Ende Mai macht sich Familie Schorpp für den Urlaub in Italien bereit. Die Gondelsheimer fahren mit Freunden für zwei Wochen nach San Vincenzo in der Toskana. Ihre E-Bikes nehmen sie mit. Doch 160 Kilometer vor dem Ziel passiert es – in einer Baustelle auf der Autobahn.
Die anderen Autos sind unheimlich schnell an mir vorbeigefahren. Und vor mir fuhr dann doch einer etwas langsamer und den wollte ich dann überholen und habe nicht gesehen, dass von hinten doch noch ein Auto kam.
Unfall oder Panne im europäischen Ausland
Als Daniela Schorpp auf die linke Spur fährt, streift sie einen Sportwagen. Beide verlieren die Kontrolle. "Wir sind in die Leitplanken reingekracht, die Motorhaube ist aufgeknallt und ich dachte nur, oh Gott, oh Gott, lass uns nichts passieren“, berichtet sie.
Verletzt wurde niemand, die Schäden an den Autos sind jedoch enorm. Sowohl an ihrem Cabrio als auch an dem Sportwagen. Sie verständigen direkt die Polizei. Außerdem informieren sie den ADAC. Schließlich haben sie schon seit Ewigkeiten eine Plus-Mitgliedschaft.
Bei der Plus-Mitgliedschaft handelt es sich um einen sogenannten Schutzbrief. Im Falle eines Unfalls kümmert sich der ADAC eigenen Angaben zufolge um folgende Punkte:
- Pannenhilfe, Abschleppen
- Weiter- und Rückreise, Übernachtungen
- Organisation des Autorücktransportes oder der Verschrottung
- Mietwagen als Ersatz
- Rücktransport von Gepäck und Ladung
Wichtig ist, dass die Bedingungen und Leistungen eines Schutzbriefs vom jeweiligen Anbieter festgelegt werden und variieren können.
Unfall im Urlaub – Wenn Hilfe auf sich warten lässt
Familie Schorpp ist allerdings nicht zufrieden mit der Hilfe, die sie nach ihrem Unfall in Italien vom ADAC bekommen hat. Die angepriesene Unterstützung wird zur Geduldsprobe.
Michael Schorpp ärgert der Fall: "Und dann hat die Dame gesagt, die Polizei hat schon ein privates Abschleppunternehmen beauftragt. Ich habe dann extra noch gefragt, wie geht es dann weiter? Was passiert dann? Ja, wir bekommen dann vom ADAC einen Anruf. Auf den Anruf warte ich heute noch."
Nach mehreren Stunden Wartezeit beim Abschleppunternehmen holen ihre Freunde sie schließlich samt Gepäck und Fahrrädern ab. Die Bilder des Schadens schickt Michael Schorpp umgehend an den ADAC.
Unterwegs mit dem Auto Digitale Maut und Kennzeichenerkennung – Ärger im Urlaub?
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Selbst organisierte Heimreise
Wie Familie Schorpp aus dem Urlaub nach Hause kommt, bleibt lange unklar. "Ich habe vier Tage im Urlaub damit verbracht, mit dem ADAC zu telefonieren. Ich brauche dann einen Mietwagen mit Hängerkupplung oder einen Transporter. Ja, das haben wir nicht. Wie kommen die Fahrräder nach Hause? Die Dame am Telefon sagte, ich gebe das so weiter, sie werden zurückgerufen. Auf diesen Anruf warte ich heute auch noch vom ADAC. Kam, auch nichts mehr“, erzählt Michael Schorpp.
Weil er nicht länger auf eine Lösung warten will, sagt er den Rücktransport über den ADAC ab und organisiert ihn selbst über Familie und Freunde. Für die letzte Urlaubswoche bekommt er vom ADAC einen Mietwagen - allerdings ohne Fahrradträger und rund 30 Kilometer entfernt.
Dazu schreibt uns der ADAC: "Der ADAC bemüht sich, eine möglichst geeignete Lösung in zumutbarer Entfernung zu organisieren. Die tatsächlichen Möglichkeiten hängen jedoch von den örtlichen Verfügbarkeiten der Autovermieter ab, auf die der ADAC keinen unmittelbaren Einfluss hat."
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Totalschaden des Autos – Schwierigkeiten bei der Abmeldung in Deutschland
Ein paar Wochen nach dem Urlaub erhält Michael Schorpp die Meldung, dass sein Auto in Italien verschrottet worden sei. Der ADAC habe einen Totalschaden festgestellt.
Ein weiteres Problem taucht auf. Der Betroffene kann den Wagen zwei Monate lang nicht abmelden: "Irgendwann am 3. oder 4. August kamen endlich unsere Nummernschilder zusammengefaltet in so einem Paketchen und schrieben dabei, dass der Kfz-Schein nicht mehr auffindbar ist, obwohl ich explizit diesem Fahrer von dem Abschleppunternehmer von der Werkstatt gezeigt habe, wo der Schein liegt."
Den Kfz-Schein benötigt Michael jedoch, um sein Auto abzumelden. Nun muss er sich selbst um Ersatz kümmern.
Der ADAC schreibt dazu: „[...] der Verbleib des Fahrzeugscheins ließ sich trotz Nachforschungen nicht klären; dies bedauern wir ausdrücklich. Zudem vergingen zwischen Abschluss der Verschrottung [...] und Eingang der Kennzeichen bei unserer Auslandsstation [...] mehr Zeit, als unserem eigenen Anspruch entspricht [...].“
Der Urlaub in Italien - für Michael und Daniela Schorpp hat er nur Ärger und Kosten verursacht. Und der ADAC war ihnen dabei nicht die erhoffte Hilfe. Ihre Mitgliedschaft haben sie nach 36 Jahren beendet.