Lüften, waschen und Wasser tauschen

Was ihr im Haushalt nach dem Urlaub unbedingt machen solltet

Gut erholt aus dem Urlaub und zurück im eigenen Haushalt. Nach umfangreichem Lüften kommt der Wäscheberg dran. Aber haben sich dort in meiner Abwesenheit ungeliebte Keime vermehrt?

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Stand

Von Autor/in Martin Thiel

Was in den eigenen vier Wänden zuerst zu tun ist und wie es am sinnvollsten ist, weiß Martin Thiel aus unserer Umweltredaktion.

Schritt 1: Nach dem Urlaub lüften ... und Wäsche waschen

SWR1: Muss ich die Waschmaschine erstmal heiß und leer laufen lassen?

Martin Thiel: Ja, heiß laufen lassen ist eine gute Idee, trotz aller sinnvollen Energiesparprogramme. Ohnehin sollte man die Waschmaschine alle paar Monate einmal so richtig heiß waschen lassen, um ungebetenen Gästen in der Waschtrommel keine Chance zu lassen.

Bei 90 Grad werden Keime und Bakterien abgetötet. Aber man muss sie nicht leer laufen lassen. Nach dem Urlaub ist sicher auch eine Ladung Kochwäsche zusammengekommen. Mit 90 Grad hat man dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

SWR1: Stichwort Wäscheberg sortieren - was ist sinnvoll, wenn man am Meer war?

Thiel: Erstmal Sand loswerden und aus dem Fenster schütteln, ohne die Nachbarn damit zu belästigen. Die saubere Kleidung lüften. Die schmutzigen Klamotten nach Farbe, Stoffart und den Angaben auf den Etiketten trennen. Dann kann es mit dem Waschen auch schon losgehen.

Gegen Ende der Waschgänge Badebekleidung im Schonprogramm bei 30 Grad waschen. In der Zwischenzeit die salzverkrusteten Handtücher mit mildem Waschmittel in lauwarmem Wasser einweichen und erst danach bei 40 Grad mit Weichspüler waschen. Nicht in die Maschine sollten hingegen Neoprenanzüge.

SWR1: Und wenn man in den Bergen einen Wanderurlaub verbracht hat?

Thiel: War man nicht am Meer, sondern in den Bergen, wählt man für die atmungsaktiven Trekkingklamotten am besten ein Spezialprogramm bei nur 20-40 Grad.

Wanderschuhe (kein Leder!) kann man übrigens auch in einem Wäschesack in der Maschine waschen, nachdem man den gröbsten Dreck entfernt und die Einlegesohle herausgenommen hat. Viele Maschinen haben für Schuhe auch ein extra Waschprogramm.

Bei Rucksäcken ist Vorsicht geboten. Da auf jeden Fall das Etikett beachten und im Zweifel per Hand waschen.

Schritt 2: Nach dem Urlaub stehendes Wasser austauschen

SWR1: Wie sieht das mit fließendem Wasser aus - da ist Vorsicht geboten, oder?

Thiel: Ja, bei der Dusche und dem Trinkwasser besteht bei längerer Nicht-Nutzung, Legionellen-Gefahr im abgestandenen Wasser! Nach den Urlaubswochen muss buchstäblich wieder Bewegung rein und das alte Wasser aus den Leitungen gespült werden. Und mit ihm mögliche Bakterien. Also, alle Hähne aufmachen.

In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus genügt es, etwa zehn Liter ablaufen zu lassen, um das Wasser auszutauschen, das während der Abwesenheit in den Rohren gestanden hat. Wenn es merklich kühler aus dem Hahn kommt, ist es frisches Wasser.

Wer für andere das Haus hütet, kann mithelfen. Beim Pflanzengießen das Wasser möglichst aus einem Wasserhahn abfüllen, der weit von der Hauptwasserversorgung entfernt liegt. Dadurch wird das Wasser in einem großen Bereich der Versorgungsleitungen immer wieder bewegt. Dies kann das Wachstum der Legionellen unterbinden. Bei Einfamilienhäusern ist das meist das Badezimmer im obersten Stockwerk.

Legionellen vermehren sich am besten bei 25 – 55 Grad, d.h. der Warmwasserspeicher sollte immer bei 60 Grad stehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Dusche mal bei 60 Grad für gut fünf Minuten heiß laufen.

Schritt 3: Nach dem Urlaub den Staubsauger schwingen

SWR1: Was ist noch zu tun?

Thiel: Wer empfindlich auf Hausstaub reagiert, greift nach dem Lüften zum Staubsauger.  Und das umfangreiche Lüften vermeidet auch Schimmelgefahr, denn die muffige Feuchtigkeit von Zimmerpflanzen muss raus.

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