Praktische Tipps

So entkalkt ihr richtig in der Küche: Kaffeemaschine, Wasserkocher und Spülbecken

Wasserkocher, Kaffeemaschine oder die Spüle. Alle haben das gleiche Problem - früher oder später verkalken sie. Das ist nicht nur unschön, sondern erhöht auch den Stromverbrauch und zieht Schimmel und Mikroorganismen an. Wie wir ihn loswerden oder sogar weitestgehend vermeiden, erfahren Sie hier.

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Stand

Von Autor/in Isabella Kästel

Warum entsteht Kalk

Kalk entsteht, wenn Regenwasser durch kalkhaltige Gesteinsschichten sickert und dabei Calciumcarbonat löst. Dieses Calciumcarbonat wird dann als Calciumhydrogencarbonat im Wasser gelöst und kann sich bei Erwärmung oder Verdunstung wieder als Calciumcarbonat, also als Kalk, ablagern.  Dieser Kalk lagert sich dann an Oberflächen wie Wasserhähnen, Duschwänden, Wasserkochern usw. ab. 

Kalk gehört zu den mineralischen Verschmutzungen im Haushalt und ist nicht nur ein ästhetisches, sondern vor allem ein hygienisches Problem. Kalkablagerungen sind für uns Menschen sichtbar. Nicht sichtbar sind die Mikroorganismen und Pilze, die durch eingeschlossenes Fett und Eiweiß in den Ablagerungen einen wunderbaren Nährboden finden.

Kalk schlägt sich als milchig weißer Belag nieder. Je nachdem in welcher Region Sie leben, ist Ihr Wasser "weich" oder "hart".  Je schneller die Feuchtigkeit trocknet, umso weniger Kalkflecken können sich bilden!

Überblick über Wasserhärte und Härtgrad
HärtebereichWasserhärte
(mmol/l) *
Härtegrad
(°dH) **
weichkleiner 1,5kleiner 8
mittel1,5 bis 2,58 bis 14 
hartgrößer 2,5größer 14 

*Wasserhärte: Anteil an gelöstem Kalk in einem Liter Wasser, angegeben in Millimol Calciumcarbonat (CaCO³) pro Liter Wasser **Härtegrad: In Deutschland übliche Angabe der Wasserhärte in Grad deutscher Härte (1°dH entspricht circa 0,19 Millimol CaCO³ pro Liter Wasser

Mittel zur Kalkentfernung

Reinigungsmittel aus Zitrone
IMAGO / imagebroker

Essig kennt man als guten Kalklöser, aber die Säure greift Gummi und Dichtungen an und auch die Dämpfe belasten die Atemwege.

Zitronensäure löst ebenfalls sehr gut Kalk, schont Gummi und Dichtungen, soll aber nicht über ca. 90° C erhitzt werden, da sonst schwer lösliches Calciumcitrat entsteht.

Milchsäure ist eine natürliche Säure, geruchsfrei, hat eine stärkere Heißlösekraft und ist materialschonender.

Vorsorge

Optimal wäre eine Entkalkungsanlage im Haus, denn verkalkte Geräte verbrauchen viel Strom. Eine weitere Möglichkeit ist ein Wasserfilter (als eine Mini-Entkalkungsanlage) für die Herstellung von Kaffee oder Tee.

Im Wasserkocher ist eine sogenannte Kalkfangspirale sinnvoll. Durch ihre sehr vergrößerte Oberfläche bindet sich der Kalk, der beim Kochen anfällt, dort. Dann muss deutlich weniger entkalkt werden und die Spirale kann zwischendurch ausgespült oder einfach mit entkalkt werden.  

Ablauf zum Entkalken

Wasserkocher

Essig würde sich zwar anbieten, aber nicht nur mögliche Schäden an Gummi und Dichtungen können problematisch sein, sondern auch die Dämpfe, die beim Erhitzen entstehen. Zitronensäure kommt wegen der beschriebenen Calciumcitratbildung bei über 100°C ebenfalls nicht in Frage. Milchsäure ist milder als Essig und Zitronensäure und hierfür das Mittel der Wahl und hat nicht nur eine stärkere und schnellere Wirkung, sie ist auch materialschonender.

Entsprechend der Packungsanweisung dosieren, aufkochen, leeren und gut nachspülen.

Kaffeemaschine

Für herkömmliche Kaffeemaschinen gilt: Entkalker aus dem Handel in den Wassertank füllen, ca. eine Tasse durchlaufen lassen, Gerät anhalten und 20 Minuten einwirken lassen. Anschließend komplett durchlaufen lassen und noch zwei mal mit klarem Wasser nachspülen

Oder: Fertige Entkalkerzubereitungen mit Milchsäure

Oder: aus einer - nach der Packungsaufschrift angefertigten - Mischung mit Zitronensäure. Beim Durchlaufen durch eine Kaffeemaschine entstehen meist Temperaturen bis 80/85°C - keine 100 °C - sodass keine Gefahr besteht, dass sich mit Zitronensäure Calciumcitrat bildet.

Kalkflecken in Spülbecken

Bei Edelstahl, Keramik oder Granitwerkstoffen eignet sich ein selbst hergestellter Kalkreiniger (0,5 Liter Wasser + 1 EL Spüli + 1 EL flüssige Zitronensäure – mischen und in eine Sprayflasche füllen)

Edelstahl: nach dem Kalkentfernen mit einer Sodalösung (1 EL auf ½ Liter Wasser) abwischen, mit Mikrofasertuch polieren.

Granit: Mit Hilfe eines Schmutzradierers lassen sich viele Verschmutzungen lösen. Bei starken Flecken eine Paste aus Natron und Wasser herstellen, gut einwirken lassen. Bei weißem Granit-Spülbecken: Flecken mit Vollwaschmittelpulver und einem Schmutzradierer bearbeiten. Schwarze Granitspülbecken: Regelmäßig mit Öl behandeln, damit der Glanz erhalten bleibt.

Achtung: niemals mit scheuernden Gerätschaften wie Stahlwolle, grünen Schwämmen oder Stahlbürsten reinigen, sie verletzten die Oberfläche und machen den Weg frei für neue Verschmutzungen

Bei welchen Materialien ist Vorsicht mit Säure geboten

Natursteinflächen und Marmor reagieren empfindlich auf Säure. Hier ist absolut Vorsicht geboten. Auch Aluminium und Kupfer mögen keine Säuren. Grundsätzlich gilt es immer, die Hinweise des Herstellers zu beachten und Reinigungsmittel immer zuerst an einer verdeckten Stelle auf Verträglichkeit zu prüfen.

Tipp: Werden Wasserreste schnell entfernt - entsteht erst gar kein Kalk.

Im Studio: Martina Schäfer, Hauswirtschaftliche Fachberaterin

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Autor/in
Isabella Kästel