfelausdünnung ist das Entfernen überzähliger junger Früchte. Sie ist wichtig, damit wir schöne, gesunde und kräftige Äpfel ernten können. Zusätzlich verhindert sie einen zu großen Behang, der im Folgejahr zu wenigen Blütenknospen, also wenigen Früchten führt.
1. Warum sollte man Äpfel ausdünnen?
Ein Apfelbaum bildet meistens mehr Blüten und Früchte, als er überhaupt ernähren kann. Die Äpfel bleiben klein und der Baum verausgabt sich. Nur wenn man rechtzeitig einige Äpfel abpflückt, erhält man eine gute Ernte und einen gesunden Baum.
2. Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Ausdünnen?
Auf jeden Fall den Junifruchtabfall abwarten, bei dem der Baum bereits von sich aus einige Äpfel abwirft. Dies ist meistens Ende Juni bis Ende Juli passiert. Danach kann man noch hängende, aber beschädigte oder zu kleine Äpfel gut erkennen und gezielt abnehmen.
3. Wie viele Äpfel sollte man am Baum lassen?
Es gibt eine Faustregel: Es sollten nicht mehr als ein bis zwei Früchte pro Fruchtstand hängen bleiben. Am besten ist ein Abstand zwischen 10-15 cm (eine Handbreit) zwischen den verbleibenden Äpfeln. Ca. 10 Blätter werden benötigt, um eine Frucht zu ernähren.
4. Wie gehe ich am besten vor?
Die größten, gesündesten und in bester Lage hängenden Äpfel werden dran gelassen. Die kleinen, von Schädlingen befallenen Äpfel werden einfach abgeknipst, abgedreht oder mit einer Schere abgeschnitten.
5. Was passiert, wenn ich überzählige Äpfel nicht entferne?
Der Baum kann nicht alle Äpfel optimal ernähren, d.h. die Äpfel sind kleiner und schmecken weniger intensiv. Aber noch problematischer ist das Phänomen der "Alternanz". Wenn der Baum in einem Jahr zu viele Äpfel ernähren muss, bildet er oft im nächsten Jahr keine Blütenknopsen aus, d.h. im nächsten Jahr gibt es keine Ernte.
Im Garten: Werner Ollig, Agraringenieur