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Urlaub kann sich nicht jeder leisten

Eine Woche verreisen – das ist für zahlreiche Menschen in Deutschland kaum möglich. Gut jede fünfte Person konnte sich 2024 nach eigenen Angaben solch einen Urlaub nicht leisten.

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Von Autor/in Utku Pazarkaya

"In den Sommerferien eine Woche verreisen - das ist für viele Menschen in Deutschland kaum möglich", schreibt das Statistische Bundesamt. Es bezieht sich dabei auf eine Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen. Alleinerziehenden fehle besonders häufig das Geld für einen Urlaub. "38 Prozent der Alleinerziehenden und ihrer Kinder konnten sich im Jahr 2024 nach eigenen Angaben keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Auch unter Alleinlebenden war der Anteil mit 29 Prozent überdurchschnittlich hoch."

Fast die Hälfte der Deutschen muss beim Urlaub sparen

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Befragung im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD). Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) muss beim Urlaub der Umfrage zufolge deutlich aufs Geld achten. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) gab an, sich einen Urlaub aktuell "eher schlecht“ oder "sehr schlecht" leisten zu können.

Auch Freizeitaktivitäten können das Familienbudget belasten

Nicht nur beim Urlaub, auch mit Blick auf Freizeitaktivitäten in den Ferien stehen laut Sozialverband Deutschland zahlreiche Familien unter Druck. Gut ein Fünftel der Eltern von minderjährigen Kindern gaben laut der Umfrage an, sich Aktivitäten wie Besuche im Schwimmbad, Freizeitpark, Zoo oder Kino "eher schlecht" oder "sehr schlecht" leisten zu können.

Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Damit drohe auch ein wachsendes Gefühl von Ausgrenzung, erklärte der Verband. "Wenn ganze Bevölkerungsgruppen das Vertrauen in Teilhabe verlieren, leidet langfristig der gesellschaftliche Zusammenhalt." Die Ergebnisse, die der SoVD präsentierte. basieren auf einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey. Dabei wurden den Angaben zufolge im Juni 1.005 Erwerbstätige und 1.001 Eltern von minderjährigen Kindern befragt.

Zu den Eltern, die sich keinen Urlaub mit den Kindern leisten können, gehört auch eine 43-Jährige alleinerziehende Mutter. Ein gemeinsamer Urlaub mit ihren vier Kindern für ein paar Tage – das sei ihr großer Traum!, erzählt sie im Radiobeitrag. "Zum Beispiel am Bodensee, damit die Kinder denken, dass wir auch in Urlaub gegangen sind." Denn nach den Sommerferien würden die Kinder in der Schule von Klassenkameraden gefragt, wo sie im Urlaub waren und was sie in den Ferien gemacht haben. Ihre Kinder sollen dann auch sagen können, dass sie auch weg waren, wünscht sich die Mutter.

Initiative Bäderallianz schlägt Alarm: Zahl der Nichtschwimmer ist ein Problem

Es gibt zu viele Nichtschwimmer und sanierungsbedürftige Schwimmbäder - mit Investitionen von je einer Milliarde Euro über zwölf Jahre und einem Bäderförderprogramm könne auf die Misere reagiert werden, heißt es in einem Papier, das die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vorgestellt hat. "Es ist an der Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen und zusammen mit Betreibern und Nutzern der Bäder einen flächendeckenden Schwimmbadplan für Deutschland erstellen", forderte die Interessengemeinschaft Bäderallianz.

Zahl der sicheren Schwimmer sinkt

Rund 58 Prozent der Grundschulkinder könnten beim Übergang in eine weiterführende Schule nicht sicher schwimmen, 20 Prozent der Kinder könnten überhaupt nicht schwimmen, führte die DLRG mit Verweis auf eine Forsa-Befragung von 2022 an. Die Zahl der sicheren Schwimmer sinkt und das Risiko von Badeunfällen in Flüssen, Meeren und Seen steigt.

Mindestens Bronzeabzeichen

Die Verbände fordern, dass jede Grundschule in Zukunft ein Schwimmbad in erreichbarer Nähe hat, in dem mindestens das Abzeichen Bronze abgelegt werden kann. Die verstärkte Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen soll dazu führen, die Schwimmfähigkeit deutlich zu verbessern.

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Utku Pazarkaya
Porträt Utku Pazarkaya